News

12.04.2021

Wenig Erfreuliches im Osternest für Credit Suisse

Erst Greensill, dann Archegos. Gleich zweimal innert kürzester Zeit offenbarten sich Schwachstellen im Risikomanagement der Grossbank Credit Suisse.

Neben dem Vertrauen der Kunden kostet dies eine ordentliche Stange Geld. So verkündete die Credit Suisse (CS) am vergangenen Dienstag, trotz eines operativ guten ersten Quartals 2021, einen Vorsteuerverlust von 900 Mio. Franken. Haupttreiber für die roten Zahlen war mit 4.4 Mrd. Franken die Pleite des US-Hedgefonds Archegos. CEO Thomas Gottstein muss nun seinen «Supertanker» schnell wieder auf Kurs bringen, ansonsten drohen nicht nur weitere Köpfe zu rollen, sondern auch Kundenvermögen verloren zu gehen.

Einschnitte für Aktionäre

Bitter ist das Debakel vor allem für die Aktionäre. Anstatt der ursprünglich angedachten Divi-dende von gut 29 Rappen sollen sie jetzt nur noch 10 Rappen erhalten. Die CS-Aktie ist aktuell gerade mal eine Zehnernote wert, zu Anfang März lag sie noch bei 13 Franken. Mit einem Wert-verlust von rund 11 Prozent seit Jahresbeginn rangiert sie auf dem vorletzten Platz innerhalb des STOXX Europe 600 Financial Services Index (+8,9 Prozent), welcher die 31 grössten europäischen Finanzdienstleister umfasst. In Summe zeigt sich damit einmal mehr, welche Risiken in Bankakt-ien stecken. Die anhaltende Konsolidierung in der Branche sowie die latente Gefahr von Straf-zahlungen und Produktausfällen erhöhen das Risiko im Anlagekorb, ohne nachhaltiges Rendit-epotenzial zu schaffen. Um unter anderem mehr «Munition» für sein Infrastruktur-programm zum Post-Corona-Aufbau der US-Wirtschaft zur Verfügung zu haben, möchte Präsi-dent Joe Biden die Unternehmenssteuersätze anheben. Dies würde aber wohl einige Firmen aus den USA in Richtung steuer-günstigerer Länder treiben. Um dies zu verhindern, macht sich die Finanzmin-isterin Janet Yellen derzeit in der G20-Gruppe der grossen Industrie- und Schwellen-länder für eine globale Mindeststeuer für Unternehmen stark.

IWF erhöht globale Konjunkturprognose.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Konjunkturprognosen angepasst. So soll die Weltwirtschaft 2021 neu um 6 Prozent statt 5,5 Prozent wachsen und 2022 um 4,4 Prozent statt 4,2 Prozent. Der Aufschwung wird jedoch nicht überall gleich stark ausfallen. Ein wichtiges Unterscheidungs-merkmal sieht der IWF in der Geschwindigkeit der nationalen Impfkampagnen. Impulse in puncto Wachstum werden vor allem die USA und China setzen. Im Hintertreffen werden hingegen die Eurozone, sowie Entwicklungs- und Schwellenländer sein.