Fremde Märkte verstehen

Sprachkurse als Erfolgsfaktor

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73 Prozent der Mitarbeitenden sind überzeugt, mit Fremdsprachenkenntnissen bessere Konditionen für ihre Firma erwirken zu können. Max Wey, der Geschäftsführer von Boa Lingua Business Class, erklärt im Interview, weshalb Schweizer Unternehmen gut daran tun, in Sprachkurse zu investieren.

 

Was bringt ein Sprachkurs für ein Schweizer Unternehmen?

Wer mehr Erfolg im Geschäft haben will, kommt um Sprachkenntnisse nicht herum, auch wenn er nur in der Schweiz geschäftet. Gerade in der mehrsprachigen Schweiz sind Fremdsprachen von grosser Bedeutung – ich denke an Kunden über der Sprachgrenze.

 

Und im internationalen Handel?

Da führt nichts an sehr guten Sprachkenntnissen vorbei. Wer sich in einer Fremdsprache wohl fühlt, kann besser einkaufen, verkaufen und vor allem verhandeln. Er bemüht sich um sein Gegenüber, zeigt Respekt und Wertschätzung, was dazu führt, dass der Geschäftspartner sich verstanden und sicherer fühlt. 

73 % der Mitarbeiter sind der Überzeugung, dass sie mit Fremdsprachenkenntnissen bessere Konditionen für ihre Firma erwirken können.

 

Gibt es dazu auch handfeste Belege?

Ja, Studien belegen den Erfolg. So sind in einer Umfrage des Fachverbands Procure 73 Prozent der Befragten der Überzeugung, dass sie mit Fremdsprachenkenntnissen bessere Konditionen für ihre Firma erwirken können. Damit ist jeder Sprachkurs sehr schnell amortisiert.

 

Welche Sprachen sind in der Schweiz am gefragtesten?

Englisch, ganz klar, gefolgt von Französisch und Spanisch.

 

Sollte man sich heute auch Grundkenntnisse in Chinesisch aneignen?

Wer ein paar Worte Chinesisch beherrscht und sich mit der Kultur auseinandergesetzt hat, wird bei seinen Geschäftspartnern viel Anerkennung ernten. Und Chinesisch-Kenntnisse machen sich auch im Lebenslauf gut. 

 

Was hindert KMU daran, in Sprachkurse zu investieren?

In erster Linie ist es die fehlende Zeit. Man sollte sich aber auch überlegen: Was kostet es mich, wenn ich nicht in Sprachkenntnisse investiere? Das ist eventuell teurer als einen Sprachkurs zu besuchen. Ein weiterer Grund kann die Angst sein, mit Jüngeren im Sprachkurs zu sitzen. Doch dies ist völlig unbegründet, denn es gibt viele Angebote für Menschen mit einem Durchschnittsalter von 40+. Ein solches Umfeld von Gleichgesinnten mit ähnlichen Interessen ist viel motivierender.

 

Sprachkurs im In- oder Ausland?

Der Vorteil liegt klar im Ausland. Eine Faustregel besagt: In zwei bis drei Wochen verbessere ich ein tiefes Niveau um ein ganzes Sprachniveau – wofür man in der Schweiz ungefähr ein Jahr braucht. Die Kursteilnehmenden sind den ganzen Tag von der Sprache umgeben.

 

Interview: Pius Schärli

 

Zur Person Max Wey

Max Wey ist Geschäftsführer von Boa Lingua Business Class

Max Wey ist Geschäftsführer von Boa Lingua Business Class. An zehn Standorten in der Schweiz berät und begleitet das Schweizer Unternehmen Kunden beim individuellen Sprachaufenthalt. Wey hat jahrelang in den USA und Mexiko gelebt und ist jetzt daran, seine Französisch- und Italienischkenntnisse zu vertiefen.

www.boalingua.ch