QR-Rechnung

Das kommt auf Unternehmen zu

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Was bedeutet die Umstellung der roten und orangen Einzahlungsscheine auf die QR-Rechnung für Unternehmer? Daniel Hollenstein, Leiter Firmenkunden bei Raiffeisen Schweiz, gibt Antworten zu den wichtigsten Fragen rund um die Umstellung auf die QR-Rechnung.

 

Daniel Hollenstein im Interview

Als Leiter Firmenkunden bei Raiffeisen Schweiz ist Daniel Hollenstein (49) auch für den Vertrieb Zahlungsverkehr zuständig. Der studierte Betriebsökonom (HWV) absolvierte diverse Weiterbildungen, unter anderem einen «Master of Advanced Studies in Finance» an der Universität Bern.

 

Herr Hollenstein, die Schweiz stellte per 30. Juni 2020 auf die QR-Rechnung um. Was hat sich seither für Unternehmer in der Verarbeitung von Rechnungen verändert?

Daniel Hollenstein: Tatsache ist, dass jedes Unternehmen ab dem Einführungstag der QR-Rechnung früher oder später auch solche im Briefkasten vorfinden wird. Je nachdem wie ein Unternehmer seine Kreditorenbuchhaltung bewirtschaftet, muss er seine Prozesse, seine Software und allenfalls auch seine Hardware (Scanning Plattformen) darauf ausrichten. Sonst kann er eingehende Rechnungen nicht bezahlen.

 

Was kommt auf die Unternehmen zu, die bis heute nicht umgestellt haben? 

D.H.: Werden Zahlungen mit einer Software verarbeitet, können QR-Rechnungen bei einer nicht erfolgten Umstellung nicht bezahlt werden. Dies führt zu mühsamen Workarounds und damit zu mehr Zeitaufwand. 

Bei der Rechnungsstellung kann ein Unternehmer weiterhin wie bisher fakturieren. Dies, weil es noch kein Enddatum für die bisherigen Einzahlungsscheine (rot/orange) gibt. Man muss dabei jedoch bedenken, dass die Vorteile der QR-Rechnung bei der Fakturierung und Zahlungseingangsverarbeitung nicht genutzt werden können. Daher lohnt sich hier die gleichzeitige Umstellung auf die QR-Rechnung.

 

Wie unterstützt Raiffeisen ihre Kunden bei der Umstellung auf die QR-Rechnung? 

D.H.: Raiffeisen unterstützt Kunden hauptsächlich mit weiteren Informationen rund um das Thema. Unsere geschulten Berater geben bei Fragen gerne Auskunft und unterstützen die Kunden bei ihren Anliegen. 

Des Weiteren bieten wir umfassende Informationen zur Einführung der QR-Rechnung und Hilfsmittel an wie zum Beispiel eine Checkliste (PDF, 108.5KB) für die Umstellung auf die QR-Rechnung, ein FAQ (PDF, 71.6KB), Informationen zu den Ausprägungen einer QR-Rechnung, sowie die Raiffeisen-Testbank, um nur einige zu nennen.

Zudem profitieren Raiffeisenkunden bereits jetzt von Vorzugskonditionen auf den Belegleser «PayEye» Edition Raiffeisen, welches das Einlesen von QR-Codes auf einen Klick reduziert.

 

Was ist nun der erste konkrete Schritt, den Unternehmer machen müssen, damit die Umstellung erfolgen kann? 

D.H.: Ganz klar: Der Griff zum Telefon, den Softwarepartner kontaktieren damit er ein Software-Update für die QR-Rechnung installieren kann. Software-Hersteller können die von ihrer Software erstellten QR-Codes über das Validierungsportal der SIX prüfen.

Als Unterstützung steht den IT-Partnern unsere Raiffeisen-Testbank zur Verfügung. Sie dient vor allem dazu, den Eingang von Zahlungen mittels camt-Meldung aus einer QR-Rechnung zu prüfen.

 

Wie geht die Harmonisierung im Zahlungsverkehr nach Einführung der QR-Rechnung weiter? 

D.H.: Bereits jetzt wird konstant an der Weiterentwicklung der eBill gearbeitet, mit der ein vollständig digitalisierter und medienbruchfreier Zahlungsvorgang durchgeführt werden kann. Gerade im Firmenkundenbereich sollen Verbesserungen und neue Angebote geschaffen werden.

 

Herr Hollenstein, möchten Sie den Raiffeisen Firmenkunden noch eine abschliessende Empfehlung abgeben? 

D.H.: Gerne ermuntere ich alle Unternehmerinnen und Unternehmer sich der Umstellung auf die QR-Rechnung möglichst bald anzunehmen. Anders als bei der Umstellung auf das standardisierte Zahlungsformat ISO 20022 sind die Vorteile der QR-Rechnung sowohl für Kleinunternehmen wie auch für grosse Konzerne offensichtlich und sofort abschöpfbar.