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26.03.2026

Raiffeisen Vorsorgeguide: Anlegen ist Vorsorgen

  • Anlegen wird für den Vermögensaufbau immer zentraler
  • Start im Kindesalter schafft finanziellen Spielraum – in allen Lebensphasen
  • Drei-Topf-Strategie ermöglicht strukturiertes Anlegen passend zum Anlagehorizont

St.Gallen, 26. März 2026. Vermögen entsteht nicht über Nacht. Es wächst über die Jahre und ist das Ergebnis bewusster Entscheidungen in allen Lebensphasen – vom ersten Sparfranken über den Vermögensaufbau im Erwerbsalter bis zur Weitergabe an die nächste Generation. Doch aufgrund stetig steigender Lebenserhaltungskosten, längerer Lebenserwartung und aktuellem Tiefzinsniveau, reicht sparen heute allein oft nicht mehr aus, um Vermögen aufzubauen. Anlegen wird deshalb als Instrument für den langfristigen Vermögensaufbau immer zentraler.

 

Früher Start lohnt sich

Eltern können bereits mit kleinen monatlichen Beträgen den Grundstein für die finanzielle Zukunft ihres Kindes schaffen. Wer früh mit dem Anlegen startet, kann über die Jahre ein beträchtliches Vermögen für seine Kinder aufbauen. Dabei gilt: Je früher und je höher der Aktienanteil, desto mehr profitiert man vom Zinseszinseffekt. Zahlt man beispielsweise ab Geburt für sein Kind 100 Franken pro Monat in einen Fonds-Sparplan mit hoher Aktienquote ein, wächst das Vermögen bei einer jährlichen Nettorendite von fünf Prozent in 20 Jahren auf über 41'000 Franken. Davon stammen mehr als 17'000 Franken aus Rendite. Zum Vergleich: Ein Sparkonto mit 0,5 Prozent Zins bringt im selben Zeitraum nur etwa 1'200 Franken Ertrag. Tashi Gumbatshang, Leiter Kompetenzcenter für Vermögens- und Vorsorgeberatung bei Raiffeisen Schweiz, rät daher: «Es lohnt sich, Geldgeschenke, zum Beispiel von Grosseltern und Paten, sowie eigene Beiträge mit einem monatlichen Dauerauftrag konsequent anzulegen. So entsteht über die Jahre ein finanzielles Polster für Berufsausbildung, Studium oder Auslandaufenthalt des Kindes.»

 

Vermögen aufbauen mit Drei-Topf-Strategie

Im Erwerbsalter steht der gezielte Vermögensaufbau im Vordergrund. Unabhängig von der Lebenssituation ist es ratsam, ein Mal pro Jahr eine systematische Gesamtschau der eigenen Finanzen vorzunehmen. Sie schafft Transparenz über freies Vermögen wie etwa Konten, Wertschriften, Edelmetalle oder Kryptowährungen. Zudem gibt sie einen Überblick über Immobilienvermögen sowie gebundene Vorsorgegelder in der Pensionskasse oder der Säule 3a. Auf dieser Basis lässt sich ein realistisches Budget erstellen, das zeigt, welche Ausgaben anfallen und welcher Betrag als Sparquote für den Vermögensaufbau investiert werden kann. Wer Vermögen aufbauen will, sollte seine Ersparnisse so anlegen, dass die Finanzplanung kurz-, mittel- und langfristig aufgeht. Bewährt hat sich dafür die sogenannte Drei-Topf-Strategie, mit der Ziele strukturiert und das Vermögen passend zum Anlagehorizont investiert wird. Für die meisten eignet sich eine Aufteilung in flüssige Mittel, mittelfristige Anlagen und langfristige Investments. Die Grösse der einzelnen Töpfe und die gewählte Anlagestrategie hängen immer von individuellen Zielen, Lebensumständen und dem Sicherheitsbedürfnis ab.

 

Vermögensverzehr im Ruhestand planen

Mit der Pensionierung verschiebt sich der Fokus vom Aufbau zur Sicherung des eigenen Vermögens und zum planbaren Verzehr. Ziel ist es, dass das Gesamtvermögen den gewünschten Lebensstandard bis ans Lebensende sichert. Tashi Gumbatshang betont: «Insbesondere für Personen, die ihr Pensionskassenguthaben als Kapital beziehen, ist eine sorgfältige Vermögensplanung essenziell. Sie tragen Anlage- und Langlebigkeitsrisiken selbst und müssen die Verantwortung für ihr Geld aktiv wahrnehmen.» Eine durchdachte Anlagestrategie kann den Vermögensverzehr verlangsamen und im Idealfall langfristig Vermögen erhalten oder sogar aufbauen. Auch im Ruhestand empfiehlt es sich, bei Anlagen auf die Drei-Topf-Strategie zu setzen. Während ein Teil des Vermögens jederzeit als Reserve verfügbar bleibt, wird ein zweiter Teil defensiv angelegt, um den planbaren Lebensunterhalt der nächsten Jahre abzusichern. Der dritte Topf kann langfristig mit höherem Aktienanteil investiert werden und dient dem Vermögensaufbau und Werterhalt sowie gegebenenfalls der Weitergabe an die nächste Generation.