Jedes dritte Unternehmen in der Schweiz vertraut Raiffeisen

Raiffeisen lebt KMU-Werte

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Unternehmen brauchen eine Bank, die ihnen nahe ist und sie versteht. Gleichzeitig benötigen sie breite Fachkompetenz und eine umfangreiche Produktpalette. Raiffeisen bietet beides – durch lokale Verankerung und nationale Stärke. Wie KMU konkret von dieser Kombination profitieren können, lesen Sie im Interview mit Firmenkunden-Leiter Urs Gauch.

 

«Wir fühlen uns als KMU»

KMU sind das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft. Warum sind sie so wichtig für Raiffeisen?

Urs Gauch: Eine Bank ist immer direkt abhängig von einer prosperierenden Volkswirtschaft. Und diese fusst in der Schweiz auf gesunden und innovativen KMU – sie machen über 99 Prozent der Unternehmen aus. Raffeisen tut deshalb alles, um KMU zu stärken. Sie bilden unser aller Zukunft. Und im Fall von Raiffeisen bilden KMU auch die Vergangenheit, schliesslich sind wir aus dem lokalen Gewerbe entstanden: aus einem Verbund von Landwirten und Gewerblern, die sich gegenseitig zu vernünftigen Konditionen Kredit geben wollten.

 

Raiffeisen steht KMU also sehr nahe.

U.G.: Mehr noch: Wir fühlen uns selber als KMU. Die Raiffeisengruppe besteht aus 225 lokalen Banken, und jede davon ist als KMU organisiert. Die Leiterinnen und Leiter der Banken führen diese wie eigenständige Unternehmen und sind verantwortlich für den Erfolg. Es ist deshalb nicht übertrieben, wenn ich sage: Unternehmertum steckt in der DNA von Raiffeisen.

 

Wie profitieren Firmenkunden davon?

U.G.: Bankberater müssen die Bedürfnisse und Herausforderungen ihrer Kunden gut kennen. Das gelingt unseren Banken, weil sie genau wissen, wie ein Unternehmen funktioniert. Die ähnlichen Voraussetzungen schaffen gegenseitiges Verständnis und Vertrauen. Und im Bankgeschäft geht es primär um Vertrauen. 

 

Diese Nähe zwischen Kunden und Raiffeisenbanken lässt sich auch auf der Landkarte messen.

U.G.: Ja. Unsere Firmenkunden erreichen ihre Raiffeisenbank innerhalb weniger Kilometer und Minuten. Wir sind in denselben Regionen zuhause wie unsere Kunden. Und wie sie sind wir stark in diesen Regionen verankert – als lokale Arbeitgeber, Ausbildner oder Steuerzahler.

 

Wie wirkt sich das aus?

U.G.: Unsere Firmenkundenberater kennen die Personen hinter den Unternehmen – auch, weil bei Raiffeisen nicht nur grosse Unternehmen einen festen Ansprechpartner haben, sondern alle Firmen. Gleichzeitig sind die Berater mit den lokalen wirtschaftlichen Gegebenheiten und branchenspezifischen Bedingungen vertraut. Zusammen mit unserem dichten Geschäftsstellennetz hat das zum Beispiel in der Corona-Pandemie dazu geführt, dass Raiffeisen anzahlmässig am meisten COVID-19-Kredite vergeben hat. Die KMU kamen zu uns.

 

Und jenseits von Corona?

U.G.: Auch da zahlt es sich aus, dass wir so nahe bei den Leuten sind. Zumal die einzelnen Raiffeisenbanken mit weitreichenden Entscheidungskompetenzen ausgestattet sind – die Wege in der Kreditvergabe zum Beispiel sind kurz. Erst letztes Jahr haben wir unsere Statuten geändert: Neu können die Banken Blankokredite bis zu 1,5 Millionen Franken selber sprechen, ohne Umweg über Raiffeisen Schweiz; vorher lag die Grenze bei 250'000 Franken.

 

Gleichzeitig ist Raiffeisen die drittgrösste Bankengruppe der Schweiz mit Spezialisten in Bereichen wie Finanzierung, Zahlungsverkehr, Devisen oder Leasing.

U.G.: Richtig. Und genau deshalb ist Raiffeisen wohl schon heute die Nr. 1 für KMU – jedes dritte ist Raiffeisen-Kunde. Denn die Unternehmen profitieren nicht nur von lokaler Nähe, sondern auch von nationaler Stärke. Dazu gehören ein umfassendes Produkteportfolio sowie breite Expertise. 

 

Und wie erhalten KMU Zugang zu Fachexperten?

U.G.: Auch das funktioniert via den persönlichen Kundenberater. Dieser wendet sich an eines unserer sieben regionalen Firmenkundenzentren, in denen sich diverse Spezialisten finden, oder zapft das grosse Experten-Netzwerk der Raiffeisen-Gruppe an. Entweder vermittelt der Berater den Kontakt direkt oder zieht die Experten zum richtigen Zeitpunkt bei – je nachdem, wie der Kunde das möchte.

