Fremdwährungen sicher budgetieren
Der Franken ist und bleibt stark. Zu diesem Schluss kommt Alexander Koch, Leiter Makro-Strategie bei Raiffeisen Schweiz. Das hat unter anderem mit den Überschüssen im Aussenhandel, der tiefen Inflationsrate in der Schweiz und dem Repatriierungseffekt zu tun. «Das alles löst eine höhere Nachfrage nach Franken aus», sagt Koch. Was bedeutet das für Unternehmer?
23.02.2026
Wie sollen KMU ihre Ausgaben und Einnahmen in Fremdwährungen budgetieren?
Der starke Franken zeigt sich nicht zuletzt an der Entwicklung des Euro-Franken-Wechselkurses. Dieser ist für viele KMU matchentscheidend, denn Europa ist der wichtigste Handelspartner der Schweiz. Momentan sieht es nicht so aus, als würde der Wechselkurs jemals wieder auf das Niveau des ehemaligen Mindestkurses von 1,20 Franken pro Euro klettern: «Wenn ich die Preisentwicklung in der Schweiz mit jener im Euroraum vergleiche, rechne ich damit, dass wir langfristig bei einem paritätischen Wechselkurs von 1:1 angekommen sein werden», sagt Alexander Koch.
«Erst wenn ein KMU weiss, wann welche Einnahmen und Ausgaben zum Beispiel in Euro oder US-Dollar anfallen, lässt sich das Risiko abschätzen.»
Alexander Koch
Leiter Marko-Strategie bei Raiffeisen Schweiz
Kurzfristig jedoch schwankt der Euro-Franken-Wechselkurs relativ stark. Unternehmerinnen und Unternehmer, die Einnahmen oder Ausgaben in Fremdwährungen haben, bräuchten also kurzfristige Prognosen, um ihre Risiken kalkulieren zu können. Doch hier liegt die Herausforderung: «Es ist sehr schwierig, für zwei oder drei Monate verlässliche Währungsprognosen zu erstellen», so der Ökonom. Die politischen und wirtschaftlichen Unsicherheitsfaktoren seien zu gross und kaum kalkulierbar. Trotz unsicherer Währungsprognosen: Alexander Koch hat vier Tipps, die Unternehmerinnen und Unternehmern mehr Sicherheit beim Budgetieren geben können:
Tipp 1: Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Zahlungsströme
Tipp 2: Berücksichtigen Sie Volatilität und Exposure
Tipp 3: Schaffen Sie mit Termingeschäften verbindliche Grundlage fürs Budget
Tipp 4: Entscheiden Sie sich für Sicherheit oder Spekulation
Alexander Koch
Leiter Makro-Strategie Raiffeisen Schweiz
Alexander Koch studierte Volkswirtschaftslehre an den Universitäten München und Southampton. Nach einem Aufenthalt bei der Strategieberatung Roland Berger begann er seine Laufbahn in der Bankenbranche bei UniCredit im Firmenkundengeschäft. Sein Weg führte dann weiter über die Länderrisikoanalyse schliesslich ins Economic Research. 2013 wechselte er zu Raiffeisen Schweiz, verantwortete dort erst die Immobilienmarktanalyse und ist nun für die Konjunktur- und Zinsanalyse verantwortlich.