Wirtschaften in Krisenzeiten

Fünf goldene Überlebensregeln im neuen Normal

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Die Corona-Pandemie fordert KMU heraus: Flexibilität und Innovationen sind gefragt. Das Geschäftsmodell zu überarbeiten, ist für viele elementar. Raiffeisen-Firmenkundenexperte Stefan Käsermann und RUZ-Begleiter Felix Heimgartner geben Ihnen fünf hilfreiche Tipps, um besser durch die Krise zu kommen.

 

1. Cash is King: Sichern Sie Ihre Liquidität

Die Liquidität sicherzustellen, ist für Unternehmen das Wichtigste. Denn nur so bleiben sie handlungsfähig. «Leasing hat sich als liquiditätsschonende Finanzierung in Krisenzeiten bewährt», sagt Stefan Käsermann. Zudem hat sich der Trend zu Crowdlending und Crowdfunding verstärkt: Dabei lassen Unternehmer ihre Projekte oder Produkte von der Öffentlichkeit finanziell unterstützen – zum Beispiel auf der Crowdfunding-Plattform Lokalhelden.ch von Raiffeisen.

 

2. Sprechen Sie mit Ihren Kunden – aber digital

Durch das Wegfallen vieler persönlicher Kontakte hat die Digitalisierung noch stärker an Bedeutung gewonnen. Beispiele sind Onlineshops oder Click & Collect-Modelle, bei denen der Kunde online bestellt und die Waren dann persönlich abholt. Überlebenswichtig ist auch digitales Marketing: «Die Unternehmen sind gefordert, ihre Zielgruppen dort anzusprechen, wo sie sich aufhalten», sagt Felix Heimgartner. 

 

3. Reduzieren Sie Unwichtiges

Verfolgen Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben genau: Fixkosten etwa können reduziert werden, indem man die bestehende Infrastruktur kritisch hinterfragt oder Miet- und Lieferverträge neu verhandelt. Überprüfen Sie auch Ihre Prozesse von der Produktion bis zur Administration: «Mit einer Prozessoptimierung erhöhen KMU ihre Effizienz bzw. verringern beispielsweise den Ausschuss sowie vorhandene Verschwendung und damit ihre strukturellen Kosten», sagt Felix Heimgartner.

 

4. Eliminieren Sie Klumpenrisiken

Wer unterschiedliche Produkte für verschiedene Zielmärkte und über mehrere Kanäle anbietet, ist weniger verwundbar. «Durch Corona haben viele KMU erkannt, wo ihre Klumpenrisiken auf Seite der Lieferanten, Produkte, Kunden oder Absatzmärkte liegen», sagt Stefan Käsermann. Deshalb gilt es in Zukunft, stärker zu diversifizieren.  

 

5. Vermeiden Sie Stillstand

Schauen Sie in die Zukunft: Beobachten Sie genau, welche Trends sich in der eigenen sowie in anderen Branchen abzeichnen. Wer diese flexibel für sich zu nutzen weiss, kommt besser durch Krisen. «Auch Innovationen – sei es auf Produkt-, Prozess- oder auf Marketingseite – müssen wohlüberlegt und zielgerichtet forciert werden», sagt Felix Heimgartner.

 

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  • Stefan Käsermann ist Leiter Firmenkunden Nordwestschweiz bei Raiffeisen. Er betreut seit 25 Jahren Schweizer Firmenkunden.
  • Felix Heimgartner ist Themenführer Strategie und Regionalverantwortlicher Espace Mittelland im Raiffeisen Unternehmerzentrum RUZ.
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