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Reto Mächler gewinnt an Schweizermeisterschaften in Zinal Kombinations-Gold
Wegen einer Knieverletzung musste Reto Mächler pausieren und konnte erst mit einem grossen Trainingsrückstand die neue Saison in Angriff nehmen. Gut zwei Wochen später, am 17./18. Dezember, startete er an den Schweizer Meisterschaften in Zinal durch: Gold in der alpinen Kombination. Vom neuen Mitglied im C-Nationalkader konnte dies so nicht erwartet werden. «Aufgrund meiner Trainingszeiten durfte ich optimistisch sein, einen Startplatz zu erhalten», meint der überglückliche Sieger, «schon im Super-G lief es gut, danach habe ich gedacht, es könnte am folgenden Tag im Slalom etwas drinliegen.» Nun zählt Thalwil den ersten Schweizer Meister Alpine Kombination zu seinen Söhnen. Wir gratulieren zu diesem grossartigen Erfolg und freuen uns, Reto Mächler weiterhin finanziell und ideell zu unterstützen.
Reto Mächler hat für die Speed-Disziplin Super-G kaum trainiert, denn der Fokus legt er auf technische Disziplinen. Aber die Videoanalysen mit seinem Trainer Reto Grieshofer haben dabei geholfen, die kleinen Fehler auszumerzen, die sich zu einem Rückstand aufsummieren. «Die Zeitunterschiede sind immer knapp, und da machen die kleinsten Unterschiede und Fahrfehler eben die Differenz aus», meint der Rennfahrer. «Wenn ich oben im Starthaus stehe, muss ich alles ausblenden, um mein Potenzial abrufen zu können. Meine Konkurrenten sind ja auch schnell unterwegs, da darfst du nichts anderes im Kopf haben! Das Risiko einer Verletzung ist mir schon bewusst, aber richtig Gas geben und schnell durch die Stangen zu ziehen, ist eben meine Leidenschaft.»
Als Kombi-Sieger einer Schweizer Meisterschaft wird er nun vom Umfeld etwas anders wahrgenommen: nicht mehr als Jungspund, sondern als ernsthafter Gegner, den es erst einmal zu schlagen gilt. «Die Goldmedaille ist mein erster grosser Erfolg, seit ich im C-Kader bin – neben dem Schweizer Meistertitel U18 im Riesenslalom. Das macht mich sehr stolz», erklärt Reto Mächler.
«Ich bin mit meinen Erwartungen schon etwas zurückhaltender und bodenständiger geworden. Früher wollte ich gleich alles gewinnen – ich musste lernen, von Rennen zu Rennen zu schauen und auch Resultate zu schätzen, bei denen es nicht top gelaufen ist. Jeder Weg bis ganz nach oben ist lang und besteht aus lauter kleinen persönlichen Siegen – aber auch aus Niederlagen, aus denen ich nur lernen kann.»
Der Kalender in der kurzen Wintersaison ist dicht gepackt, praktisch jede Woche stehen Rennen an, dazwischen die Konditions- und Schneetrainings. Die vergangenen Resultate in Retos Kategorie lassen hoffen. Im Slalom Adelboden: bester Schweizer. Im Slalom der U21 in Gstaad: bester Schweizer. In Val Cenis die beiden ersten Europacup-Slaloms. Und in der Kombination in Davos schaute wieder ein zweiter Platz heraus. Grosse Spannung jetzt vor dem Europacup-Rennen Mitte Februar!
Retos Saisonziel sind die Junioren-Weltmeisterschaften, die am 27./28. März in Bansko stattfinden. 60 bis 70 Fahrer kämpfen um die vier Startplätze der Schweiz, vielleicht um die 15 Fahrer habe eine reelle Chance. «Dafür gebe ich alles, ich muss bis dann einfach liefern, um einen Startplatz zu erhalten.» Die Medaillen werden in den Disziplinen Super-G, Riesenslalom und Slalom vergeben.
Wie fühlt es sich an, Skirennen in Corona-Zeiten zu fahren? «Ich bin immer mit dem gleichen Kollegen im Zimmer, wir achten alle auf Abstandsregeln und tragen ausserhalb der Rennen immer Maske», sagt Reto, «zudem bin ich schon häufig mit einem Nasenabstrich getestet worden. Etwas zermürbend ist die Unsicherheit und die fehlende Planung, wir müssen alle von Woche zu Woche schauen.»
«Jedes Rennen ist ein Geschenk, das sollte man auch so sehen. Unsicherheiten erfordern eine hohe Flexibilität, starke Nerven und Offenheit für veränderte Umstände.» Reto erarbeitet sich neben seiner grossen Leidenschaft, dem Skisport, mit einem Teilzeit-KV ein zweites Standbein. «Die Gesundheit steht an oberster Stelle, aber die finanzielle Belastung ist schon hoch», meint Reto ohne zu klagen. «Man verschwendet seine Gedanken auch mal an die finanzielle Zukunft», gesteht er ein.
Diese Einstellung ist sehr löblich. Denn wie wichtig diese Gedanken rund um die finanzielle Zukunft sind, bestätigen auch Weltcup-Skiasse – unter anderem Mauro Caviezel…