FAQ - Wie Frauen anlegen
Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Anlegen.
Fragen zu diesen Themen werden beantwortet:
- Wie funktioniert Investieren überhaupt?
- Was bedeutet Teilzeit für meine Vorsorge?
- Wie investiere ich, wenn ich mich auf Familienplanung vorbereite?
- Wie investieren Frauen im Vergleich zu Männern?
- Was bedeutet nachhaltiges Investieren (ESG) überhaupt?
Grundlagen des Investierens
Wie funktioniert Investieren überhaupt?
Investieren bedeutet, Geld in Anlagen wie Aktien, Fonds oder ETFs zu stecken – und nicht auf dem Privat- oder Sparkonto «liegen zu lassen». So kann das Geld langfristig für Sie arbeiten: Sie profitieren dabei von Wertsteigerungen, Dividenden oder Zinsen.
Womit soll ich als Anfängerin anfangen?
Starten Sie am besten mit einer persönlichen Vermögens- oder Finanzberatung, um Ihre Ziele und Ihr Anlegerprofil zu identifizieren. Je nach Bedürfnis können sich breit gestreute ETFs, gemischte Fonds oder eine Vermögensverwaltung lohnen – für einen unkomplizierten Einstieg, ohne dass Sie sich in komplexe Produkte einarbeiten müssen.
Wie viel Startkapital brauche ich zum Investieren?
Sie können bereits mit kleinen monatlichen Beträgen (z.B. CHF 100) starten. Laut Studien glauben viele Frauen fälschlicherweise, dass sie „zu wenig Geld“ haben und nennen fehlendes Kapital als Hauptgrund fürs Nicht‑Investieren. («Investieren am Kapitalmarkt: Wie viel Lohn und Vermögen für den Einstieg nötig sind» - cash.ch, 2025)
Was ist der Unterschied zwischen Sparen und Investieren?
Sparen ist kurzfristig und sicher (z. B. Sparkonto). Investieren ist langfristig und ermöglicht es Ihnen, Ihr Vermögen zu vermehren. Da Sparkonten kaum mehr Rendite bzw. Zinsen abwerfen, investieren heute deutlich mehr Frauen, um Altersvorsorge und Vermögensaufbau zu stärken.
Welche Risiken gibt es beim Investieren?
Risiken entstehen durch Marktschwankungen, politische Ereignisse oder wirtschaftliche Entwicklungen. Frauen achten laut Studien besonders auf Sicherheit und treffen oft risikobewusstere Entscheidungen als Männer – dadurch investieren sie häufiger langfristig, traden weniger und verfolgen eher eine Buy‑and‑Hold‑Strategie, die sich historisch gesehen positiv auf die Rendite auswirkt hat. (Raiffeisen Capital Management, 2025).
Was bedeutet Diversifikation und warum ist sie wichtig?
Diversifikation bedeutet, Ihr Geld breit zu streuen – z. B. über viele Länder, Branchen und Unternehmen. Das reduziert das Risiko erheblich.
Warum ist Langfristigkeit bei Anlagen ein wichtiger Faktor?
Langfristiges Investieren glättet Schwankungen und erhöht die Chance auf stabile Renditen. Frauen investieren laut Studien häufiger langfristig und traden weniger impulsiv — was oft zu besseren Ergebnissen führt.
Wann soll ich investieren?
Der beste Zeitpunkt ist, sobald Sie einen Notgroschen haben — denn Zeit im Markt ist wichtiger als Timing. Marktstudien zeigen: Auch in turbulenten Zeiten profitieren langfristig investierende Anlegerinnen.
Ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um zu investieren?
Ja — eigentlich am besten gestern, denn Zeit im Markt ist wichtiger als Timing. Über die letzten 100 Jahre gesehen sind die Märkte historisch nach jeder Krise wieder gestiegen.
Wie finde ich die richtige Anlagestrategie für mich?
Ihre Strategie sollte zu Ihrem Ziel, Zeithorizont und Risikoprofil passen. Die Strategie wird gemeinsam mit Ihrer Beraterin im Gespräch eruiert.
Wie schütze ich meine Anlagen bei grossen Marktschwankungen?
Wichtig sind: Diversifikation, Notgroschen, kein hektischer Verkauf und regelmässiges Investieren (z. B. Sparplan). Studien zeigen: Geduld und weniger Aktionismus führen bei Frauen oft zu besseren Renditen als bei Männern.
Wie viel meines Einkommens sollte ich investieren?
Ihr Sparquote wird u.a. von Ihrem Budget abgeleitet und gemeinsam mit Ihrer Kundenberaterin eruiert. Aber es gilt: Jeder Betrag zählt. Im Allgemeinen überschätzen Frauen oft, wie viel Kapital sie benötigen.
Wie erstelle ich ein Budget, damit ich investieren kann?
Ein einfacher Start ist die 50/30/20‑Regel (50 % Fixkosten, 30 % Lifestyle, 20 % Sparen/Investieren). Wichtig ist ein Notgroschen, bevor Sie investieren, sodass Unvorhergesehenes gedeckt ist.
