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Finanz-Tipp: Zeit für mehr Leben
Erinnern Sie sich an Anna?
Damals, mit 50, hat sie begonnen, sich intensiv mit ihren Pensionsunterlagen auseinanderzusetzen. Zwischenzeitlich sind einige Jahre ins Land gezogen – und nun denkt Anna darüber nach, früher in Pension zu gehen. Die Aussicht auf mehr Freizeit, Flexibilität und Zeit für Familie, Hobbys und Reisen ist verlockend. Doch sie weiss: Ein früher Ausstieg aus dem Erwerbsleben ist finanziell anspruchsvoll und will gut geplant sein. Wer diesen Schritt wagt, sollte die Konsequenzen kennen und rechtzeitig handeln.
Beginnen wir also an der Basis: Was bedeutet Frühpensionierung?
Frühpensionierung heisst, den Ruhestand vor dem gesetzlichen Pensionsalter von 65 Jahren anzutreten – in der Regel ist das ab etwa 58 Jahren über die Pensionskasse möglich.
Tipps für Anna: Planung, die zählt.
Eine Frühpensionierung ist mehr als nur der Abschied vom Job – sie ist ein sorgfältig geplanter Übergang zwischen Freiheit und Verantwortlichkeit. Für Anna heisst das: frühzeitig finanzielle Reserven schaffen, die drei Säulen optimal nutzen und ihre individuelle Rentensituation klären. Nur so kann sie ihre Vision von mehr Freizeit im Einklang mit der finanziellen Realität verwirklichen.
Damit Anna den Überblick behält, lohnt sich ein Blick auf die drei zentralen Säulen der Vorsorge und die wichtigsten Stellschrauben für eine sichere Planung:
1. Säule (AHV)
Vorbezug möglich: Schon ab 63 Jahren – bei Frauen der Übergangsgeneration ab 62 – kann die AHV-Rente vorbezogen werden, aber mit einer lebenslangen Kürzung.
Im Merkblatt 3.04 «Flexibles Rentenalter» erfahren Sie mehr zu diesem Thema.
Beiträge bleiben fällig: Bis zum Erreichen der ordentlichen Pensionierung müssen weiterhin AHV-Beiträge entrichtet werden (mind. CHF 530.– bis max. CHF 26 500.– jährlich).
Auch ein stufenweiser Bezug ist möglich – jedoch rechnet sich das auf die Rentenhöhe.
Im folgenden Raiffeisen Merkblatt erfahren Sie mehr zu diesem Thema.
2. Säule (Pensionskasse)
- Gesetzlich kann das Alterskapital frühestens mit 58 bezogen werden.
- Niedrigerer Umwandlungssatz: Da länger ausbezahlt wird, erfolgt eine niedrigere Rentenhöhe – etwa 5–10 % pro Vorbezugsjahr.
- Option: Überbrückungsrente: Viele Pensionskassen bieten eine Zwischenfinanzierung an – häufig vom Arbeitgeber oder durch individuelle Einkäufe unterstützt.
Auch freiwillige Einkäufe könnten für Anna interessant sein. Sie bieten die Chance, die spätere Rentenhöhe zu erhöhen und gleichzeitig Steuern zu sparen. Damit der Einkauf sinnvoll ist, sollte Anna einige Punkte beachten:
- Einkaufspotenzial im Vorsorgeausweis prüfen.
- Sperrfristen von drei Jahren bei einem Kapitalbezug (Art. 79b Abs. 3 BVG) berücksichtigen.
- Sicherstellen, dass genügend Liquidität vorhanden ist.
- Den Zeitpunkt strategisch wählen.
- Den Gesundheitszustand der Pensionskasse überprüfen.
- Alternativen wie die Säule 3a nicht zu vergessen.
