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28.01.2019

Weniger Optimismus beim Weltwirtschaftsforum

 

Das alljährliche Januar-Treffen der globalen (Wirtschafts-)Elite in den Bergen Graubündens hat lange Tradition. Inzwischen ist das World Economic Forum gar zu einem nicht unbedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden. Auffällig dieses Jahr waren aber vor allem die grossen Abwesenden.

 

 Im letzten Jahr generierte das World Economic Forum (WEF) mittels Mitgliedschaften, Teilnahmegebühren und Partnerschaften einen Umsatz von über 326 Millionen Sch-weizer Franken. Umsatztreiber waren in den letzten Jahren insbesondere die Kooperat-ionen mit Unternehmen und Beratungsgesellschaften.

 

 

 

Die «Grossen» glänzten mit Abwesenheit

 

Rund 3‘000 Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft trafen sich diese Woche zum 49. Mal in Davos. Thematisch ging es in den rund 350 Veranstaltungen um Themen wie Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit, Migration oder den Klima-wandel. Auffällig war jedoch vor allem wer nicht anwesend war. Donald Trump etwa, der momentan andere Sorgen hat, als sich mit den grossen Fragen unserer Zeit zu be-schäftigen. Angesichts der politischen Blockade in der Heimat strich er auch seinen Ministern kurzerhand den Flug über den Atlantik. Die britische Premierministerin May, der französische Präsident Macron und Chinas Xi Jinping hatten ihren Besuch ebenfalls abgesagt. Die Abwesenheiten unterstreichen den Hintergrund, vor dem das diesjährige WEF stattfindet: eine Welt in Aufruhr, die von populistischer Politik angeheizt wird und in der etablierte Institutionen in Frage gestellt werden.

 

 

 

Ein getrübtes Stimmungsbild

 

Ähnlich wie die monatlichen Stimmungsumfragen in der Industrie zeigte denn auch das WEF-Stimmungsbarometer diesmal weniger Optimismus an. Bei der von der Berat-ungsgesellschaft PwC vorgestellten Umfrage erwartete jeder Dritte in den kommenden zwölf Monaten eine Wirtschaftsabschwächung. Ein starker Stimmungswandel im Verg-leich zum Vorjahr, als nur 5 Prozent der Befragten pessimistisch in die Zukunft blickten. Ins Bild passten da auch die neuen Wachstumsprognosen des Internationalen Währ-ungsfonds (IWF). Dieser erwartet 2019 für die Weltwirtschaft nur noch eine Zuwach-srate von 3,5 Prozent und hat seine Erwartungen insbesondere für die Industrieländer nach unten angepasst. Trübsal wurde dennoch nicht geblasen. Vielmehr war die Mei-nung von IWF-Direktorin Lagarde, dass das Glas halb voll und eine Rezession nicht um die Ecke sei.