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Anlageguide August 2026: Die grosse IPO-Welle – was die Börsengänge der KI-Giganten bedeuten
- Die Euphorie um künstliche Intelligenz treibt Börsengänge und Bewertungen auf Rekordhöhen
- Börsengänge häufen sich oft gegen Ende eines längeren Börsenaufschwungs und mahnen deshalb zur Vorsicht
- Hohe Erwartungen und grosse Zukunftsfantasien bergen das Risiko von Enttäuschungen für Späteinsteiger
- Raiffeisen bleibt anlagetaktisch defensiv positioniert und setzt auf Diversifikation sowie eine ausgewogene Portfoliostruktur
St.Gallen, 31. Juli 2026. Die Euphorie rund um künstliche Intelligenz hat die Finanzmärkte derzeit fest im Griff. Rekordhohe Investitionen in Rechenzentren und neue KI-Anwendungen treiben die Bewertungen vieler Technologieunternehmen nach oben. Spektakuläre Börsengänge wie jener von SpaceX befeuern zusätzlich die Diskussion über die Nachhaltigkeit des Booms. Während an den Börsen Optimismus vorherrscht, bleibt das Umfeld anspruchsvoll. Die Aktienmärkte haben nach ihrer starken Entwicklung im ersten Halbjahr zuletzt an Schwung verloren und im Juli eine Verschnaufpause eingelegt.
Wenn die Goldgräberstimmung zunimmt, ist Vorsicht angebracht
Historisch betrachtet treten Wellen von Börsengängen meist nicht am Anfang, sondern gegen Ende eines Börsenaufschwungs auf. Sie sind Ausdruck hoher Risikobereitschaft, reichlich vorhandener Liquidität und grosser Erwartungen an zukünftiges Wachstum. Die aktuelle Dynamik erinnert in Teilen an frühere Boomphasen, in denen Investoren bereit waren, hohe Preise für künftige Erträge zu bezahlen. Gleichzeitig treffen die hohen Erwartungen an die KI-Branche auf ein zunehmend anspruchsvolles Marktumfeld mit steigenden Energiepreisen und anhaltendem Inflationsdruck. Damit bleibt der Spielraum der Notenbanken für weitere Zinssenkungen begrenzt – ein Faktor, der die hohen Bewertungen zusätzlich unter Druck setzen könnte. Raiffeisen wertet die aktuelle IPO-Welle zwar nicht als unmittelbares Signal für einen grossen Markteinbruch. Sie sollte jedoch Anlass sein, die Risiken im Portfolio kritisch zu hinterfragen und Anlageentscheide nicht allein von Trends oder Marktstimmungen abhängig zu machen. «Wenn alle in dieselbe Richtung laufen, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Die besten Anlagechancen von morgen finden sich selten dort, wo heute die grösste Euphorie herrscht», sagt Matthias Geissbühler, Chief Investment Officer bei Raiffeisen Schweiz.
Diversifikation gewinnt in euphorischen Zeiten an Bedeutung
Vor dem Hintergrund der hohen Bewertungen im Technologie- und KI-Sektor sowie des weiterhin angespannten Marktumfelds bleibt Raiffeisen anlagetaktisch defensiv positioniert. Innerhalb der Aktien werden Schweizer Titel gegenüber den zyklischeren Märkten Europas und der Schwellenländer bevorzugt. Zudem hält Raiffeisen an der Übergewichtung von Gold und Schweizer Immobilienfonds fest. Für die kommenden Monate rechnet Raiffeisen mit einer Konsolidierung an den Aktienmärkten. Umso wichtiger bleiben eine breite Diversifikation und eine ausgewogene Portfoliostruktur.
Über den Raiffeisen Anlageguide
Im monatlichen Anlageguide beleuchtet Matthias Geissbühler, Chief Investment Officer bei Raiffeisen Schweiz, zusammen mit seinem Team die aktuelle Lage an den Finanzmärkten und die Implikationen auf die verschiedenen Märkte und Anlageklassen. Zudem widmet sich der Anlageguide im Fokusteil jeden Monat einem aktuellen Thema, das die Finanzmärkte beschäftigt, und liefert spannende Hintergrundinformationen dazu. Mehr zum Anlageguide sowie weitere Markteinschätzungen finden Sie unter raiffeisen.ch/anlageguide.