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Schweizer Produktionsbetriebe – Flexibel und krisenresistent

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Trotz Wechselkursproblematik bleibt die Schweizer Produktionsindustrie im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig. Dies belegt der im Juli 2017 erschienene «Swiss Manufacturing Survey» (SMS-Studie).
  

Die von der Universität St.Gallen (HSG) gemeinsam mit dem Verband Swissmem und Raiffeisen Schweiz durchgeführte Studie gewährt spannende Einblicke in das produzierende Gewerbe. Die wichtigsten Fakten, zusammengefasst:
 

 

Swiss Manufacturing Survey: Schweizer Produktionsindustrie im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig

Dass Schweizer Qualitätsprodukte von Nahrungsmitteln über Hightech-Maschinen bis zum Sackmesser und Luxusuhren weltweit heiss begehrt sind, ist unbestritten. Ein Blick ans andere Ende der Wertschöpfungskette wirft indes einige Fragen auf: Wie kann sich das produzierende Gewerbe trotz des starken Frankens im Hochpreis- und Hochlohnland Schweiz behaupten? Wie begegnet die Schweizer Produktionsindustrie dem unerbittlichen Preisdruck im internationalen Wettbewerb? Wie gehen die Unternehmen mit der Digitalisierung um und wo finden sie qualifizierte Fachkräfte?

 

Befragung von 247 Unternehmen aus total 14 Branchen

Diesen Kernfragen geht die Ausgabe 2017 des «Swiss Manufacturing Survey» (SMS) auf den Grund. Forschende des Instituts für Technologiemanagement der Universität St.Gallen haben dazu insgesamt 247 Unternehmen aus total 14 Branchen von Maschinenbau bis Textilindustrie umfassend befragt. 202 davon sind KMU-Betriebe mit bis 250 Mitarbeitenden, dazu kommen 40 Grossunternehmen sowie fünf Firmen, die ihre Mitarbeiterzahl nicht angegeben haben.

 

Qualität und Zuverlässigkeit wichtiger als «Made in Switzerland»

Rund 44 Prozent aller befragten Unternehmen sind international aufgestellt und verkaufen ihre Produkte vordergründig in der Schweiz und Westeuropa. Am Gesamtumsatz aller Umfrageteilnehmer macht der Export 60 Prozent aus. Dies vor allem wegen den Grossunternehmen, die über drei Viertel ihres Erlöses im Export erwirtschaften.

Die rasante Digitalisierung scheint in Bezug auf Standortgebundenheit sowie Exportziele indes eine Veränderung anzustossen. Zum einen spielt für immer mehr Kunden geografische Nähe eine schwindende Rolle. Auch die Marke «Made in Switzerland» ist für die Kundschaft von Schweizer Unternehmen weniger entscheidend als Eigenschaften wie Qualität und Lieferzuverlässigkeit.

 

Produktionsverlagerung ins Ausland

Als logische Konsequenz ziehen satte 46 Prozent der im Rahmen der SMS-Studie befragten Schweizer Unternehmen eine Produktionsverlagerung ins Ausland innerhalb der nächsten drei Jahre in Erwägung. Im Vordergrund stehen dabei China, (Ost-) Deutschland und Osteuropa. Damit wollen die Unternehmen vordergründig Kosten senken, zumal Schweizer Produktionsstätten im Durchschnitt rund 37 Prozent teurer sind als ausländische Werkplätze.

Die Produktionskosten sind eines der zentralen Themen, zu denen sich die befragten Unternehmen im Rahmen der SMS-Studie dezidiert geäussert haben. Weitere Themenschwerpunkte sind «Kunden & Märkte», «Tätigkeiten & Standorte», «Innovationen», «Mitarbeiter & Kultur» oder «Betriebliche Leistung».