Wirtschaften in Krisenzeiten: Diese Fragen beschäftigen Unternehmer

5 Fragen und Antworten: So überstehen KMU die Coronakrise

Drucken

Für Unternehmen geht es kurzfristig darum, die Krise zu überstehen. Das heisst in erster Linie: die Liquidität sichern; sie ist der Sauerstoff des Unternehmens. Welche Fragen sich Schweizer KMU dazu stellen, haben wir nachfolgend für Sie zusammengefasst und beantwortet.
 

Kredit beantragen

Wenn Sie den COVID-19-Kredit bereits ausgeschöpft haben und 10 Prozent Ihres Umsatzes noch nicht erreicht sind, kann ein COVID-19-Kredit Plus beantragt werden.

Frage 1: «Bis jetzt habe ich keinen COVID-19-Überbrückungskredit aufgenommen. Mit fortschreitender Zeit werde ich allerdings unsicher – soll ich jetzt noch einen Antrag stellen?»

Wenn Sie damit rechnen, dass die Coronakrise in den kommenden Wochen oder Monaten zu Liquiditätsengpässen führen könnte, raten wir Ihnen: Nehmen Sie einen COVID-19-Kredit auf. Sie bezahlen dafür keinen Zins und können das Geld (oder grössere Beträge) jederzeit zurückzahlen, wenn Sie es nicht brauchen. Sie vergeben sich also nichts, haben aber Sicherheit.

 

Frage 2: «Wie kann ich beurteilen, ob es zu Liquiditätsengpässen kommt?»

Erstellen Sie einen Liquiditätsplan. Indem Sie den Ist-Zustand abbilden und verschiedene Szenarien durchspielen, sehen Sie schnell, wann ein Liquiditätsengpass auftreten wird. Auf ruz.ch/liquiditaetsplanung finden Sie ein kostenloses Tool für die Liquiditätsplanung.

 

Frage 3: «Ich habe bereits einen COVID-19-Kredit erhalten, doch das Geld reicht nicht aus. Kann ich einen weiteren Antrag stellen?»

Nein, Sie können den Kredit nur einmal beantragen. Allerdings: Wenn Sie den COVID-19-Kredit bereits ausgeschöpft haben und 10 Prozent Ihres Umsatzes noch nicht erreicht sind, gibt es eine zusätzliche Möglichkeit: den COVID-19-Kredit Plus.

 

«Erstellen Sie einen Liquiditätsplan - der Aufwand ist bescheiden, der Nutzen gross.» 

Stefan Schenkel, Leiter Raiffeisenbank Aarau

 

Frage 4: «Welche zusätzliche Unterstützung bietet mir Raiffeisen zur Sicherung meiner Liquidität?»

Wir beteiligen uns an verschiedenen Hilfsprogrammen der Kantone. Diese sind in den meisten Fällen unabhängig vom Bürgschaftsprogramm des Bundes. Weiter gibt es bei laufenden Krediten die Möglichkeit, bis zu zwei Amortisationsraten zu stunden.

 

Frage 5: «Mein Unternehmen hat sehr stark gelitten. Kommt für mich die COVID-19-Stundung in Frage?»

Mit der COVID-19-Stundung will der Bundesrat verhindern, dass Unternehmen wegen des Coronavirus unverschuldet Insolvenz anmelden müssen. Das Instrument verschafft den Betrieben Zeit, mit den Gläubigern Lösungen zu finden und das Unternehmen eigenverantwortlich zu sanieren. Voraussetzung ist, dass ein Unternehmen Ende 2019 finanziell gesund war und dass die Überschuldung voraussichtlich bis Ende Jahr behoben ist. Wichtig: Die Regeln einer Nachlassstundung sind zu berücksichtigen.

3 Tipps: Überstehen

  1. Entscheiden Sie sich im Zweifelsfall für einen COVID- 19-Kredit – Sie bezahlen 0 Prozent Zins und vergeben sich nichts.
  2. Eine sorgfältige Liquiditätsplanung lohnt sich – so sehen Sie schnell, ob und wann allenfalls ein Liquiditätsengpass auftreten wird.
  3. Setzen Sie bei Neuanschaffungen wenn möglich auf Leasing statt Kauf, das schont Ihre Liquidität.