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- Vorsorgen & Anlegen
Anlageguide April 2026: Geopolitische Spannungen dominieren das Anlageumfeld
- Iran-Krieg sorgt für Unsicherheit: Energiepreise, Inflation und Zinsen schiessen in die Höhe
- An den Finanzmärkten ist weiterhin mit erhöhten Schwankungen zu rechnen
- Anlegerinnen und Anleger sollten von zu viel Aktivismus absehen und an der langfristigen Anlagestrategie festhalten
- Raiffeisen bleibt aufgrund der Unsicherheiten anlagetaktisch defensiv ausgerichtet
St.Gallen, 31. März 2026. Der Iran-Krieg belastet die globale Konjunktur. Der Erdölpreis ist seit Jahresbeginn von 60 auf rund 110 US-Dollar pro Barrel gestiegen – ein Anstieg von rund 80 Prozent. Hauptgrund dafür ist die Sperrung der Strasse von Hormus, über die mehr als ein Fünftel der globalen Öl- und Gasproduktion transportiert wird. Je länger die Sperrung dauert, desto stärker werden die Folgen zu spüren sein. Das eingeschränkte Angebot und die geopolitische Unsicherheit treiben nicht nur Energiepreise, sondern auch Inflation und Zinsen weltweit nach oben. Besonders stark betroffen sind Länder, die fossile Energie importieren, darunter viele europäische Staaten, Japan, China und Indien. Die wirtschaftliche Erholung in Europa droht dadurch erneut ins Stocken zu geraten. Die geopolitische Lage lässt kurzfristig kaum auf Entspannung hoffen. Entsprechend bleibt die Marktvolatilität hoch.
Einstiegsgelegenheiten selektiv prüfen
Viele Anlegerinnen und Anleger stellen sich derzeit die Frage, ob sich nach dem jüngsten Kursrückgang «Buy the Dip» lohnt – also der Kauf von Wertpapieren bei sinkenden Kursen, in der Erwartung, dass sich die Märkte rasch erholen. Diese Strategie hat sich seit der Pandemie wiederholt ausbezahlt, denn mehrfach wurden Korrekturen rasch wieder wettgemacht. Im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Seit dessen Ausbruch hat der globale Aktienmarkt – gemessen am Weltaktienindex – rund sechs Prozent an Wert verloren. Historisch betrachtet ist dieser Rückgang moderat: Während der Ölkrise ab 1973 sowie im Zweiten Golfkrieg ab 1990 lagen die Kursverluste jeweils bei über 20 Prozent. Die aktuelle Entwicklung deutet darauf hin, dass die Finanzmärkte weiterhin auf ein rasches Ende des Konflikts setzen. Vor diesem Hintergrund beurteilt Matthias Geissbühler, Chief Investment Officer bei Raiffeisen Schweiz, grössere Zukäufe derzeit als verfrüht: «Es empfiehlt sich jedoch, Anlagechancen aufmerksam zu beobachten und sich gedanklich wie strategisch auf mögliche Einstiegsgelegenheiten vorzubereiten.»
Defensive Ausrichtung
Aufgrund der erneut gestiegenen geopolitischen Unsicherheiten bleibt Raiffeisen anlagetaktisch defensiv positioniert. Aktien von Unternehmen aus Schwellenländern sowie Hochzinsanleihen wurden zuletzt reduziert. Sowohl bei Obligationen als auch Aktien sind wir leicht untergewichtet. Übergewichtet bleiben wir bei Gold und Schweizer Immobilienfonds.
Über den Raiffeisen Anlageguide
Im monatlichen Anlageguide beleuchtet Matthias Geissbühler, Chief Investment Officer bei Raiffeisen Schweiz, zusammen mit seinem Team die aktuelle Lage an den Finanzmärkten und die Implikationen auf die verschiedenen Märkte und Anlageklassen. Zudem widmet sich der Anlageguide im Fokusteil jeden Monat einem aktuellen Thema, welches die Finanzmärkte beschäftigt, und liefert spannende Hintergrundinformationen dazu. Mehr zum Anlageguide sowie weitere Markteinschätzungen finden Sie unter raiffeisen.ch/anlageguide.