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05.02.2018

Zusammenspiel am Immobilienmarkt klappt nicht überall

Wohneigentum bleibt in der Schweiz gefragt. Die Preise für Stockwerkeigentum und Einfamilienhäuser haben 2017 erneut spürbar zugelegt. Der bereits seit Anfang des Jahrtausends laufende Wohneigentumspreisboom setzt sich also fort.

Das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage auf dem Markt für Wohneigentum zeigt sich insgesamt intakt. Die Anzahl der Such-Abonnemente für die im Durchschnitt über 1 Million Franken teuren Einfamilienhäuser hat weiter zugenommen und die Vermarktungsdauer bleibt stabil. Stockwerkeigentum profitiert darüber hinaus von Ausweicheffekten sowohl aus dem Einfamilienhaus- als auch dem Mietsegment. Denn Mieten bleibt teurer als Kaufen, vor allem aufgrund der tiefen Zinsen.

 

Kein kräftiger Zinsschub in Aussicht

Die Hypothekarzinsen haben sich zum Jahreswechsel etwas von ihren Tiefstständen entfernt. Mit einer weiterhin vorsichtigen Normalisierung der Geldpolitik in Europa gehen wir aber nicht von einem kräftigen Zinsschub aus. Die Schweizerische Nationalbank wird die Negativzinsen in diesem Jahr wahrscheinlich noch unverändert lassen. Damit erwarten wir im Jahresverlauf nur einen moderaten Anstieg der Hypothekarzinsen. Dies wird die Finanzierungskosten allmählich steigen lassen. Die Wohnkostendifferenz zwischen Kaufen und Mieten dürfte aber nicht so schnell komplett verschwinden.

 

Angebotsmieten geben weiter nach

Am Mietwohnungsmarkt spielen Angebot und Nachfrage hingegen immer weniger gut zusammen. Die Angebotsmieten geben weiter nach. Seit dem Höhepunkt 2013 sind die Mieten mittlerweile um über 3 Prozent gesunken. Dabei wird der Abwärtsdruck auf die Mieten noch unterschätzt. Denn viele Vermieter sind ungeachtet der steigenden Mietwohnungsleerstände bislang nicht bereit, stärkere direkte Preiskonzessionen einzugehen.

 

Mietwohnungsleerstände nehmen weiter zu

In vielen Regionen hat mittlerweile eine Anpassung des Angebots begonnen. Die Anzahl der Baugenehmigungen hat sich schweizweit im Jahresverlauf 2017 spürbar abgeschwächt. Das Niveau bleibt trotz der starken Korrektur aber immer noch hoch. Und dem aktuell rekordhohen Angebot steht zudem ein niedrigeres Nachfragepotential gegenüber. Die Zuwanderung war 2017 das vierte Jahr in Folge deutlich rückläufig. Damit dürften die Mietwohnungsleerstände erst einmal weiter unverändert stark zunehmen. Um mittelfristig ein aus dem Ruder laufen der Leerstandssituation zu verhindern, muss die geplante Mietwohnungsbautätigkeit in diesem Jahr weiter klar abnehmen.