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03.03.2017

Partylaune an den Aktienbörsen – wie lange noch?

Partylaune an den Aktienbörsen – wie lange noch?

 

Obwohl oder gerade weil viele Aktienindizes auf Höchstständen notieren, ist beim Aktienengagement Vorsicht angebracht. Denn die Unterstützung sowohl von der Konjunkturfront als auch von Seiten der Zentralbanken bleibt bestenfalls überschaubar.

An den Aktienbörsen herrscht Jubelstimmung. Pünktlich zu Monatsbeginn durchbrach der Dow-Jones-Index erstmals die Schwelle von 21‘000 Punkten. Somit verzeichnete der Dow bereits in den ersten zwei Monaten des Jahres einen satten Kursgewinn von rund 7 Prozent. Eine ähnliche Entwicklung erlebte der breit gefasste S&P 500 Index, welcher mit 2‘363 Punkten nur knapp unter dem Allzeithoch vom 27. Februar dieses Jahres in den März startete.

 

Verheissungsvoller Start ins Börsenjahr

Auch diesseits des Atlantiks kann sich der Start ins neue Börsenjahr bislang sehen lassen. Der deutsche Dax? Begann den März auf seinem Allzeithoch. EuroStoxx 50? Zwar doch deutlich entfernt vom Allzeithoch, aber immerhin mit einem Kursgewinn von gut 3 Prozent während der ersten beiden Monate. Und der Schweizer SMI? Ebenfalls unterhalb des Höchststandes, dafür mit einem Anstieg von mehr als 5 Prozent.

Der Start ins Börsenjahr steht also in keinem Vergleich zum Vorjahr, als während der ersten beiden Monate die Aktienindizes teilweise regelrecht abstürzten. Der SMI etwa startete mit einem Minus von beinahe 10 Prozent in den dritten Monat. Dass man von einer solch miserablen Performance heute mehr als deutlich entfernt ist, mag mit Blick auf die Konjunkturfront durchaus eine gewisse Berechtigung aufweisen. So dürfte das Schweizer BIP trotz des mageren Wachstums von 0,1 Prozent im Schlussquartal übers ganze 2016 um rund 1,3 Prozent gewachsen sein. Das bedeutet eine deutliche Erholung nach dem durch den Wechselkurschock verursachten Dämpfer des Vorjahres.

 

Bei Aktien Vorsicht angezeigt

Vorausschauend bleibt die konjunkturelle Unterstützung für die Aktien jedoch bescheiden oder dürfte sogar leicht abnehmen. Denn obschon die globale Konjunktur im laufenden Jahr leicht an Fahrt aufnehmen sollte, dürfte in vielen Wirtschaftsräumen die Wachstumsdynamik stagnieren oder sogar leicht zurückgehen. So sollte sich in der Schweiz, in der Eurozone und in Japan das Konjunkturwachstum 2017 in etwa auf dem Niveau von 2016 halten können, während in Deutschland und in China von einem spürbar schwächeren Wachstum auszugehen ist. Einzig die USA dürfte eine deutlich zunehmende Wachstumsdynamik aufweisen.

Das konjunkturelle Umfeld deutet also nicht darauf hin, dass sich die Unternehmensgewinne derart verbessern, dass sich bei anhaltend hohen Aktienständen die Bewertungen der mit den jüngsten Kursanstiegen nochmals teurer gewordenen Aktien verbessern. Ein Ausbau des Aktien-Engagements scheint daher gegenwärtig nicht angezeigt. Mehr noch: Angesichts bereits begonnener (Fed) oder sich abzeichnender (EZB) Straffung der Geldpolitik sowie möglichen Marktturbulenzen aufgrund politischer Unwägbarkeiten ist gegenüber Aktien insgesamt eine gewisse Vorsicht angebracht. Ansonsten könnte der Partylaune bald einmal die Katerstimmung folgen.

 

Marcel Crameri

Leiter Anlageberatung Raiffeisenbank Siggenthal-Würenlingen