Der attraktive Wirtschaftsplatz Schweiz

Der starke Franken bleibt eine grosse Herausforderung

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Die Schweizer Exporte stiegen im Jahr 2018 auf einen neuen Rekordwert. Die Ausfuhren beliefen sich auf 233 Milliarden Franken, was einer Steigerung von 5.7% gegenüber 2017 entspricht. Das Jahr 2019 wird jedoch weniger erfolgreich, denn die Weltwirtschaft hat zuletzt an Schwung verloren, was auch die Schweizer Exporteure zu spüren bekommen. Die Herausforderungen für die Schweizer Wirtschaft bleiben gross, nicht zuletzt weil der Schweizer Franken nach wie vor hoch bewertet ist. 

 

Schweizer Wirtschaftswachstum wird 2019 schwächer

Wegen der nachlassenden globalen Konjunkturdynamik spürt auch die Schweizer Wirtschaft mehr Gegenwind. Nach dem ausserordentlich starken BIP-Wachstum von 2.5% in 2018 dürfte die Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr um etwa 1% zulegen. Der Wachstumsrückgang ist aber als Normalisierung zu werten und nicht als Einbruch, da eine Wachstumsrate von 1.0%-1.5% etwa dem langfristigen Potential der Schweizer Wirtschaft entspricht. Wie in der Eurozone schwächt sich dabei vor allem die Dynamik der Exporte und der Unternehmensinvestitionen ab. 

 

Zähe Jahre für die Exportwirtschaft nach dem Frankenschock

Nach dem Währungsschock vom 15. Januar 2015, als die SNB völlig unerwartet die Wechselkursobergrenze fallen liess, lebte der Schweizer Export etwa zwei Jahre lang fast ausschliesslich von den krisenresistenten Pharmaausfuhren. Die anderen Exportbranchen rutschten tief ins Minus und vor allem KMU drohten nachhaltig in Schieflage zu geraten. Kein Wunder: Durch die Aufhebung des Euro-Mindestkurses verteuerte sich der Franken um 20 Prozent. Ein stückweit sind sich Schweizer Unternehmen zwar an eine immer stärker werdende Währung gewöhnt, denn der Frankenkurs wertet schon seit eh und je stetig auf. Seit 1973 und dem Übergang zu flexiblen Wechselkursen hat sich der nominale Aussenwert des Frankens beispielsweise um durchschnittlich 3 Prozent pro Jahr erhöht. Die Belastung durch den Frankenschock vom Januar 2015 war jedoch historisch einmalig.

 

Industrielle Basis erhalten

Im Vergleich zu vor der Finanzkrise von 2008 hat die Schweizer Industrie an Boden verloren – und einmal verlorene Weltmarktanteile wiederzugewinnen, ist ein schwieriges Unterfangen. Der Franken bleibt hoch bewertet und somit eine anhaltende Herausforderung für die Unternehmen. Auf der anderen Seite bieten sich allerdings auch Chancen. Die Schweiz ist aufgrund der Innovationsfähigkeit und der Spezialisierung auf komplexe und technisch anspruchsvolle Nischenprodukte weniger stark von Produktionsauslagerungen betroffen als andere Industrienationen.

Weil die Innovationsfähigkeit hierzulande hoch ist, bestehen zudem gute Chancen, dass die Schweiz bei der Digitalisierung (Industrie 4.0) weiterhin führend bleibt. Damit die industrielle Basis auch in den nächsten Jahren erhalten bleibt, sind jedoch kontinuierliche Investitionen in die Zukunft unabdingbar; nicht zuletzt, weil das konjunkturelle Umfeld 2019 wieder anspruchsvoller wird. Daneben sorgen auch der globalen Handelskonflikt und andere politische Unwägbarkeiten für Wolken am Horizont. 

 

Autor: Domagoj Arapovic, Economic Research, Raiffeisen Schweiz

Zur Person Domagoj Arapovic

Domagoj Arapovic, Economic Research, Raiffeisen Schweiz
Domagoj Arapovic, Economic Research, Raiffeisen Schweiz

Domagoj Arapovic hat an der Universität Zürich Volkswirtschaft studiert und arbeitete anschliessend von 2007 bis 2012 bei der Schweizerischen Nationalbank im Economic Research und im Risikomanagement. Seit 2011 hält er das Chartered Financial Analyst- Diplom und seit 2013 ist er bei Raiffeisen Schweiz als Senior Economist tätig.

Der Raiffeisen-Ökonom analysiert regelmässig die Märkte und misst mit dem monatlich erscheinenden KMU PMI (Purchasing Managers' Index) die Geschäftslage der Schweizer KMU.