News

09.01.2026

Gefragte Sachwerte

finanzecke jan26

 

2025 war ein spannender, volatiler und letztlich guter Börsenjahrgang. Einmal mehr zeigte sich, wie wichtig es ist, in schwierigen Phasen ruhig und seiner Anlagestrategie treu zu bleiben. Das gilt auch 2026, denn Unsicherheiten bestehen weiter.

Der Dezember war ein guter Monat an der Schweizer Börse. Mit einem Plus von 3,2 Prozent ist die Jahresendrally nach einem zögerlichen Start doch noch klar positiv ausgefallen. Eine Gesamtrendite, inklusive Dividende von 18 Prozent im Swiss Market Index (SMI) unterstreicht das gute Börsenjahr 2025. 

Das sah nicht immer so aus, zeigt aber, wie wichtig es ist, investiert zu sein und seiner Anlagestrategie treu zu bleiben. Mit dem «Liberation Day» und der Einführung der US-Handelszölle Anfang April, schoss die Unsicherheit der Anlegerinnen und Anleger auf ein seit der Coronakrise nicht mehr gesehenes Niveau. Allerdings entpuppte sich die neue Ausgangslage für die meisten der kotierten Unternehmen als weniger gravierend als befürchtet und die Aktienmärkte setzten zu einer fulminanten Aufholjagd an. Einmal mehr ging die Schere bei den einzelnen Aktien im SMI äusserst weit auseinander. Interessanterweise handelt es sich mit dem Überflieger Holcim (+74,9%) und dem Schlusslicht Sika (-24,7%) um zwei Bauzulieferer. 

Schwacher Dollar kostet 

Erfreulich entwickelte sich auch der europäische Aktienmarkt, gemessen am EuroStoxx 50, mit einem Plus von 19 Prozent. Getrieben wurde dieser vom Rüstungskonzern Rheinmetall, dem Versorger Siemens Energy und den spanischen Banken Santander und BBVA. Die Aktien dieser vier Unternehmen haben sich vergangenes Jahr mehr als verdoppelt. Ein gemischtes Bild gibt der US-Amerikanische Markt ab. Zwar legte der breite S&P 500 rund 17 Prozent zu, aufgrund des schwachen Dollars bleiben für hiesige Investoren in Schweizer Franken aber lediglich 2 Prozent. Der schwache Greenback hat damit die starke Entwicklung der US-Technologiewerte ausradiert. Zu den stärksten Aktien gehörten dieses Jahr die Festplatten- und Speicherchiphersteller Western Digital, Seagate und Micron. Ihre Aktienkurse haben zwischen 230 Prozent und 300 Prozent zugelegt. 

Dass 2025 trotz konjunktureller und geopolitischer Unsicherheiten ein gutes Börsenjahr geworden ist, liegt auch daran, dass die Notenbanken in den USA, Europa und der Schweiz die Zinsen gesenkt haben. Dieser Rückenwind dürfte allerdings allmählich nachlassen. Während wir 2026 in Europa und den USA noch ein bis zwei Zinssenkungen erwarten, gehen wir davon aus, dass die Zinsen in der Schweiz bei null Prozent verbleiben. 

Auch im neuen Jahr dürfte die Unberechenbarkeit der US-Regierung für Anlegerinnen und Anleger zur Herausforderung werden. Einen ersten Eindruck, was Anleger erwartet, zeigt der militärische Angriff der USA auf Venezuela von Anfang Januar. Die im Mai anstehende Neuwahl des Vorsitzenden der US-Notenbank Fed wird zur Bewährungsprobe, da die Unabhängigkeit der Währungshüter auf dem Spiel steht.  

Gold auf Rekordjagd

Gold gehörte im vergangenen Jahr zur stärksten Anlageklasse und dürfte auch auf so manchem Weihnachts-Wunschzettel gestanden haben. Egal ob als Schmuck, Vreneli oder in Form eines Anlagefonds: Der Schutz vor Inflation und geopolitischen Unsicherheiten ist gegeben und gefragt. Daran wird sich auch 2026 nichts ändern. Aufgrund einer hartnäckigen Inflation und weil die Verschuldung der meisten Staaten weiter ansteigt, investieren private Anleger zunehmend in Gold. Aber auch Notenbanken werden ihre Abhängigkeit vom US-Dollar weiter reduzieren wollen und bauen dagegen ihre Positionen im gelben Edelmetall aus.  

Kein Geld verdienten Anlegerinnen und Anleger 2025 mit Bitcoin. Die älteste Kryptowährung vermochte ihre Rolle als digitales Gold und Hort der Sicherheit nicht zu erfüllen. Vielmehr verlor Bitcoin im Jahresverlauf 6,5 Prozent. Wie stark die Schwankungen waren, zeigte sich allein im vierten Quartal. Nach einem Allzeithoch im Oktober bei 125'000 US-Dollar kostete das digitale Asset zu Jahresende noch 87'647 USD.

Ihrer Rolle als sicherer Hafen blieben hingegen der Schweizer Franken und hiesige Staatsanleihen treu. Die Renditen für Eidgenossen mit einer Laufzeit von zehn Jahren notierten zum Jahresende hin mit 0,35 Prozent zwar auf dem Niveau von Anfang 2025, markierten aber noch im November mit 0,06 Prozent einen Jahrestiefstand und verdeutlichen damit, wie schwierig es ist, sein Geld in Franken zinsbringend anzulegen. An Sachwerten wie dividendenstarken Qualitätsaktien, Schweizer Immobilienfonds und Gold führt auch 2026 kein Weg vorbei.    

Marcel Crameri
Leiter Vermögensberatung Raiffeisenbank Siggenthal-Würenlingen