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Finanz-News August
Gefragte Schweizer Aktien
Angst und Gier führten im Juli zu erhöhten Schwankungen an den Börsen. Der defensive Schweizer Markt hat in diesem Umfeld seine Qualitäten bewiesen.
Solide Quartalszahlen, Euphorie um Künstliche Intelligenz (KI) und geopolitische Unsicherheiten prägten die Börsenschlagzeilen im Juli. Dominiert von guten Unternehmensnachrichten kletterte der Swiss Market Index (SMI) im Juli um gut 1 Prozent und erreichte zwischenzeitlich ein Rekordhoch. Inklusive Dividende liegt die Rendite seit Anfang des Jahres bei 11,3 Prozent.
Im Juli schwangen insbesondere die Aktien des Bauzulieferers Sika obenaus, sie verteuerten sich, unter anderem dank einer Erhöhung der Umsatzprognose, um gut 9 Prozent. Ebenfalls gefragt war Logitech. Obwohl der Hersteller von Computerzubehör mit Lieferengpässen kämpft, deshalb ein schwächeres Weihnachtsquartal in Aussicht stellte und die Aktien zum Monatsende hin einen Dämpfer einstecken mussten, legten die Titel im Monatsverlauf 8,4 Prozent zu. Abgabedruck verspürten dagegen die Valoren des Baustoffherstellers Amrize und des Industriekonzerns ABB.
Gewinnmitnahmen bei KI
Ebenfalls positiv entwickelte sich der Euro Stoxx 50, auch wenn er mit einer Gesamtrendite von 0,6 Prozent im Juli dem Schweizer Leitindex etwas hinterherhinkte. Etwas schwerer tat sich der US-amerikanische S&P 500, der seitwärts tendierte. Das Thema KI stand – einmal mehr – im Fokus der Anlegerinnen und Anleger, wurde aber von Gewinnmitnahmen im zuvor heissgelaufenen Halbleitersektor geprägt. Dieser büsste allein im Juli gut 20 Prozent ein. Allerdings notiert er immer noch fast 60 Prozent über dem Stand von Anfang Jahr.
Eindrückliche Performanceunterschiede gab es bei den grossen US-Technologiewerten. Dank positiv aufgenommenen Quartalszahlen legten die Titel des Softwaregiganten Microsoft fast einen Viertel zu. Darin spiegelt sich auch ein gewisser Nachholbedarf, denn seit Anfang Jahr notieren die Aktien immer noch leicht im Minus. Ebenfalls gesucht waren die Valoren von Amazon. Mühe bekundete hingegen Apple. Nachdem die Aktien des iPhone-Herstellers zunächst auf ein Allzeithoch kletterten, kam es im Nachgang zur Vorlage der Ergebnisse zu Gewinnmitnahmen. Nicht auf Touren kam Alphabet. Aufgrund der hohen KI-Investitionen rutschte der freie Cashflow erstmals seit über 20 Jahren in den negativen Bereich, was Investorinnen und Investoren enttäuscht aufnahmen.
Erhöhte Volatilität
Für Verunsicherung sorgte im Juli die erneute Eskalation im Nahen Osten. Das ständige Hin und Her erhöht nicht nur die Schwankungen an der Börse, sondern unterstreicht auch die fragile Situation, mit der Anlegerinnen und Anleger konfrontiert sind.
Die geopolitisch bedingt höheren Energiepreise kurbeln erneut die Inflation an, nachdem diese im Juni rückläufig war. Trotzdem haben die Notenbanken vorerst an ihrer Geldpolitik festgehalten. Sie befinden sich zunehmend in der schwierigen Lage, dass sie einerseits die Teuerung eindämmen sollten, gleichzeitig aber die Wirtschaft nicht abwürgen wollen.
Dass der Markt in der Tendenz mit steigenden Zinsen rechnet, zeigt die Verschiebung der Zinskurve. So sind die Kapitalmarktzinsen in der Schweiz, in Europa und den USA im Juli über das gesamte Laufzeitenband angestiegen.
Günstiges Gold
Diese höheren Zinsen verteuern das Halten von Gold und belasten dessen Attraktivität. Dennoch hat sich der Kurs im abgelaufenen Monat seitwärts entwickelt und weitgehend über der Marke von 4’000 US-Dollar pro Unze behauptet. Dieses niedrige Kursniveau erachten wir als attraktiv, zumal die Diversifikationsvorteile des Edelmetalls gerade in unsicheren Marktphasen zum Tragen kommen.
Für einmal nicht in der Gunst der Anlegerinnen und Anleger stand der Schweizer Franken. Er schwächelte gegenüber dem Euro, dem britischen Pfund, dem japanischen Yen sowie dem US-Dollar. Schweizer Investoren profitieren somit für einmal von einem Fremdwährungsgewinn. Die hiesige Valuta wegen eines schwachen Monats abzuschreiben, wäre indes falsch. Die niedrige Staatsverschuldung, die tiefe Inflation und der stabile Staatshaushalt sprechen weiterhin für einen starken Franken.
Michael Probst, Leiter Vermögensberatung, Raiffeisenbank Surbtal-Wehntal
«Dominiert von guten Unternehmensnachrichten kletterte der Swiss Market Index im Juli um gut 1 Prozent und erreichte zwischenzeitlich ein Rekordhoch. Inklusive Dividende liegt die Rendite seit Anfang des Jahres bei 11,3 Prozent.»