Newsflash Nachlass- und Finanzplanung

Budgetplanung für mehr Sicherheit im Alter

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Wie viel Geld bleibt bei Ihnen Ende des Monats noch übrig? Was kostet das Auto pro Monat? Haben Sie Rückstellungen für ausserordentliche Ausgaben vorgesehen? Sparen Sie für das Alter?

Ausgabe 02/2019 – Newsflash Finanz- und Nachlassplanung
 

Allgemein

Solange Herr und Frau Schweizer Ende des Monats noch ein paar Franken im Portemonnaie finden oder zumindest der Kontosaldo nicht im Minus liegt, befasst sich kaum jemand mit der detaillierten Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben. Erst bei einschneidenden Veränderungen der finanziellen Situation gewinnt die Budgetplanung an Wichtigkeit.

Planen Sie den Kauf von Wohneigentum? Ist eine vorzeitige Pensionierung Ihr Fernziel oder überlegen Sie sich eine Reduktion des Arbeitspensums? Ist eine Teilpensionierung ein Wunschtraum? Möchten Sie Ihren heutigen Lebensstandard nach der Pensionierung halten? Ist die Entscheidung Renten- oder Kapitalbezug aus der Pensionskasse noch offen? Kommen in den nächsten Jahren grössere Anschaffungen auf Sie zu?

Alle diese Ziele können zu Einkommenslücken im Alter führen, weil die Einnahmen aus der 1. Säule (AHV) und der 2. Säule (Pensionskasse) in der Regel nicht ausreichen um die Ausgaben zu decken.

 

Die Einkommenslücke

Bei einem Einkommen zwischen CHF 50'000.– und CHF 85'000.– betragen die gesetzlichen Leistungen nach der Pensionierung rund 60 % des Lohnes. Für eine Weiterführung des Lebensstandards sind jedoch rund 80 % notwendig.

 

Ein Beispiel:

  • Ehepaar mit einem Jahreseinkommen von CHF 100'000.– (brutto) vor der Pensionierung
  • Einkommensbedarf nach Pensionierung CHF 80'000.–
  • Renteneinkommen CHF 68'000.– (aus AHV und Pensionskasse

Die Einkommenslücke von CHF 12'000.– pro Jahr muss über die 3. Säule, das selbst angesparte Vermögen, finanziert werden. Und dies möglichst lebenslang.

Ein 65-jähriger Mann in der Schweiz lebt gemäss Statistik im Durchschnitt noch 20 Jahre. D.h. mindestens während 20 Jahren muss die Lücke von CHF 12'000.– gedeckt werden. Dazu ist ein Sparkapital von CHF 240'000.– notwendig.

 

Budget

Fixkosten

Die Erstellung eines Haushaltsbudgets ist längst nicht so schwierig, wie es auf den ersten Blick scheint. Gewisse Ausgaben wie Krankenkassenprämien, Steuern, Miet- oder Hypothekarkosten und Wohnnebenkosten kennen viele Leute auswendig. Versicherungsprämien sind einfach eruierbar und meistens weiss man auch, ob am Ende des Monats Geld übrig bleibt oder nicht. Wohnkosten, Krankenkassenprämien und Steuern machen in der Regel mehr als die Hälfte der Gesamtausgaben aus, sind jedoch häufig nicht die kritischen Positionen im persönlichen Budget. Die Kosten für das Auto werden oft zu tief berechnet. Hier gehören nebst Unterhalt, Strassenverkehrssteuer, Versicherung, Benzin auch die Reserven für neue Reifen oder Reparaturen dazu. D.h. die Autoausgaben schlagen schnell mit CHF 500.– oder mehr pro Monat zu Buche.

Variable Kosten

Die nicht monatlichen Ausgaben und sämtliche übrigen variablen Kosten wie Freizeit, Geschenke und Übriges können Stolperfallen darstellen und sind wichtig für die Planung. Richtig schwierig ist die Kalkulation bei unvorhersehbaren Ausgaben wie Zahnarztrechnungen oder Autoreparaturen.

