Unterstützung für KMU in Zeiten von Corona

3 Tipps für die Nachfolgeregelung in Zeiten von Corona

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Eine Unternehmensnachfolge in Zeiten von Corona kombiniert eine ohnehin schon grosse interne Herausforderung mit den schwer abschätzbaren Folgen eines exogenen Schocks. Zurecht fragen Sie sich: Kann ich vor diesem Hintergrund mein Unternehmen überhaupt übergeben? Unsere Experten sagen: Ja, aber halten Sie sich an diese drei Tipps.

 

1. Lassen Sie sich Zeit 

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, jetzt Schritt für Schritt mit der Nachfolgeplanung zu beginnen – schliesslich zieht sich ein Übergabeprozess oftmals über mehrere Monate oder gar Jahre hinweg. Aber: Wer bereits vor Corona mit dem Übergabeprozess begonnen hat, sollte vorsichtig sein und den Prozess vorübergehend pausieren. Lassen Sie sich Zeit und konzentrieren Sie sich darauf, Ihr Unternehmen stabil durch die Krise zu steuern und die Liquidität zu sichern. Nehmen Sie das «Projekt Nachfolge» wieder auf, sobald Ihr Geschäft wieder in geregelten Bahnen verläuft. Das kann je nach Branche mehr oder weniger Zeit brauchen. Wichtig ist in jedem Fall: Kommunizieren Sie offen mit Ihrer Familie, Ihren Mitarbeitenden, Ihren Kunden, Ihren Lieferanten und interessierten Käufern. Halten Sie sie über die nächsten Schritte auf dem Laufenden – das stärkt das Vertrauen.

 

2. Überprüfen Sie Ihr Geschäftsmodell

So abgedroschen es klingt: Nutzen Sie die Krise als Chance. Hinterfragen Sie das Geschäftsmodell Ihres Unternehmens und suchen Sie – falls notwendig – nach Möglichkeiten, es zu schärfen oder anzupassen. Fragen Sie sich: Welche Geschäftsbereiche rentieren? Welche neuen Produkte, Märkte und Kundensegmente könnten die Wettbewerbsposition meines Unternehmens langfristig stärken? Kann ich in Digitalisierung und Automation investieren, um krisenresistenter zu werden? So machen Sie Ihr Unternehmen fit für die Zukunft und können unter Umständen den nachhaltigen Wert Ihres Lebenswerks steigern.

 

3. Ziehen Sie für Bewertung und Finanzierung Spezialisten bei

Eine nachvollziehbare Risikobeurteilung ist angesichts der anhaltenden Unsicherheiten derzeit für viele KMU kaum möglich. Darum ist es ratsam, mit der konkreten Unternehmensbewertung und der Preisfestsetzung zuzuwarten, bis sich die Situation normalisiert hat. Wer nicht warten kann oder will, sollte mit Szenarien operieren – Worst Case, Base Case, Best Case – und mit dem potentiellen Käufer für jedes Szenario entsprechende Übernahmekonditionen und Finanzierungsmodelle festlegen. Dabei gilt es zu beachten: Falls Sie einen COVID-19-Kredit bezogen haben, kann das die Auswahl erlaubter Finanzierungsmodelle einschränken. Ziehen Sie im Zweifelsfall Spezialisten bei, die mit Ihnen Entscheidungsgrundlagen für das weitere Vorgehen schaffen.