«Auf einen Blick» – Unsere Sicht auf die Märkte

«Auf einen Blick» – Unsere Sicht auf die Märkte

Nach der starken Performance seit Jahresbeginn wird die Luft für weitere Avancen zunehmend dünner. Wenig neue börsenrelevante Impulse, hohe Bewertungen sowie der saisonale Gegenwind sprechen für eine defensive taktische Positionierung.

Starke Unternehmensergebnisse

Mittlerweile hat ein Grossteil der Unternehmen ihre Halbjahreszahlen publiziert. Unter dem Strich sind die Ergebnisse – auch aufgrund von Basiseffekten – wie erwartet sehr solide ausgefallen. Die einzelnen Aktien reagierten unterschiedlich auf die jeweiligen Abschlüsse. Für den Gesamtmarkt brachte die Gewinnsaison allerdings wenig Impulse. Die Marktteilnehmer blicken in die Zukunft – und dort zeichnet sich eine Abschwächung der Wachstumsdynamik ab.

 

Neue Inflationsziele

Nach der US-Notenbank Fed hat nun auch die Europäische Zentralbank (EZB) ihre geldpolitische Strategie überarbeitet. Neu gilt ein «symmetrisches» Inflationsziel. Während bisher Inflationsraten von über 2% mit einer restriktiveren Geldpolitik bekämpft wurden, wird inskünftig auch eine über diesem Zielwert liegende Teuerung (temporär) akzeptiert. Letztlich bedeutet dies, dass die EZB noch länger an ihrer expansiven Geldpolitik festhalten wird. Den Risiken und Nebenwirkungen dieser Politik widmet sich der Fokustext dieser Ausgabe.  

 

Schuldensorgen

Die Folgen der Corona-Pandemie sind auch in den Staatshaushalten deutlich sichtbar. Der globale Schuldenberg wächst ungebremst weiter. In den USA wurde die Schuldenobergrenze von 28.5 Billionen US-Dollar per Ende Juli erreicht. Die Parteien ringen nun um eine entsprechende Erhöhung des Schuldenlimits. Letztlich wird man sich wohl (wie immer) auf eine Anpassung einigen. Das Schuldenproblem ist damit allerdings nicht gelöst.   

Saisonaler Gegenwind

Historisch betrachtet gehört der August zu den saisonal schwächsten Monaten für die Aktienmärkte. Nach dem Ende der Ergebnissaison fehlen frische Impulse. Zudem sind in den Sommerferien die Handelsvolumen generell dünn und entsprechend die Volatilität hoch. Nachdem die Märkte vielerorts neue Allzeithöchst erreicht haben, wird die Luft für weitere Avancen zunehmend dünner.

 

Sicherheit geht vor

Nach der sehr starken Performance seit Jahresbeginn rechnen wir mit einer Verschnaufpause an den Aktienmärkten. Entsprechend bleiben wir leicht defensiv positioniert und halten ein Übergewicht bei der Liquidität, beim Gold und den Schweizer Immobilienfonds. Innerhalb der Obligationenquote gibt es eine kleine Anpassung: Nach dem erneuten Zinsrückgang haben wir Schweizer (Staats-)Anleihen nochmals reduziert und das Untergewicht erhöht. Im Gegenzug wurde die Quote bei den Schwellenländeranleihen auf neutral angehoben.