Diese Aufzählung ist nicht abschliessend. Anna weiss, eine Beratung ist hier unerlässlich. Als Vorbereitung kann sie sich aber bereits hier vorinformieren:
3. Säule (Private Vorsorge)
Säule 3a nutzen: Geld aus der Säule 3a kann frühestens 5 Jahre vor dem ordentlichen Rentenalter (also mit 60) bezogen werden.
Wenn Anna ihr Vermögen aus der Säule 3a bezieht, fällt die Kapitalbezugssteuer an. Diese wird separat vom übrigen Einkommen und zu einem deutlich tieferen Satz erhoben. Allerdings gilt: Viele Kantone arbeiten mit einem progressiven Modell. Das heisst, für grosse Beträge zahlt Anna überproportional mehr Steuern als für kleinere. Dieser Effekt verstärkt sich zusätzlich, wenn sie gleichzeitig Gelder aus der Pensionskasse bezieht.
Anna hat bereits clever geplant:
Sie hat ihr Vorsorgevermögen auf mehrere 3a-Konten verteilt und wird die Auszahlungen über mehrere Jahre gestaffelt in die Wege leiten. Damit reduziert Anna ihre Steuerbelastung deutlich und sorgt dafür, dass ihre Pensionierung optimal vorbereitet ist.
Budget
Anna ist sich bewusst: Wer früher in Pension geht, muss die Ausgaben genau im Blick haben. Sie fragt sich: Welche Kosten bleiben bestehen – und wo kann sie sparen? Ein Beispiel: Im Ruhestand braucht sie vielleicht nicht mehr zwei Autos. Der Verzicht auf einen Wagen würde ihre Mobilitätskosten deutlich senken.
Auch über dieses Thema hat sich Anna früh informiert. Die Tips unter folgendem Link haben ihr durch alle Lebensphasen hindurch geholfen, damit sie heute eine Frühpension ins Auge fassen kann:
Steuern
Auch die Steuerfrage beschäftigt Anna. Viele unterschätzen, wie hoch die Steuerbelastung nach der Pensionierung bleibt. Renten sind voll steuerpflichtig, während wichtige Abzüge wie Berufspauschale oder Arbeitsweg entfallen. Zudem kann Anna ohne AHV-pflichtiges Einkommen nicht mehr in die steuerbegünstigte Säule 3a einzahlen – ein Punkt, den sie frühzeitig berücksichtigen muss.
Unfallversicherung
Anna denkt auch an ihre Absicherung: Mit dem Ende ihres Arbeitsverhältnisses erlischt die Nichtbetriebsunfallversicherung. Ist der Unfallschutz in ihrer Krankenkasse nicht enthalten, muss sie ihn ergänzen. Ein kurzer Anruf bei der Krankenkasse reicht, um diese Lücke zu schliessen.
Anna’s Zukunft
Anna hat viele Weichen gestellt – doch die Reise ist noch nicht zu Ende. In einem nächsten Schritt werden wir gemeinsam klären, ob für sie ein Kapitalbezug, eine lebenslange Rente oder eine Kombination sinnvoll ist. Auch die Möglichkeit einer Arbeitspensumsreduktion oder einer Teilpensionierung verdient Aufmerksamkeit. Diese Entscheidungen prägen nicht nur Annas finanzielle Sicherheit, sondern auch ihre Lebensqualität im Ruhestand.
Im nächsten Finanztipp aber widmen wir uns zuerst der zukünftigen Wohnform von Anna. Soll die Liegenschaft an die Söhne ihres Lebenspartners weiterverschenkt werden? Wie sehen die Folgen aus?
Bereit, den eigenen Weg zur Frühpensionierung zu planen?

"Heute an morgen denken! Vielleicht gründen Sie eine Familie, träumen von eigenem Wohneigentum oder freuen sich auf Ihre Pensionierung – jede Lebensphase bringt unterschiedliche Bedürfnisse mit sich. Es liegt mir am Herzen Ihre persönliche Absicherung und Vorsorge für Sie zu optimieren."