 

Werfen wir noch einen Blick nach vorne: Was dürfen KMU in nächster Zeit von Raiffeisen erwarten?

U.G.: KMU wickeln ihre Transaktionen – durch Corona noch beschleunigt – zunehmend digital ab. Deshalb investiert Raiffeisen intensiv in die digitale Kundenschnittstelle: Im Herbst geht die multibankfähige Plattform «Raiffeisen KMU eServices» online. Und auch die Raiffeisen Unternehmerzentren (RUZ) stehen den Kunden künftig schweizweit noch stärker zur Seite – und das neu vor allem auch digital. Aber auch in der Pandemie-Überwindung dürfen KMU einiges von Raiffeisen erwarten.

 

Was heisst das konkret?

U.G.: Momentan werden die KMU noch durch Kurzarbeit und verbürgte Kredite gestützt. Künftig wird es an den kreditgebenden Banken liegen, sich mit betroffenen Unternehmen so zu koordinieren, dass Konkurse verhindert und Arbeitsplätze erhalten werden können. Hier sehen wir Raiffeisen in einer tragenden Rolle.

 

Wie kann Raiffeisen KMU sonst noch dabei unterstützen, die Pandemie zu überwinden?

U.G.: Die Herausforderungen für die Unternehmen sind sehr branchenspezifisch: Sie reichen von Überleben über stärkere Kunden- und Lieferanten-Diversifizierung bis hin zu strategischer Neuausrichtung. Raiffeisen kann Unternehmen weiterhin unkompliziert mit dem COVID-Hilfsprogramm und gezielter RUZ-Unternehmensberatung unter die Arme greifen. Für die liquiditätsschonende Finanzierung neuer Investitionen eignen sich unsere Leasing-Produkte. Und für die Absicherung von Käufern oder Verkäufern bieten wir massgeschneiderte internationale Garantien und Akkreditivprogramme.

 

Was sind – auch längerfristig – die wichtigsten Herausforderungen für KMU? Und was kann Raiffeisen dabei für die Unternehmen tun?

U.G.: Neben der Digitalisierung, die ja ganz unabhängig von Corona ein Riesenthema ist, steht sicher Nachhaltigkeit weit oben auf der Liste. In unserer neuesten KMU-Mittelstandsstudie sehen Unternehmer ausserdem das Thema Kundenzentrierung verstärkt auf sich zukommen. Bei alledem können unsere RUZ-Expertinnen und Experten Unterstützung bieten: bei der Strategieausrichtung helfen, Kontakte herstellen, den Kulturwandel begleiten. Und sobald neue Anschaffungen anstehen – in Sachen Digitalisierung etwa Hardware, Software oder Roboter – kommen die Raiffeisenbanken ins Spiel, die für ihre Kunden die passende Finanzierungslösung finden.

 

Nochmals zurück zur Organisation der Raiffeisenbanken: Diese sind nach wie vor genossenschaftlich organisiert. Was bedeutet das für die Firmenkunden?

U.G.: Es bedeutet, dass sie die Richtung ihrer Raiffeisenbank massgeblich mitbestimmen können – viele unserer Firmenkunden sind Genossenschafter und damit Mitbesitzer. Ausserdem wissen die Kunden: 90 bis 95 Prozent des Raiffeisen-Gewinns investieren wir zu ihren Gunsten – in Form von neuen oder verbesserten Dienstleistungen und Produkten oder speziellen Genossenschaftsvorteilen. 

 

Die Dienstleistungen und Produkte von Raiffeisen unterstützen KMU über das Bankgeschäft hinaus – was bezweckt Raiffeisen damit?

U.G.: Raiffeisen unterstützt Firmen in sämtlichen Phasen des betrieblichen Lebenszyklus – mit Beratungsangeboten, Bank-, Vorsorge- und Versicherungslösungen. Letztere bieten wir KMU gemeinsam mit unserem Netzwerkpartner Mobiliar an. Und von den Begleiterinnen und Begleitern des Raiffeisen Unternehmerzentrums (RUZ) erhalten KMU Beratung zu Themen wie Finanzierungsbegleitung, Strategie, Innovation oder Nachfolge. Durch solche Kooperationen erweitert Raiffeisen ihr Angebot. Für Unternehmer bedeutet das: Sie müssen sich für ein neues Thema nicht extra einen neuen Partner suchen – sie können mit einem zusammenarbeiten, dem sie bereits vertrauen.

Urs Gauch, Leiter Departement Firmenkunden und Niederlassungen bei Raiffeisen Schweiz
Urs Gauch, Leiter Departement Firmenkunden und Niederlassungen bei Raiffeisen Schweiz

Urs Gauch ist seit rund 30 Jahren in diversen Positionen im Firmenkunden- und Kreditgeschäft tätig. Seine langjährige Erfahrung und sein fundiertes Fachwissen machen ihn zum Spezialisten im Firmenkundensegment. Er leitet seit dem 1. Oktober 2015 das Departement Firmenkunden und ist Mitglied der Geschäftsleitung bei Raiffeisen Schweiz.