Newsflash Nachlass- und Finanzplanung

Wichtigste Neuerungen ab Steuerjahr 2018

Drucken

Ab Steuerjahr 2018 gibt es sowohl beim Bund als auch in zahlreichen Kantonen wichtige Neuerungen. Nachfolgend werden die wichtigsten Neuheiten ohne Anspruch auf Vollständigkeit erläutert. Ausserdem werden bevorstehende Reformen oder Abstimmungen aufgeführt, um zukünftige Entwicklungen abschätzen zu können.

Ausgabe 01/2018 – Newsflash Finanz- und Nachlassplanung

Bund

Berufsbedingte Fahrkosten (Pendlerabzug)

Seit 01.01.2016 sind die gesetzlichen Neuerungen im Zusammenhang mit der Finanzierung und dem Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI) beim Bund und in verschiedenen Kantonen in Kraft.

Weitere Kantone haben in der Zwischenzeit ihr kantonales Steuergesetz angepasst und die berufsbedingten Fahrkosten bzw. den Pendlerabzug begrenzt (Stand 01.01.2018):

Kanton   Begrenzung
Bund   CHF 3'000
Aargau (ab 01.01.2017) CHF 7'000
Appenzell AR   CHF 6'000
Basel-Landschaft (ab 01.01.2017) CHF 6'000
Basel-Stadt (ab 01.01.2017) CHF 3'000 
Bern   CHF 6'700 
Genf   CHF 500
Luzern (ab 01.01.2018) CHF 6'000 
Nidwalden   CHF 6'000
Obwalden (ab 01.01.2019) 2) offen
Schaffhausen (ab 01.01.2017) CHF 6'000
Schwyz (ab 01.01.2017) CHF 8'000
St. Gallen (ab 01.01.2017) 1) CHF 3'860
Thurgau   CHF 6'000
Zürich (ab 01.01.2018) CHF 5'000


1)
Preis GA Erwachsene, 2. Klasse für 1 Jahr.

2) Im Frühjahr im Kantonsparlament traktandiert.

Alle anderen Kantone verzichten nach wie vor komplett auf eine Beschränkung des Pendlerabzuges.

 

Automatischer Informationsaustausch (AIA)

Die Rechtsgrundlagen für die Einführung eines globalen Standards für den AIA sind seit 01.01.2017 in Kraft. Damit soll die Steuertransparenz erhöht und die grenzüberschreitende Steuerhinterziehung verhindert werden. Im Herbst 2018 werden zwischen den ersten 38 Partnerstaaten erstmals die gesammelten Kontoinformationen (Name, Adresse, Geburtsdatum, Kontonummer, Saldo u.a.) ausgetauscht. Per 01.01.2018 sind weitere 40 Partnerstaaten (einschliesslich Hongkong und Singapur) hinzugekommen, mit denen der Austausch der Kontoinformationen erstmals im Herbst 2019 erfolgt. Mehr …

Nach Ansicht der Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) besteht ab Zeitpunkt des Austausches der Kontoinformationen zwischen den Partnerstaaten Kenntnis für die dem AIA unterliegenden Steuerfaktoren, so dass deren Anzeige nicht mehr aus eigenem Antrieb erfolgt. Deshalb ist anschliessend eine straflose Selbstanzeige für solche Einkommensfaktoren nicht mehr möglich. Mehr …

 

Anpassung Mehrwertsteuersätze

Ende 2017 läuft die Zusatzfinanzierung der IV durch die MWST um 0.4 % aus. Gleichzeitig erhöhen sich per 01.01.2018 die Sätze um 0.1 % aufgrund FABI. Mehr …

 

Vereinfachtes Abrechnungsverfahren AHV

Mit der Teilrevision per 01.01.2018 wurde der Anwendungsbereich des vereinfachten Abrechnungsverfahrens eingeschränkt. Das Verfahren ist noch möglich für Privathaushalte, Kleinstbetriebe und Vereine. Ausgeschlossen ist es dagegen für alle Kapitalgesellschaften und Genossenschaften und für im Betrieb mitarbeitende Ehegatten und Kinder. Mehr …

 

Juristische Personen mit ideellen Zwecken

Juristische Personen, welche ideelle Zwecke verfolgen, sind von der Gewinnsteuer befreit, sofern der Gewinn nicht CHF 20'000.– übersteigt und ausschliesslich sowie unwiderruflich diesen Zwecken dient. Ab 01.01.2018 ist die Bestimmung des Bundes unmittelbar anwendbar, wenn das kantonale Steuerrecht davon abweicht. Mehr …

 

Kantone

Hypothekablösung im Kanton Aargau

Bei Hypothekablösung im Zusammenhang mit einem Verkauf der Liegenschaft sind die Kosten bei der Grundstückgewinnsteuer (GGSt) als Anlage- bzw. Verkaufskosten abziehbar. Bei Ablösung mit oder ohne Bankwechsel, aber nicht im Zusammenhang mit einem Verkauf, können die Kosten wie bisher bei den Einkommenssteuern als Schuldzinsen abgezogen werden. Verbot der Abzugskumulation sowohl bei der Einkommenssteuer als auch bei der GGSt (gleiche Handhabung in den Kantonen Bern, Graubünden, St. Gallen und Schaffhausen). Mehr …

 

Steuerfuss - Kanton Appenzell-Ausserrhoden

Der kantonale Steuerfuss wurde gemäss Beschluss des Kantonsrates auf 01.01.2018 um 0.1 Einheiten auf 3.3 Einheiten erhöht.

