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Vier Business-Case-Begriffe einfach erklärt

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Cashflow, Diskontierung, Nicht monetärer Nutzen, Total Cost of Ownership: Für die Berechnung eines Business Cases sind diese Begriffe zentral. Lesen Sie hier, was konkret dahintersteckt und nutzen Sie das Wissen, um die richtige Entscheidung für oder gegen ein neues Projekt zu treffen.

 

Cashflow

Der Cashflow (Geldfluss) gibt an, wie viel Geld ein Unternehmen im Geschäftsjahr effektiv erwirtschaftet hat. Oder anders ausgedrückt: Wie viele liquide Mittel im Rahmen der operativen Tätigkeit insgesamt zu- oder abgeflossen sind. Im Unterschied zum Gewinn enthält der Cashflow keine sogenannten nicht geldwirksamen Posten wie Abschreibungen oder Rückstellungen. Damit ist der Cashflow eine der zentralsten Finanzkennzahlen: Er lässt zuverlässige Rückschlüsse darüber zu, wie es um die Finanz- und Ertragskraft eines Unternehmens steht. Oder kurz: Wie gesund das Unternehmen ist – schliesslich ist die Liquidität der Sauerstoff jedes Unternehmens. Zieht man vom Cashflow die Investitionen ab, ergibt sich der Free Cash Flow: die flüssigen Mittel, die Ende Jahr zur freien Verfügung stehen. Für die Ermittlung des Cashflows gibt es zwei Methoden: In der direkten werden die Auszahlungen von den Einzahlungen abgezogen. In der indirekten ist der Gewinn der Ausgangspunkt: Zu diesem werden Abschreibungen und Rückstellungen hinzugerechnet.

 

Diskontierung

Wie viel sind 10'000 Franken, die ich in fünf Jahren habe, heute wert? Die Lösung ergibt die Diskontierung (Abzinsung). Das mathematische Verfahren überträgt Geldwerte aus der Zukunft in die Gegenwart. Dies ist zum Beispiel hilfreich, um eine Investition beziehungsweise die Netto-Einnahmen, die diese künftig generieren dürfte, zu beurteilen. Denn: Einnahmen, die in ferner Zukunft eintreffen sind weniger wert als solche, die zum Beispiel morgen eingehen – letztere bringen länger Zinsen ein. Dem trägt die Diskontierung Rechnung. Sie ermöglicht es, Beträge, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten anfallen, zu vergleichen. Um den Gegenwartswert zu erhalten, wird der betreffende Betrag mit dem Abzinsungsfaktor multipliziert; dieser berücksichtigt neben der Zeitkomponente zum Beispiel auch die Inflation. Das Gegenteil der Diskontierung ist die Askontierung (Aufzinsung). Dabei wird der Wert eines Betrags in der Zukunft errechnet.

 

Nicht monetärer Nutzen

Nicht immer lässt sich das Ergebnis einer Investition einfach in Zahlen ausdrücken. Beispiele für solch nicht monetären Nutzen sind eine höhere Mitarbeiter- oder Kundenzufriedenheit, verbesserte Arbeitsabläufe oder eine geringere Fehlerquote. Um in solchen Fällen zu ermitteln, ob sich eine Investition lohnt, müssen Unternehmer auf eine Alternative zur klassischen Investitionsrechnung zurückgreifen. In einer Kosten-Nutzen-Analyse stellen sie die Kosten dem geschätzten Nutzen gegenüber, zum Beispiel Arbeitsstunden, die sich voraussichtlich reduzieren lassen. Zur Vergleichbarkeit wird der nicht monetäre Nutzen mit geeigneten Grössen quantifiziert und monetär bewertet – zum Beispiel anhand der eingesparten Arbeitsstunden sowie des zugehörigen Stundenlohns. Fallen Kosten und Nutzen in mehreren Zeitperioden an, werden die Kosten- und Nutzenströme diskontiert (abgezinst), um so den Gegenwartswert der Investition zu ermitteln.

 

Total Cost of Ownership

Was kostet eine Anschaffung wirklich? Die Total-Cost-of-Ownership (TCO)-Analyse liefert die Antwort: Sie macht die Totalkosten einer Investition (zum Beispiel einer Maschine oder eines IT-Systems) sichtbar – also sämtliche Kosten über den gesamten Lebenszyklus eines Guts hinweg. Dazu gehören neben den Anschaffungskosten auch die Nutzungs-, Betriebs- und Entsorgungskosten. Aber auch indirekte Kosten, die durch Produktivitätsverluste entstehen, sind Teil der Totalkosten. Alle diese Informationen gilt es, zu ermitteln oder zu schätzen, gemeinsam mit Anbietern, Lieferanten sowie internen und externen Experten. Dies macht die TCO-Analyse aufwändig. Dafür können Unternehmen aber auch viel Geld sparen: Indem sie versteckte Kosten oder Kostentreiber bereits vor der Investition erkennen. Herausforderung der TCO-Analyse: Nicht immer lassen sich die Kosten klar abschätzen und zuordnen.