Vermögensverwaltung – mehr Durchblick, weniger Aufwand

Portfolio Manager Report 3. Quartal 2019

Eine weltweit koordinierte Stützungsaktion der Notenbanken, eine Annäherung im Handelsstreit und der Ausblick auf fiskalische Stützungsmassnahmen stärkten jüngst das Vertrauen in die Börsen. Seit Jahresbeginn notieren alle Anlageklassen im Plus.

 

Kernbotschaften

Kernbotschaften Podcast Vermögensverwaltung 2. Quartal 2019
  • Fed und EZB haben (vorsorglich) die Leitzinsen gesenkt – die SNB hat jedoch nicht mitgemacht und setzt weiterhin auf Devisenmarktinterventionen.
  • Die Konjunktur findet allmählich einen Boden – insbesondere der Konsum stützt zurzeit die Wirtschaft.
  • Europäische Aktien haben dies grösstenteils eingepreist und dürften von einer Rotation hin zu «Value»-Aktien profitieren – wir stufen die Region auf «neutral» hoch.

  

Performance

Anlageklassen im Vergleich für das 3. Quartal 2019

Quelle: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz

 

Konjunktur

In puncto Konjunktur beobachten wir Licht am Ende des Tunnels. Die Einkaufsmanagerindizes scheinen sich auf tiefem Niveau zu stabilisieren und einige Datenpunkte überraschten jüngst wieder positiv. Auch die leichten Entspannungssignale im Handelskrieg sind positiv zu werten. Derweil haben die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank (EZB) im September erneut an der Zinsschraube gedreht. Über den weiteren Zinskurs sind sich die Akteure aber immer weniger einig und die Hürden für weitere Lockerungsaktionen werden höher. Der künftige Zinspfad dürfte stark von den weiteren Makrodaten und der Entwicklung im Handelskonflikt abhängig sein. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat sich dem Trend zu noch tieferen Zinsen bei ihrer jüngsten geldpolitischen Lagebeurteilung jedoch nicht angeschlossen. Der Druck auf den Schweizer Franken hat zuletzt etwas nachgelassen, so dass die SNB vorerst bei der bewährten Deviseninterventionstaktik bleiben dürfte. Tatsache ist aber auch, dass der Euro mit der Ausweitung der Negativzinsen nun nochmals unattraktiver geworden ist. Der Schweizer Franken dürfte daher stark bleiben.

Rückblick

Die Kapitalmärkte haben sich in den letzten neun Monaten trotz der schwächeren Konjunktur überraschend stark entwickelt. Mit Ausnahme des Geldmarktes weisen sämtliche Anlageklassen eine positive Performance in Schweizer Franken auf. Der Schweizer Aktienmarkt führt die Liste seit Jahresbeginn nach wie vor an. Gold hat jedoch in den letzten Monaten mit einer beachtlichen Rally aufgeschlossen. Das gelbe Metall war einer der grössten Profiteure von immer weiter sinkenden Zinsen, der schwachen Konjunktur und geopolitischen Unsicherheiten. In Gold sind wir derzeit «neutral» investiert. Zwar billigen wir Gold mittelfristig durchaus weiteres Kurspotenzial zu, aber kurzfristig wird die Luft nun erst einmal dünner. In Schweizer Immobilienfonds sind wir übergewichtet investiert. Diese profitieren ebenfalls von den tiefen Zinsen. Derweil haben sich die Anleiherenditen zuletzt deutlich erholt und verfügen im Falle einer Stabilisierung der Konjunktur über weiteres Aufwärtspotenzial. Längerfristig bleiben Obligationen deshalb unattraktiv, weshalb wir die Obligationen in den Portfolios weiter auf «stark untergewichten» reduziert haben.

 

Ausblick

Ein wirtschaftlicher Abschwung auf breiter (regionaler) Front ist weiterhin nicht unser Basisszenario. Wir erwarten für die Leitwirtschaft der Vereinigten Staaten und auch für die Schweiz 2019 schwächere, aber dennoch klar positive Wachstumsraten. Zwar hat die Konjunktur in Europa noch keinen Boden gefunden, dies ist jedoch in den Aktien grösstenteils eingepreist. Eine temporäre Bodenbildung bei den Anleiherenditen sowie die zuletzt zu beobachtende Rotation von defensiven Aktiensektoren und Wachstumstiteln hin zu zyklischen und günstig bewerteten Titeln sprechen für europäische Aktien. Diese Region haben wir deshalb per Ende September auf «neutral» hochgestuft. Bei Japan nehmen wir dagegen nach dem guten Lauf der jüngsten Zeit Gewinne mit und stufen die Region neu mit «leicht untergewichten» ein. Insgesamt bleiben wir in Aktien weiterhin «neutral» investiert.