Interview: Entspannt vorsorgen

Sie investieren bereits in Ihre Vorsorge - doch nutzen Sie auch das volle Potenzial? Entdecken Sie die Vorteile der Säule 3a und erfahren Sie, wie Sie Ihre Altersvorsorge optimal gestalten und von steuerlichen Vorteilen profitieren können.

Melanie Oberholzer
«Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit der Altersvorsorge zahlt sich aus.»

Melanie Oberholzer

Vorsorge- und Vermögensberaterin

Entspannt vorsorgen:
Interview mit Melanie Oberholzer

 

 

Warum ist es wichtig, sich mit der Altersvorsorge schon früh auseinander zu setzen, obwohl man in der 1. und 2. Säule versichert ist?

Faustregeln besagen, dass im Alter zur Fortführung des gewohnten Lebensstandards rund 80% des vorherigen Lohnes benötigt wird. Die 1. und 2. Säule decken diesen Bedarf meist nicht, weshalb es wichtig ist, frühzeitig zusätzliche Vorsorgekapitalien in der 3. Säule aufzubauen. So ist man im Alter finanziell abgesichert, flexibel und kann seine individuellen Bedürfnisse erfüllen. Ausserdem sorgt der Zinseszinseffekt dafür, dass das gesparte Geld schneller wächst, je früher man anfängt zu sparen.

Welche weiteren Vorteile bietet ein 3a-Konto?

Einzahlungen in die Säule 3a können vom steuerbaren Einkommen in Abzug gebracht werden und das angesparte Vermögen muss nicht versteuert werden. Somit können die Steuern optimiert werden. Weiter fallen bei der Kontoführung keine Gebühren an und die Verzinsung ist gegenüber anderen Konten attraktiver. Die Höhe der jährlichen Einzahlungen können bei einem 3a-Konto flexibel und selbständig bestimmt werden. 

Was unterscheidet ein 3a-Konto von einem 3a-Fonds?

Ein 3a-Konto ist ein Sparkonto mit festem Zins, während ein 3a-Fonds in Wertschriften wie Aktien und Obligationen investiert. Auf dem Konto haben Sie keine Schwankungen und die Garantie, dass die angesparten Gelder erhalten bleiben. Die Vorsorgefonds entwickeln sich mit dem Markt und bieten dafür die Chance, attraktivere Renditen gegenüber dem Kontosparen zu erzielen. Immer mit dem Risiko, zwischenzeitlich auch mal einen Teil des investierten Kapitals zu verlieren. Auf lange Sicht hat sich über die letzten Jahre das Fonds-Sparen im Vergleich zum Kontosparen jedoch gelohnt. Und die gebundenen 3a Gelder bieten genau diese Langfristigkeit.

Kannst du uns anhand eines konkreten Beispiels vorrechnen, wie hoch der Mehrwert sein kann? (z.b. wenn ich monatlich 300 CHF in einen Vorsorgefonds investiere)

Wenn man über 10 Jahre hinweg jeden Monat 300 Franken auf ein Vorsorgekonto einzahlt, beläuft sich das Endkapital bei einer Verzinsung von 0.6% auf CHF 37'090. Davon entsprechen CHF 36'000 dem eingesetzten Kapital und der Ertrag beläuft sich auf CHF 1'090. Wenn derselbe Betrag stattdessen in einem Fonds mit mittlerem Risiko und einer durchschnittlichen Rendite von 3% investiert wird, liegt das erwartete Endkapital bei CHF 41'920. Der Ertrag beläuft sich somit auf CHF 5'920. 

Sind mehrere 3a-Konten sinnvoll?

Ja, mehrere 3a-Konten sind eine gute Idee. Die Kapitalsteuer bei der Auszahlung der Vorsorgegelder ist progressiv ausgestaltet (Bundessteuer). Deshalb macht es Sinn, mehrere 3a- Konten zu führen und die Beträge gestaffelt auszuzahlen. Zudem wird die Flexibilität erhöht, da im Alter keine Teilauszahlungen mehr möglich sind. Ich empfehle, ab einem Saldo von CHF 50'000 ein weiteres Vorsorgekonto zu eröffnen.  

Zusammenfassung

  • Doppelter Steuerspareffekt: Einzahlungen können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden und Vorsorgegelder sind von der Vermögenssteuer befreit. 
  • Mit einem Vorsorgefonds können Sie, basierend auf Ihrem persönlichen Risikoprofil, von den Renditechancen an den Finanzmärkten profitieren.
  • Mehrere 3a-Konten sind eine gute Idee. Sie ermöglichen es, das Geld gestaffelt auszuzahlen. 
  • Je früher man in die Säule 3a einzahlt, desto besser ist man vorbereitet - Es lohnt sich also schon in jungen Jahren damit zu starten.

Der nächste Schritt zur optimalen Vorsorge.