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Hinter den Kulissen des Mitgliederanlasses «Schnaaggi Schaaggi»
Walter Huber (links), Vize-Präsident und Allrounder bei der Zürcher Museums-Bahn
Walter Huber lebt seine Faszination für die Eisenbahn mit voller Hingabe. Als Vizepräsident der Zürcher Museums-Bahn (ZMB) ist er nicht nur Rangierlokführer, sondern auch Koch, Koordinator, Techniker und Kassier. Seine Erzählungen zeigen, wie viel Herzblut und Teamarbeit hinter einer historischen Zugfahrt wie beim Mitgliederanlass «Schnaaggi Schaaggi» stecken.
Die ZMB ist ein lebendiges Zeugnis der Industriekultur – und Walter Huber gehört zu den engagierten Freiwilligen, die sie mit Herz und Fachwissen am Leben erhalten. Seine Leidenschaft für die Eisenbahn begann schon in der Kindheit, doch erst ein Inserat in der Zeitschrift LOKI brachte ihn 1997 zur ZMB. Nach einem intensiven Kurs wurde er Privat-Lokführer und ist seither mit voller Hingabe dabei. Besonders freute er sich, mit der «Schnaaggi Schaaggi» bereits zum vierten Mal für die Raiffeisenbank Thalwil unterwegs gewesen zu sein – und gewährt spannende Einblicke hinter die Kulissen.
Ein Dampfzug braucht Spezialisten
Um eine Dampflokomotive wie die «Schnaaggi Schaaggi» fahren zu lassen, braucht es vor allem eines: qualifiziertes Personal. Lokführer, Heizer und Zugsicherung müssen speziell ausgebildet sein – meist sind es Berufseisenbahner, die ihre Freizeit der ZMB widmen. Die gesetzlichen Arbeitszeitregelungen sind streng, auch für Ehrenamtliche. So darf etwa ein Lokführer nur einen Sonntag pro Monat im Einsatz sein.
Neben dem technischen Personal braucht es auch Helfer:innen für den Gastrobereich, damit die Gäste während der Fahrt kulinarisch versorgt sind. Insgesamt waren beim Mitgliederanlass acht Freiwillige seitens ZMB im Einsatz – drei auf der Lok, fünf für den Zug und den Service.
Die Planung der ZMB für den Mitgliederanlass begann rund ein Jahr im Voraus. Die Abstimmung mit der Raiffeisenbank Thalwil, die gesamte Personalkoordination und die finale Organisation etwa zehn Tage vor dem Event zeigen, wie strukturiert und engagiert das Team arbeitet. Walter Huber selbst schreibt sich Aufgaben auf Zettel und arbeitet sie systematisch ab.
Die Dampflokomotive zum Leben erwecken
Am Tag selbst begann die Arbeit bei der ZMB früh – um 6:30 Uhr wurde die Dampflokomotive angeheizt. Dabei durchlief sie drei Stufen: Holzfeuer, Holzkohle und schliesslich Kohlefeuer. Die Temperaturen stiegen auf 800°C und mehr. Der Druck im Kessel musste kontrolliert aufgebaut werden, bis er 12 Bar erreichte. Dann wurde die Lok geschmiert, getestet und an den Zug gekoppelt. Insgesamt dauerte dieser Prozess rund 3,5 Stunden.
Nach der Rückkehr beim Bahnhof Sihlwald begann die Nachbereitung: Die Wagen wurden versorgt, die Rauchkammer von Kohleresten befreit, Wasser nachgefüllt und der Kamin geschlossen. Früher war dies bei jedem Zug Standard – heute ist es ein liebevoll gepflegtes Ritual.
Schritt für Schritt wird die «Schnaaggi Schaaggi» vorbereitet:
Eine Herzensangelegenheit
Für Walter Huber ist es ein Herzensanliegen, dass die ZMB weiterlebt. Dafür braucht es Menschen, die sich mit Begeisterung einbringen – sei es regelmässig oder punktuell. Die ZMB ist ein Ort, an dem Geschichte lebendig und Gemeinschaft grossgeschrieben wird. Walter Huber erzählt: «Die ZMB bewahrt Industriekultur im Familienbereich. Sie zeigt, wie Energie in Bewegung umgesetzt wird – sichtbar, riechbar, spürbar.» Die Fahrten seien ein Erlebnis für alle Sinne. «Es fühlt sich an wie eine Zeitreise – so authentisch und stimmungsvoll ist das Ganze», fügt er begeistert an.
Fehlendes Personal als grosse Herausforderung
Die grösste Herausforderung ist laut Walter Huber das Personal. Dann folgen die Reparaturen, die oft sehr kostspielig sind. So sucht die ZMB immer wieder Freiwillige, denn ohne diese ehrenamtlichen Tätigkeiten ist der Betrieb der ZMB nicht möglich.
Walter Huber und die ZMB zeigen eindrücklich, wie viel Einsatz, Wissen und Leidenschaft nötig sind, um solche speziellen Erlebnisse zu ermöglichen. Die Raiffeisenbank Thalwil schätzt das Engagement der ZMB für unsere Region sehr und bedankt sich herzlich für die langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit.
Interessiert an einem ehrenamtlichen Engagement bei der ZMB?
Die ZMB bietet zahlreiche Möglichkeiten für ein Engagement:
- Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter
- Chef de Service oder Mithilfe im Speisewagen
- Köchinnen und Köche für die fahrende Küche
- Souvenirverkauf im Kiosk oder im Zug
- Handwerklich Interessierte für den Unterhalt der Wagen und Loks
Wer kann mitmachen?
Freude ist die wichtigste Voraussetzung. Freude daran, im Team etwas zu bewegen. Wer unkompliziert ist, sich gerne engagiert und keine Scheu vor etwas Schmutz hat, ist bei der ZMB willkommen. Technische Erfahrung oder praktische Fähigkeiten, etwa beim Grillieren, sind hilfreich, aber nicht zwingend notwendig.
Viele Aufgaben erfordern keine Spezialkenntnisse – jede helfende Hand zählt. Besonders gefragt sind Einsätze im Zugbetrieb, Catering und Souvenirverkauf. Auch einzelne, nicht regelmässige Einsätze sind sehr willkommen.
Einfach mal reinschauen
Wer sich für ein Engagement interessiert, kann sich unkompliziert per E-Mail bei Walter Huber (walter.huber@museumsbahn.ch) melden. Nach einem ersten Austausch folgt ein Kennenlernen – idealerweise bei einer Fahrt am Sonntag.