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Robuste Märkte trotz Nordkoreakrise
Robuste Märkte trotz Nordkoreakrise
Nach der jüngsten, weitgehend positiv überraschenden Berichtssaison ist an den Aktienmärkten etwas Gegenwind aufgekommen. Der Grund dafür liegt vor allem in der Nordkoreakrise, nachdem eine kurze Phase der Deeskalation durch einen erneuten Raketentest abrupt beendet wurde. Und nun steht auch noch der traditionell schlechteste Börsenmonat vor der Tür. Grund zur Sorge?
Mit seinen neuerlichen Provokationen sorgte der irre Kim für Fluchttendenzen aus risikoreichen Anlagen und für eine verstärkte Nachfrage nach sicheren Häfen wie Gold, den Schweizer Franken oder den japanischen Yen. Doch gerade bei den Menschen in Japan dürfte das Sicherheitsgefühl nach dem Überflug der nordkoreanischen Rakete und dem morgendlichen Sirenengeheul etwas gelitten haben. Trotz der geopolitischen Unsicherheiten dürfte sich die Rally beim Goldpreis nicht mehr nachhaltig fortsetzen. Eher ist mit Gewinnmitnahmen zu rechnen. Ähnlich verhält es sich wohl beim US-Dollar und Euro. Der Höhenflug des Euro gegenüber dem US-Dollar dürfte aufgrund von Gewinnrealisierungen vorerst ebenfalls gestoppt sein. Interessant ist, dass die Situation dazu geführt hat, dass ein durch zyklische Titel dominierter Index wie der deutsche DAX grössere Schwankungen verzeichnete als der Schweizer Leitindex mit seinen defensiven Schwergewichten.
Stabile Märkte in Europa
Abgesehen von der Nordkorea-Krise besitzen die Märkte allerdings genügend konjunkturelle Puste, um sich nach unten abzusichern. In der Eurozone werden aufgrund der Erstarkung des Euros nachteilige Währungseffekte durch die weiterhin stabile und breit abgestützte Erholung überkompensiert. Ein ähnliches Bild zeigt sich für Schweizer Aktien, welche trotz der teuren Bewertung von einem soliden Fundament profitieren dürften. Auch die Wall Street hält sich stabil und gewinnt dank überraschend guten Konjunkturdaten. Der Einfluss von Hurrikan Harvey sowie Sorgen um einen von Präsident Trump erzwungenen «Government Shutdown» auf die Märkte dürfte insgesamt gering ausfallen. Dies obwohl sich Präsident Trump weiterhin schwierig tut, seine angekündigten Infrastrukturinvestitionen und Steuererleichterungen auf den Boden zu bringen.
Auch Asien stimmt positiv
Ein Blick nach Osten zum bereits eingangs erwähnten Japan ist ebenfalls von positiven Signalen geprägt. Die Wirtschaft konnte trotz des unberechenbaren Nachbarns im zweiten Quartal deutlich zulegen und die Aktienmärkte werden durch den ultraexpansiven Kurs der Bank of Japan weiter gestützt. Auch die aufstrebenden Märkte können von der aktuellen Konjunkturaufhellung profitieren. Erfreuliche Nachrichten sind beispielsweise aus China zu vernehmen und aus Brasilien sind die Neuigkeiten trotz politischer Unsicherheiten nicht negativ. Einzig Russland fällt in dieser Vergleichsgruppe etwas ab und dürfte weiterhin an den tiefen Ölpreisen zu beissen haben. Insgesamt dürften angesichts dieses Umfeldes die Anleger dem historisch gesehen schwierigen September doch mit nicht allzu grosser Nervosität entgegenblicken.
Marcel Crameri
Leiter Anlageberatung Raiffeisenbank Siggenthal-Würenlingen