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Durchhaltevermögen, Hartnäckigkeit und Spass
Es braucht einen langen Atem auf dem Weg an die Weltspitze im Skirennsport. Die Raiffeisenbank Thalwil sponsert Reto und Janine Mächler, die beide im B-Kader von Swiss-Ski fahren. Auf dem Weg nach oben werden vielerlei Berechnungen angestellt. Welche Rennen soll man fahren, um wichtige Punkte zu sammeln? Auf welche Disziplinen soll man sich im Training fokussieren? Ist das Material optimal? Wer sich wie die Mächlers seit Jahren im Skizirkus bewegt, bei dem kreisen die Gedanken permanent um diese Rädchen. Es ist ein Ausprobieren bis eines Tages hoffentlich alles ineinandergreift und die Umstände passen.
Europacup oder Weltcup?
«Oftmals sind es nur Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachen», meint Reto. Er fügt an, dass man nicht immer sagen könne, was schliesslich zu einem Podestplatz führt. Mit gewisser Sicherheit absehbar sei: «Wenn es läuft, dann läuft es und man nimmt den Schwung in die nächsten Rennen mit. Es ist, als ob man auf einer Welle getragen wird.» Janine Mächler unterstreicht dies durch ihre eigene Erfahrung: «Wer aktuell bei uns Frauen im B-Kader ein exzellentes Resultat einfährt, bekommt noch an der Ziellinie das Angebot, erste Erfahrungen im Weltcup zu sammeln.»
Bei den Frauen gibt es im Weltcup immer wieder freie Startplätze. Aus taktischen Gründen werden diese aber nicht immer belegt. Der Nachwuchs muss vor allem Punkte im Europacup sammeln. Aktuell gibt es bei den Schweizer Frauen durch Ausfälle drei freie Startplätze an der Weltrangspitze, aber Janine bekräftigt: «Mein Fokus liegt im Europacup. Die Chance, sich zu qualifizieren, ist klein wenn man im Weltcup hinten mitfährt.»
Die Erwartungshaltung vor dem Starthäuschen zurücklassen
Bei den Männern ist die Konkurrenz im Skirennsport auf einem Höchststand. Reto liebt den Slalom und bezeichnet sich selbst als «Techniker». Jetzt im März will er noch einmal gute Rennen fahren. Sein Saisonziel im Slalom ist es, im Europacup wieder unter die ersten 20 oder 15 zu kommen. Selbstsicher wirft er ein: «Ich bin in den letzten Jahren immer unter die ersten 30 gefahren, obwohl die Abstimmungen bei meinem Material nicht gepasst haben.» Im Riesenslalom will Reto an den bevorstehenden FIS-Rennen weitere gute Resultate einfahren. Er hatte sich für diese Saison zum Ziel gesetzt, den Riesenslalom auf ein besseres Niveau zu bringen und fuhr über seinen Erwartungen.

«Ich konnte in diesem Winter in beiden Disziplinen wichtige Punkte sammeln und möchte aufgrund meiner Resultate in der kommenden Saison auch einige Weltcup-Rennen fahren.»
Auch Janine musste sich in dieser Saison im Riesenslalom verbessern. Am besten läuft es, meint sie, wenn man die eigene Erwartungshaltung vor dem Starthäuschen zurücklässt: «Ich habe den Riesenslalom immer einfach mitgezogen und hatte keine Erwartungen an mich», sagt sie und betont, dass sie damit lockerer gefahren sei. Janine kann ihr Ziel klar formulieren: «Michelle Gisin ist mein Vorbild. Sie ist offen und locker.» Man könne noch so verbissen kämpfen, eigentlich zähle aber: «Letztlich fahren wir alle Ski weil wir Freude daran haben. Ich möchte so werden wie Michelle Gisin, locker bleiben und zeigen, dass ich Freude am Skifahren habe und diese Freude trotz des Punktekampfes nicht aus den Augen verliere.»

«Michelle Gisin ist mein Vorbild. Sie ist offen und locker.»
Erneut durchstarten am Saisonende
An den Schweizer Meisterschaften im März fährt Reto zum Spass auch Speed und Abfahrt. Es ist der letzte grosse Event der Saison und ein freudiges Wiedersehen. Wer dabei sein will, müsse schlichtweg alle Disziplinen fahren. Die Momente des Miteinander zählen und eine entspannte Stimmung herrscht. «Wenn ich mit 70 km/h Abfahrt fahre, dann ist das natürlich ein Witz», lacht Reto. Mit den Wettkämpfen in Norwegen und Schweden starten Reto und Janine aber noch einmal durch. Dort oben ist es kalt, es herrscht Winter, die Bedingungen sowie Pisten sind gut und man sammelt letzte Punkte. Reto gerät ins Schwärmen: «Ich fahre an den Schweizer Meisterschaften Slalom und Riesenslalom und ich freue mich riesig darauf!»
Die Ziele für die kommende Saison sind formuliert
Janines Highlight der Saison ist ihr persönlicher Fortschritt im Riesenslalom, den sie auf das gleiche Niveau wie den Slalom gebracht hat. Dank der überzeugenden Resultate im Riesenslalom darf sie am Europacup mitfahren. Jetzt strebt sie danach, ihre Trainingsleistung in den Wettkämpfen abzurufen. Im Slalom will sie unter den Top 30 im Europacup bleiben und das Gleiche möchte sie auch im Riesenslalom erreichen.
Ähnlich sieht es Reto: «Ich bin in dieser Saison wieder vermehrt Riesenslalom gefahren und habe wichtige Punkte geholt. Entsprechend möchte ich nächstes Jahr im Weltcup fahren. Mein Ziel wie auch meine Herausforderung ist es, beide Disziplinen gut zu fahren und durchzuhalten.»
Während der Sommermonate wird Reto wieder vermehrt über den Schulbüchern sitzen. Er schliesst im Sommer 2025 die Berufsmaturität ab und schätzt die ruhigere Zeit, misst aber seinem Abschluss durchaus Bedeutung zu. Weiter ist er froh, im Sommer andere Hobbys zu haben: «Zum Beispiel spiele ich gerne Tennis.»
Wir wünschen Reto und Janine im März eine erfolgreiche Zeit im Norden, weiterhin viel Freude am Skirennsport und einen langen Atem.