Erstellung

Bleiben Sie realistisch mit Ihren Angaben. Das Budget dient Ihnen nur dann als Planungsgrundlage, wenn die Zahlen auch tatsächlich Ihrer Situation entsprechen und nicht einfach einer Mustervorlage entnommen wurden. Es zeigt Ihnen auch auf, wo verstecktes Sparpotenzial liegt, welche Reserven nicht berücksichtigt wurden und ob allenfalls ganz einfach auf Ausgaben verzichtet werden kann. Auch mit vermeintlich kleinen Einsparungen kann bei systematischem Vorgehen (z.B. Vorsorgekonto 3a, Fondssparplan etc.) ein Kapital angespart werden, welches später hilft, Einkommenslücken zu schliessen.
 

Ein Beispiel:

  • Einzahlung von CHF 200.–/Monat während 15 Jahren, Anlageziel Ertrag mit 2 % durchschnittlicher Rendite
  • Entnahme von CHF 200.–/Monat während 20 Jahren

 

Ergebnis in Zahlen

Sparen 15 Jahre
Summe Einzahlungen 36'000.00
Zinserträge Sparen 5'952.45
Total Sparbetrag 41'952.45
Entnehmen 20 Jahre
Zinserträge Entnahme 9'540.35
Total Auszahlungsbetrag 48'000.00
Restbetrag 3'492.80

Je früher Sie mit einem Sparprozess beginnen, desto eher profitieren Sie von zusätzlichen Renditen, müssen weniger auf einmal zur Seite legen und erreichen Ihre Ziele schneller.

Mit unserem Sparrechner haben Sie die Möglichkeit selbst zu berechnen, wie viel Sie pro Monat einzahlen müssen um ein Sparziel zu erreichen oder wie viel eine geplante Einzahlung bringt. Sie können auch berechnen, wie hoch Ihre zusätzlichen Einnahmen nach der Pensionierung sind, indem Sie allfällige Entnahmen über einen bestimmten Zeitraum aufzeigen lassen. Der monatliche Sparbetrag gem. Haushaltsbudgeterhebung 2016 des Bundes beträgt rund 15 %, 2011 waren es 12,6 %. Link

Der Budgetrechner (PDF, 1.6MB) hilft Ihnen, an alles zu denken und wenn Sie mit unserem Raiffeisen E-Banking arbeiten, haben Sie einen grossen Teil der Angaben bereits online verfügbar. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und investieren Sie mit der Budgetplanung in Ihre Zukunft.

Inflation

Die Inflation kann die Budgetplanung erschweren, ist sie doch ein grosser unbekannter Faktor. Vorhandenes Kapital reicht möglicherweise weniger lang, wenn die Teuerung nicht berücksichtigt wird.

Reserve

Für unvorhergesehene Ausgaben wie Zahnarzt, Reparatur Auto, Ersatz von Haushaltsgeräten bei Wohneigentum etc. lohnt sich eine angemessene Reserve. Diese sollte je nach Haushaltgrösse zwischen 2 und 4 Monatslöhnen betragen. Dieses Geld sollte möglichst rasch verfügbar und nicht langfristig angelegt sein.

Ausgaben nach der Pensionierung

Bitte beachten Sie, dass sich gewisse Ausgaben nach der Pensionierung nicht ändern werden. Wohnkosten, Krankenkassenprämien, Versicherungsprämien etc. bleiben gleich. Steuerrechnungen bleiben gleich hoch oder können gar höher ausfallen, da die Abzüge für Berufskosten und Säule 3a wegfallen. Ausgaben für Freizeit und Ferien können ebenfalls steigen, freut man sich doch jahrelang darauf endlich ohne Rücksichtnahme auf die Ferienplanung in der Firma Ferien zu planen oder spontan, dem Wetter entsprechend, Ausflüge zu machen. Eine Umfrage des 1. Raiffeisen Vorsorgebarometers hat zu folgendem Resultat geführt:

Bei Firmen ist die Budgetplanung ein wesentliches Steuerungselement, für Privatpersonen kann es ein hilfreiches Planungssystem sein.

«Das leidige Budget Problem: Ein Fahrplan ohne Eisenbahn nutzt wenig!»
Quelle: Partiell professionell