Soll ich zuerst Schulden abbauen oder investieren?
Teure Schulden (Kreditkarten, Konsumkredite) immer zuerst abbezahlen. Anschliessend können Sie parallel investieren — schon kleine Beträge wirken langfristig stark.
Wie baue ich einen Notgroschen auf?
3–6 Monatsausgaben auf einem sicheren Konto reichen bei Festangestellten in der Regel; bei Unternehmerinnen lohnt es sich etwas mehr zur Seite legen. Der Notgroschen schützt Sie davor, in Krisen Ihre Anlagen verkaufen zu müssen.
Altersvorsorge & Teilzeit
Was bedeutet Teilzeit für meine Vorsorge?
Teilzeitarbeit reduziert AHV‑Beiträge, Pensionskassen‑Einzahlungen und oft auch Löhne. Studien zeigen, dass die „Child Penalty“ in der Schweiz zu einem Einkommensrückgang von 68 % nach Geburt des ersten Kindes führt. (The Child Penalty Atlas.Review of Economic Studies”; Henrik Kleven; Landais, Camille; und Leite Mariante, Gabriel (2024))
Wie kann ich trotz Teilzeit meine Altersvorsorge optimieren?
Möglichkeiten sind: freiwillige PK‑Einkäufe, höhere Säule‑3a‑Beiträge, Investieren und faire Aufteilung der Vorsorge mit dem Partner. Frauen haben laut Studien besonders oft Vorsorgelücken. (Pensions at a Glance, OECD, 2025)
Was bedeutet Mutterschaft oder Elternzeit für meine Vorsorge?
Mutterschaft führt oft zu reduzierten Einkommen und PK‑Einzahlungen. Viele Frauen steigen zudem in Teilzeit wieder in das Berufsleben ein, was den Vorsorgeaufbau weiter schwächt.
Wie kann ich trotz Erwerbslücken Vermögen aufbauen?
Automatisierte Sparpläne, Einkäufe in die PK, 3a‑Investitionen, nachhaltiges Budget und faire Partnerschaftsregelungen. Frauen haben besonders oft Erwerbsunterbrüche durch z.B. Kinder oder weitere unbezahlte Care‑Arbeit.
Ist es sinnvoll, vor der Pensionierung noch zu investieren?
Ja — auch kurzfristigere Anlagen (z. B. ausgewogene Fonds, >7 Jahre) können sinnvoll sein. Viele Schweizerinnen beginnen spät mit dem Investieren, wünschen sich aber rückblickend einen früheren Start.
Bin ich zu alt, um mit dem Investieren zu beginnen?
Nein — wichtig ist, die Strategie dem Zeithorizont anzupassen. Viele Frauen bereuen laut Studien, nicht früher begonnen zu haben (Fidelity, 2022)
Welche finanziellen Folgen kann unbezahlte Care-Arbeit für mich haben – und wie kann ich mit meinem Partner eine faire Ausgleichsregelung treffen?
Unbezahlte Care‑Arbeit führt zu geringeren Einkommen, PK‑Beiträgen und höheren Vorsorgelücken. In der Schweiz arbeiten 74.9 % der Mütter Teilzeit. (BFS, Medienmitteilung Q2 2024). Eine faire Lösung kann sein: Partnerschaftsvertrag, PK‑Ausgleich, 3a‑Beiträge durch den Partner oder Kompensation durch Vermögensübertragungen
Familie, Beziehung & finanzielle Unabhängigkeit
Wie investiere ich, wenn ich mich auf Familienplanung vorbereite?
Erstellen Sie eine finanzielle Basis (Notgroschen, Budget, Sparplan) und planen Sie Vorsorgethemen frühzeitig, da Mutterschaft grosse finanzielle Auswirkungen hat.
Wie kann ich als Alleinerziehende finanziell vorsorgen?
Wichtig sind automatisierte Sparpläne, 3a‑Investitionen, Absicherung (z.B. Lebensversicherung, Risikoschutz) und Unterstützung durch Vorsorgeberatung. Alleinerziehende Frauen sparen laut Studien deutlich weniger.
Soll ich meine Finanzen gemeinsam mit meinem Partner managen?
Gemeinsam ja — aber nicht blind delegieren. 7 von 10 Frauen überlassen Finanzentscheidungen anderen, was zu fatalen Folgen bei Trennung/Todesfall führen kann. (UBS «Man Takes Over», UBS Studie, 2021).
Wie können finanzielle Themen in einer Beziehung fair und transparent geregelt werden?
Durch offene Gespräche über Finanzen, klare gemeinsame Vereinbarungen, transparente Vorsorgebeiträge und—falls sinnvoll—vertragliche Regelungen wie ein Partnerschafts‑ oder Ehevertrag. Auch Absprachen zu Care‑Arbeit und deren Ausgleich helfen, die finanzielle Sicherheit beider Partner zu gewährleisten.