 

Steuerertrag - Kanton Fribourg

Der Steuerertrag von Personen, die eine leitende Stellung in einer Gemeinde des Kantons haben und in einer anderen Gemeinde des Kantons wohnen, ist nicht mehr zwischen diesen beiden Gemeinden aufzuteilen. Das gesamte Einkommen, das aus der leitenden Stellung stammt, wird künftig in der Wohnsitzgemeinde besteuert.

 

Steuerbarer Vermögensertrag - Kanton Graubünden

Steuerbarer Vermögensertrag aus Untervermietung durch Mieter via Airbnb oder ähnliche Plattformen setzt sich wie folgt zusammen: Erträge aus Vermietung abzüglich Gewinnungskosten für Strom, Heizung etc. sowie ein verhältnismässiger Anteil der untervermieteten Räumlichkeiten am Wohnungszins und die pauschalen Gewinnungskosten für Möblierung und (eventuell) Bettwäsche (siehe Formular 7.2 «Untervermietung von Zimmern»).

 

Ausstiegskosten aus Festhypotheken - Kanton Neuenburg

Ausstiegskosten aus Festhypotheken stellen grundsätzlich eine nicht abzugsfähige «Strafzahlung» auf Ebene der Einkommenssteuern dar, weil der bisherige Vertrag aufgelöst wird. Eine Ausnahme liegt vor, wenn der Vertrag bei der gleichen Bank weitergeführt wird. Somit sind auch Ausstiegskosten aus Verträgen zufolge Auflösung wegen Verkaufs nicht auf Ebene der Einkommenssteuern abzugsfähig, weil auch in dieser Situation der bisherige Vertrag aufgelöst wird (BGE 2C_1165/2014 vom 3. April 2017). Mehr …

 

Begrenzung des Pendlerabzugs - Kanton Luzern

Folgende Änderungen treten per 01.01.2018 in Kraft: Begrenzung des Pendlerabzugs auf CHF 6'000.–, Teilbesteuerung der Erträge aus massgebenden Beteiligungen des Privatvermögens zu 60 %, Reduktion des Eigenbetreuungsabzugs auf CHF 1'000.– und Erhöhung des Fremdbetreuungsabzugs auf CHF 5'700.– u.a. Mehr …

 

Abzugsbegrenzung berufsbedingter Fahrkosten - Kanton Obwalden

Bisher keine Abzugsbegrenzung bei berufsbedingten Fahrkosten. Eine solche wird jedoch im Frühjahr im Kantons­parlament traktandiert und frühestens per 01.01.2019 eingeführt.

 

Fahrkostenbeschränkung - Kanton Schaffhausen

Die Fahrkostenbeschränkung wurde per 01.01.2017 mit einem Betrag von CHF 6'000.– eingeführt. Mit dieser Einführung wird auch der Abzug für den Personenwagen einheitlich auf CHF 0.70 je Kilometer gestellt.

 

Pauschalabzug für Berufsauslagen - Kanton Thurgau

Die wichtigsten Weisungsänderungen ab 01.01.2018: Pauschalabzug für Berufsauslagen bei Nebenerwerb analog direkte Bundessteuer, Pauschalabzug für Vermögensverwaltungskosten neu 2 Promille, hälftige Aufteilung des Abzugs für Drittbetreuungskosten bei alternierender Obhut u.a. Mehr …

Praxisänderung bei der Abzugsfähigkeit von Vorfälligkeitsentschädigungen: Bei einer Umschuldung mit Gläubigerwechsel kann die Vorfälligkeitsentschädigung nicht mehr vom Einkommen in Abzug gebracht werden. Mehr …

 

Fahrkostenbeschränkung - Kanton Zürich

Die Fahrkostenbeschränkung wird per 01.01.2018 mit einem Betrag von CHF 5'000.– eingeführt. Weiter wurde die Abzugsfähigkeit der Kosten für die Verwaltung von Wertschriften des Privatvermögens angepasst. Mehr …

Die Ausstiegskosten aus Festhypotheken aus Verträgen zufolge Auflösung wegen Verkauf dürfen bei der Grundstückgewinnsteuer als wertvermehrende Kosten geltend gemacht werden (BGE 2C_1148/2015 vom 3. April 2017). Mehr …

Das Merkblatt zur steuerlichen Behandlung von Nutzniessungen und Dienstbarkeiten wurde an die neuere Rechtsprechung angepasst. Mehr …