Vorsorge planen

Vorsorgekonto oder Vorsorgefonds? Eine gute und entscheidende Frage!

Raiffeisen bietet Ihnen die Wahl, ob Sie Ihre Säule 3a lieber auf ein Konto einzahlen oder in Fonds investieren wollen. Die meisten Menschen verbinden mit der Kontolösung mehr Sicherheit und mit Fonds mehr Rendite bei gleichzeitig höherem Risiko. Aber ist das wirklich immer so? Wir zeigen Ihnen, wann welche Vorsorgelösung sinnvoll ist.

Sicherheit vs. Rendite – die ganze Wahrheit?

Beim Vorsorgekonto haben Sie die Garantie, dass die angesparte Summe erhalten bleibt. Die Zinsen bewegen sich momentan jedoch auf einem sehr tiefen Niveau. Das heisst: Ihr Vermögen vermehrt sich praktisch nur durch Ihre Einzahlungen. Diese Vorsorgeform eignet sich vor allem dann, wenn Sie z.B. in den nächsten fünf Jahren einen Hauskauf planen und dafür Geld aus der gebundenen Vorsorge beziehen möchten. Beträgt Ihr Anlagehorizont jedoch mehr als fünf Jahre, lohnt sich ein Blick auf andere Anlageformen für Ihr Vorsorgegeld, z.B. ein Anlagefonds.

 

Was ist ein Vorsorgefonds?

Ein Vorsorgefonds besteht aus Aktien, Obligationen, Geldmarktanlagen usw. Mit einer Investition in einen Vorsorgefonds kaufen Sie Anteile dieses Anlagekorbs, der in eine Vielzahl von einzelnen Anlagen investiert. Durch die breite Streuung verteilt sich das Risiko. Die Zahlen der Vergangenheit belegen zudem: Wer einen Zeithorizont von 10 Jahren und mehr mitbringt, wird sein Vermögen mit einem Vorsorgefonds mit hoher Wahrscheinlichkeit vermehren. Das bedeutet, dass z.B. der schlechte Geschäftsgang eines einzelnen Unternehmens nur eine geringfügige Auswirkung auf Ihr Vermögen hat. Die Wertenwicklung des Fonds bewegt sich jedoch mit dem Verlauf der Wirtschaft resp. mit den Finanzmärkten. Geht es der Wirtschaft schlecht und Durchleben die Finanzmärkte eine Schwächephase, verliert der Fonds tendenziell auch.

 

Wie hoch ist das Risiko von Vorsorgefonds?

Vorsorgefonds bieten Ihnen die Chance auf höhere Renditen. Ihr Vermögen ist dabei zwar gewissen Schwankungen ausgesetzt. Doch die überwiegende Mehrheit aller Vorsorgenden hat noch Jahrzehnte vor sich, bis sie ihr Geld beanspruchen wird. In diese Zeit fallen Börsencrashs, Korrekturen – aber auch Zeiten, in denen die Aktienmärkte steigen. Auf lange Sicht haben sich die Börsenkurse bisher immer nach oben bewegt. Wer einen Zeithorizont von 10 Jahren und mehr mitbringt, wird mit Anlagefonds also mit hoher Wahrscheinlichkeit dafür sorgen, dass sich sein Vermögen vermehrt.

 

Ist ein Vorsorgekonto sicherer als ein Vorsorgefonds?

Das kommt – wie fast immer im Leben – auf die Umstände an. Über die Jahre sorgt die Teuerung dafür, dass Sie für gleich viel Geld immer weniger kaufen können. Vermehrt sich Ihr Geld mangels Zinsen kaum, ist das Geld auf dem Konto also irgendwann spürbar weniger wert. Salopp gesagt bietet Ihnen das Konto in Zeiten tiefer Zinsen die Sicherheit, dass Sie mit Ihrem Geld immer weniger kaufen können. So gesehen birgt auch ein Vorsorgekonto durchaus Risiken.

 

Fazit
 

Fazit: Wer einen längerfristigen Zeithorizont hat, wird mit Anlagefonds also mit hoher Wahrscheinlichkeit dafür sorgen, dass sich sein Vermögen vermehrt.

 

Haben Sie spezifische Fragen zur Vorsorge mit Fonds? Wir beantworten diese gerne. 

Warum haben dann nicht alle Menschen Vorsorgefonds?

