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Verunsicherte Anleger
Das Hin und Her an der Börse spiegelt weiterhin die Verunsicherung der Investoren. Und doch gibt es Lichtblicke: Die Hoffnung auf eine Entspannung im Krieg zwischen Russland und der Ukraine und die jüngsten Kursstürze haben Anleger zu Käufen animiert und den Abwärtstrend an den Aktienmärkten zur Wochenmitte vorerst gestoppt.
Geholfen hat auch, dass die Jahresergebnisse der Unternehmen mehrheitlich positiv ausgefallen sind. So hat der Versicherer Baloise mit seinem Ergebnis die Erwartungen der Analysten übertrof-fen und die Dividende erhöht. Dass der Sanitärtechniker Geberit ein super Jahr hinter sich hatte, war anlässlich der im Januar bekannt gegebenen Umsatzzahlen zu erwarten. Aber auch die Mar-ge lag, trotz der gestiegenen Rohstoffpreise, am oberen Ende des Zielbandes. Ebenfalls ein rek-ordverdächtiges Jahr verbuchte der Textilmaschinenhersteller Rieter. Neben einem guten Geschä-ftsjahr 2021 verspricht der starke Bestellungseingang ein positives 2022. Auch der Schokolade-herstellerin Lindt & Sprüngli geht es gut. Sie hat 2021 den Gewinn um satte 50 Prozent gest-eigert und damit die Profitabilität deutlich verbessert. Ebenfalls ansprechend fielen die Ergebn-isse der Apothekenbetreiberin Galenica, der Industrieunternehmen Huber+Suhner und Swiss Steel sowie des Immobilienkonzerns Allreal aus. Noch nicht ganz an alte Zeiten anzuknüpfen vermochte die Reisedetailhändlerin Dufry, auch wenn sie mit ihrem Zahlenkranz des vergan-genen Jahres die Erwartungen übertroffen hat. Die Duty-Free-Betreiberin bleibt unter Druck, denn sie hat auch 2021 einen Verlust erwirtschaftet.
Ratingagentur Fitch stuft Russland herab
Die Sanktionen des Westens gegen Russland zeigen Wirkung. Durch die Isolierung der Wirtsch-aft droht dem Land laut der Ratingagentur Fitch die Staatspleite. Gründe sind die gesperrten Gelder der russischen Zentralbank und die in einigen Tagen fälligen Zinszahlungen auf russischen Staatsanleihen. Zudem zweifelt Fitch an der Zahlungsbereitschaft Russlands. Konsequenterweise wurde das Kreditrating von B (Hochspekulativ) auf C (hohe Wahrscheinlichkeit eines Zahlungs-ausfalls) herabgestuft.
Steigende Rohstoff- und Energiepreise
Der Krieg in der Ukraine treibt die Rohstoff- und Energiepreise schier ungebremst in die Höhe. Diese sind ein Haupttreiber der Inflation. Ein Ende scheint somit nicht in Sicht. Dass die USA ihre Öl-Importe aus Russland stoppt, und auch andere Länder über einen solchen Schritt nachden-ken, reduziert das «kaufbare» Angebot und lässt den Preis auf hohem Niveau verharren. Europa wird allerdings nicht so rasch auf Öl aus Russland verzichten können, zu gross ist die Abhängig-keit. Dass die hohen Energiepreise jeden treffen, spürt man spätestens an der Tankstelle.