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07.12.2020

Zäher Streit ums schwarze Gold

Grund für die diesjährige Achterbahnfahrt des Rohölpreises sind die Corona-bedingte Schwäche der Weltkonjunktur und die Uneinigkeit der erdölexportierenden Länder hinsichtlich der Förderpolitik.

Besonders Saudi-Arabien und Russland hatten sich zu Jahresbeginn einen regelrechten Preiskrieg geliefert. Daraufhin einigten sich die OPEC und ihre Verbündeten (OPEC+) auf die grösste Ölfö-rderdrosselung der Geschichte. So sollten im Mai und Juni fast zehn Millionen Barrel Öl weniger pro Tag produziert werden – 10 Prozent der weltweiten täglichen Rohölproduktion. Von Juli bis Dezember sollten es dann täglich acht Millionen Barrel weniger sein und schliesslich zwischen Januar 2021 und April 2022 noch sechs Millionen Barrel weniger.

OPEC+-Treffen im Fokus

Für letzten Dienstag war nun ein weiteres Treffen der OPEC+ angesetzt. Ganz zuoberst auf der Agenda stand abermals die Diskussion über die gemeinsame Förderpolitik. Konkret sollte es dar-um gehen die Produktion entgegen der bisherigen Planung nicht bereits Anfang 2021 anzuhe-ben, sondern vor dem Hintergrund der Corona-Situation die Förderbegrenzungen weiterzu-führen. Doch Saudi-Arabien und Russland lagen sich bereits im Vorfeld in den Haaren. Deswe-gen wurde das Treffen vorerst auf Ende Woche verschoben. Ob dieser Termin nun gehalten wer-den kann und es zu einer Einigung kommt, steht allerdings in den Sternen. Der Markt bestraft den zähen Streit ums schwarze Gold dieser Tage mit einer erhöhten Kursvolatilität.

Schweizer Detailhandel erholt sich

Für positive Nachrichten sorgte hingegen der Schweizer Detailhandel. Die realen, um Verkaufs- und Feiertagseffekte bereinigten Umsätze sind im Oktober 2020 im Vorjahresvergleich um 3,1 Prozent gestiegen, nachdem diese im Frühjahr aufgrund des Lockdowns und der damit verbun-denen Betriebsschliessungen massiv eingebrochen waren. Gegenüber dem Vormonat erhöhten sie sich saisonbereinigt um 3,2 Prozent. Besonders stark fiel das Wachstum mit einem Plus von 5,4 Prozent im Lebensmittelbereich aus. Weniger gefragt waren Produkte aus dem Nicht-Nahr-ungsmittelsektor (+1,6 Prozent). Mit den Vorweihnachtswochen befinden wir uns nun tradit-ionell in der umsatzstärksten Zeit des Jahres. Es besteht somit die Hoffnung, dass der Schweizer Detailhandel vorerst weiterhin auf Erholungskurs bleibt.