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12.09.2022

Verhaltene Schweizer Börse

Nach einem schwachen Start hat sich die Schweizer Börse im Wochenverlauf stabili-siert. Die diesjährigen Kurseinbrüche an den Kapitalmärkten ziehen indes ihre Kreise.

So hat der Versicherer Helvetia im Anlagegeschäft weniger verdient. Unter dem Strich sinkt der Halbjahresgewinn um 16 Prozent. Erfreuliche Nachrichten kommen vom Zementhersteller Hol-cim, der den Verkauf seines Brasiliengeschäfts abgeschlossen hat. 1,025 Milliarden US-Dollar fliessen nun in die Kasse. Der Verkauf war zwar bereits vor einem Jahr angekündigt worden, aber erst jetzt wurde das Geschäft von den Behörden bewilligt. Es reiht sich in die Strategie von Holcim ein, sich von wenig profitablen Geschäftsbereichen zu trennen.

Dienstleistungssektor in den USA im Expansionsmodus

Positive Nachrichten kommen aus den USA, wo der Einkaufsmanagerindex der Dienstleister im August um 0.2 Punkte auf 56.9 gestiegen ist. Der Dienstleistungssektor befindet sich also im Expansionsmodus und legt trotz rekordhoher Inflation weiter zu. Investoren hatten an den guten Zahlen keine Freude. Aufgrund der starken Wirtschaftsentwicklung ist mit einer anhaltend rest-riktiven Geldpolitik der US-Notenbank Fed zu rechnen.

Ölpreis widerspiegelt Rezessionsangst

Eine gewisse Rezessionsangst spiegelt derzeit der Ölpreis. Die zur OPEC+ gehörenden erdölex-portierenden Länder haben sich darauf geeinigt, die Fördermenge ab Oktober zu drosseln, nachdem erst Anfang August eine Ausweitung beschlossen worden war. Trotz des sich verknap-penden Angebots fiel der Ölpreis pro Fass der Sorte Brent unter 90 US-Dollar. Die Angst vor einer Rezession überwiegt somit die Aussicht auf steigende Kurse, die eine Drosselung der Fördermenge mit sich bringen sollte.

Einer der grössten Börsengänge in Europa

Die VW-Sportwagentochter Porsche erhielt diese Woche grünes Licht, um in den kommenden Wochen an die Börse zu gehen. Die Erstnotiz ist für Ende September oder Anfang Oktober ge-plant, hängt jedoch von der weiteren Entwicklung des Kapitalmarktes ab. Je nachdem möchte sich der deutsche Automobilhersteller bis Ende des Jahres Zeit lassen. Mit einer erwarteten Be-wertung von 60 bis 80 Milliarden Euro wäre der Börsengang einer der grössten in Europa der vergangenen Jahre.

Positives Stimmungsbild bei den Schweizer KMU

Auch der Schweizer Mittelstand gibt sich optimistisch. Laut der aktuellen Raiffeisen KMU-Mitt-elstandstudie ist das Stimmungsbild der Schweizer KMU positiv, was die wirtschaftliche Entwick-lung im Jahr 2022 betrifft. Zu den grössten Risiken zählen sie die hohen Energie- und Rohstoff-preise, deren Verfügbarkeit sowie den Mangel an qualifiziertem Personal. Zudem messen sie der Nachhaltigkeit grosse strategische Bedeutung bei.