Hier kommt die Psychologie ins Spiel: Der Mensch gewichtet mögliche Verluste in der Regel doppelt so hoch wie einen möglichen Gewinn. Dies führt dazu, dass uns die Angst vor kurzfristigen Verlusten davon abhält, einen Vorsorgefonds zu kaufen, der uns in ferner Zukunft einen Gewinn in Aussicht stellt. Diese Taktik mag uns in der Steinzeit vor einem knurrenden Magen bewahrt haben. Aber für die Vorsorge ist diese kurzfristige Denkweise ein schlechter Ratgeber.

 

Was muss ich von der Börse verstehen, um Vorsorgefonds zu besitzen?

Die gute Nachricht: Sie müssen weder einzelne Aktien handeln noch irgendwelche Kurse überwachen. Das erledigen die Anlagespezialisten für Sie. Wichtig ist, dass Sie sich der Risiken, die Sie eingehen, genau bewusst sind. Im Rahmen einer Vorsorgeberatung oder Finanzplanung erklären wir Ihnen die Chancen und Risiken einer Anlage in Vorsorgefonds genau. Je nach Ihrem persönlichen Risikoprofil gibt es verschiedene Abstufungen von Fondsanlagen, die exakt Ihren Bedürfnissen entsprechen.

 

Welche Möglichkeiten gibt es, in Vorsorgefonds zu investieren?

Beim Vorsorgen mit Fonds wählen Sie, ob Sie eine bestimmte Geldsumme oder regelmässig kleinere Beträge einzahlen möchten. Beim sogenannten Vorsorge Fonds-Sparplan können Sie monatlich, quartalsweise, halbjährlich oder jährlich investieren. Mit kleineren Beträgen, die Sie regelmässig einzahlen, sind Sie flexibel und Sie haben sogar noch den Vorteil, allfällige Kursschwankungen auszugleichen. Auch Einzahlungspausen sind jederzeit möglich. So bauen Sie auch mit kleinen Beträgen systematisch ein Vorsorgekapital für überüberübermorgen auf.

  

Horten oder säen? Der Unterschied von Vorsorgekonto und Vorsorgefonds am einfachen Beispiel erklärt

Am einfachen Beispiel erklärt: Horten oder säen?

Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten auf einem Bauernhof und Ihr Lohn wird Ihnen in Weizen ausbezahlt. Sie haben zwei Möglichkeiten:

Horten

Sie verwenden 90 % des Weizens, um damit Brot zu backen - von irgendetwas müssen Sie ja leben. Den Rest des Weizens füllen Sie in Säcke ab und lagern ihn in einem sicheren Kornspeicher.

Säen

Sie verbrauchen ebenfalls 90 % für den Eigenbedarf, den Rest jedoch säen Sie auf Ihrem Feld aus. In guten Jahren ernten Sie mehr, als Sie ausgebracht haben, und Ihr Kornspeicher füllt sich. In weniger guten Jahren kann die Ernte auch einmal weniger üppig ausfallen.

Und weil Ihnen das Landleben so gut gefällt, machen Sie das nun Jahr für Jahr. Schauen wir uns an, wie sich die beiden Strategien in ein paar Jahrzehnten auswirken:

Horten (Sparen) = nach 30 Jahren 3 Jahresrationen

Mit der Strategie «Horten» kommen nach 30 Jahren lediglich 3 Jahresrationen Weizen zusammen.

Legen Sie jedes Jahr einen Zehntel Ihres Lohns auf die Seite, haben Sie nach 10 Jahren eine Jahresration Weizen im Speicher. Nach 20 Jahren entsprechend zwei und nach 30 Jahren drei Jahresrationen – minus das, was Ihnen die Mäuse weggefressen haben.

Säen (Anlegen) = nach 30 Jahren über 6,6 Jahresrationen

Mit der Strategie «Säen» kommen über den gleichen Zeitraum von 30 Jahren über 6,6 Jahresrationen Weizen zusammen.

Vermehrt sich Ihr ausgesäter Weizen um nur 5 % pro Jahr, haben Sie nach 10 Jahren einen Viertel mehr Weizen im Speicher, als wenn Sie diesen bloss beiseitegelegt hätten. Nach 20 Jahren wären es schon 3,3 Jahresrationen, und nach 30 Jahren blieben Ihnen über 6,6 Jahresrationen.

Fazit

Fazit: Nach 30 Jahren haben Sie mit der Strategie «Säen» mehr als das Doppelte an Weizen zur Verfügung, als wenn Sie diesen einfach beiseitegelegt hätten.

Damit wäre nun eigentlich klar, für welche Strategie Sie sich entscheiden würden – oder doch nicht? Sprechen Sie mit uns über Ihre Ziele, wir zeigen Ihnen die optimale Lösung.

 

 

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