News
Volatiler Mai-Auftakt
«Alles neu macht der Mai», sagt der Volksmund. Für die Börse scheint dies nicht zu gelten. Der Swiss Market Index (SMI) präsentierte sich zum Monatsauftakt so wie schon in den Wochen zuvor: volatil.
Schuld waren ein «Flash Crash» (starker Kurseinbruch, der nur einige Minuten andauert), der seinen Ursprung wohl bei einem Händler der Grossbank Citigroup hatte, sowie der US-Zinsen-tscheid. Der Schweizer Leitindex fiel – trotz eines Erholungsversuches im Anschluss an das FOMC-Meeting in der zweiten Wochenhälfte – unter die Marke von 12'000 Punkten. Mit Blick auf die Stagflationsrisiken und die saisonal schwächeren Sommermonate raten wir Anlegern derzeit zu einer defensiveren Positionierung. Anlagetaktisch bietet sich hierfür eine temporär leicht erhöhte Cash-Quote an. Diese ermöglicht es Risiken zu reduzieren und zugleich Marktopportunitäten auszunutzen.
US-Notenbank Fed hebt Leitzins an
Die geldpolitische Trendwende nimmt indes weiter Fahrt auf. Um dem Preisdruck Gegensteuer zu geben, haben die US-Notenbanker am jüngsten FOMC-Meeting erwartungsgemäss beschlo-ssen, den Leitzins um 50 Basispunkte anzuheben. Das Zielband reicht nun von 0,75 Prozent bis 1,00 Prozent. Darüber hinaus soll ab 1. Juni die auf fast neun Billionen Dollar aufgeblähte Fed-Bilanz reduziert und dem Markt so Liquidität entzogen werden. Für die kommenden geldpoliti-schen Sitzungen stellte Notenbankchef Jerome Powell weitere Zinsschritte um 0,5 Prozentpunkte in Aussicht. Auch die Bank of England (BoE) hat an ihrer Mai-Sitzung eine weitere Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf 1,00 Prozent verabschiedet. Dies ist der vierte Zinsschritt in Folge. Damit klettert der Leitzins in Grossbritannien auf das höchste Niveau seit Februar 2009.
Inflation steigt weiter
Egal ob Lieblingspasta, Schoggigipfel oder Joghurt: Gestiegene Rohstoffpreise verteuern den täglichen Einkauf. Noch deutlicher spürbar ist die Teuerung an den Tankstellen. Im internation-alen Vergleich ist der Preisdruck in der Schweiz allerdings gering. Daran hat sich auch im April nichts geändert: Die Inflation ist von 2,4 Prozent auf 2,5 Prozent gestiegen und hat damit unseren Prognosewert für das Gesamtjahr 2022 erreicht.