Was sollte ich bei Heirat, Scheidung oder Trennung hinsichtlich meiner Vorsorge beachten?
Pensionskassen‑Splitting, Güterstand, Unterhaltsregelungen und individuelle Vorsorgepläne – diese Aufzählung ist nicht abschliessend, zeigt aber einige wichtige Aspekte auf. Viele Frauen unterschätzen, wie stark Trennungen ihre finanzielle Sicherheit beeinflussen.
Wie kann ich mich finanziell absichern, falls meinem Partner etwas zustösst?
Wichtig sind die Themen Absicherung (z.B. Risikolebensversicherung), Testament/Erbvertrag, Notfallordner und eigene Vorsorgekonten – die Aufzählung ist nicht abschliessend. Da viele Frauen weniger sparen und investieren als Männer, sind sie häufiger gefährdet.
Frauen & Finanzen
Wie investieren Frauen im Vergleich zu Männern?
Frauen investieren risikobewusster, langfristiger und traden weniger. Studien zeigen, dass sie dadurch oft bessere Renditen erzielen.
Gibt es einen Gender Pension Gap in der Schweiz? Warum?
Ja, dieser beträgt über 30% (OECD – Pensions at a Glance, 2025). Ursachen sind u. a. Teilzeit, Care‑Arbeit, Gender Pay Gap (min 8.4 % in der Schweiz (BFS Lohnstrukturerhebung LSE, 2024)) und Erwerbsunterbrüche. Diese strukturellen Faktoren führen zu deutlich tieferen Renten bei Frauen.
Gibt es einen Gender Investment Gap in der Schweiz? Warum?
Ja. Nur 36 % der Frauen investieren regelmässig, gegenüber 52% der Männer. Hauptgründe: vermeintlich zu wenig Geld, vermeintlich fehlendes Wissen und das höhere Sicherheitsbedürfnis. (Zurich/Sotomo-Studie 2025, CH-repräsentativ).
Wie überwinde ich meine Angst vor dem Investieren?
Starten Sie klein, nutzen Sie Sparpläne, bilden Sie sich weiter und setzen Sie auf einfache Produkte. Viele Frauen fühlen sich laut Studien unterinformiert, was sie vom Investieren abhält
Wo finde ich spezialisierte Vermögensberatung für Frauen in Zürich?
Bei der Raiffeisenbank Zürich können Sie sich von Frauen beraten lassen, die Ihnen die richtigen Fragen stellen und Sie individuell auf Ihrem Lebensweg/finanziellen Weggabelung begleiten – sei es beim Investieren, bei der Pensionsplanung, Hypotheken und vielem mehr. Schauen Sie dazu unsere verschiedenen Fachbereiche an.
Warum ist es wichtig, dass ich meine finanziellen Entscheidungen selbst treffe – und welche Risiken entstehen, wenn ich die Verantwortung abgebe?
7 von 10 Frauen überlassen Finanzentscheidungen anderen, z.B. ihren Partnern (UBS «Man Takes Over»; UBS Studie 2021). Das erhöht das Risiko einer finanziellen Abhängigkeit und massiven Einbussen bei Scheidung, Trennung oder Todesfall (Swiss Life Studie 2024 / Pro Senectute Altersmonitor 2022). Finanzielle Eigenständigkeit und Selbstverantwortung sind zentral.
Nachhaltigkeit
Was bedeutet nachhaltiges Investieren (ESG) überhaupt?
Nachhaltiges Investieren bedeutet, dass Sie Ihr Geld in Unternehmen oder Fonds anlegen, die nach klar definierten ESG‑Kriterien bewertet werden:
· E = Environment (Umwelt)
· S = Social (Soziales)
· G = Governance (Unternehmensführung)
Viele Anlegerinnen entscheiden sich bewusst für nachhaltige Anlagen, weil sie stabil wachsen und ethische Werte berücksichtigen. Studien zeigen ausserdem, dass Frauen besonders häufig nachhaltiger investieren als Männer (BNP Paribas, 2024). Schauen Sie sich dazu auch unser Futura-Regelwerk für nachhaltiges Anlegen an – wir investieren seit über 20 Jahren nachhaltig. Und das aus Überzeugung.
Sind nachhaltige Anlagen genauso rentabel wie traditionelle Anlagen?
Ja — zahlreiche Studien zeigen, dass nachhaltige Anlagen vergleichbare oder sogar höhere Renditen erwirtschaften können, insbesondere in Phasen erhöhter Marktvolatilität. Frauen investieren laut Marktanalysen oft langfristiger und risikobewusster, was gut zu diversifizierten ESG‑Strategien passt. (ING, 2024).
Wie finde ich nachhaltige Finanzberatung in Zürich?
Suchen Sie nach Finanzberatungen oder Vermögensverwaltern, die explizit nachhaltige Strategien anbieten. Schauen Sie sich dazu auch unser Futura-Regelwerk für nachhaltiges Anlegen an – wir investieren seit über 20 Jahren nachhaltig. Und das aus Überzeugung.
Kontakt
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