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Zwei Wege der Sterbebegleitung
Das November-Referat des Club der alten Hasen ist auf sehr grosses Interesse gestossen, und dies obwohl die Thematik keine leichte Kost war. Es ging um Begleitung und um Selbstbestimmung am Lebensende. Rund 70 Personen lauschten in der Raiffeisenbank in Gränichen den Ausführungen der beiden Referenten: Dieter Hermann, Geschäftsführer von Hospiz Aargau und Paul-David Borter, Stv. Leiter Freitodbegleitung von EXIT Deutsche Schweiz.
Sterbebegleitung durch das Hospiz Aargau
„Das Hospiz Aargau bietet in den drei Bereichen letzter Lebensabschnitt, Tod und Trauer ein vielfältiges Angebot", führte Dieter Herman gleich zu Beginn aus. Dazu gehört ein ambulanter Dienst der Sterbebegleitung, welcher den Angehörigen zu Hause wertvolle Entlastung gibt. Weiter werden im ganzen Aargau Trauertreffs organisiert, wo sich Hinterbliebene im geschützten Rahmen austauschen können. Und dann gibt es im Hospiz in Brugg zehn Betten für Palliativ-Patienten. „Unsere Patienten werden sehr intensiv betreut und können weitgehend ihren Tag selber bestimmen. Zudem ist der Aufenthalt bei uns zeitlich unbegrenzt – niemand muss nach einer gewissen Zeit gehen", betonte Dieter Hermann. Um dieses Angebot gewährleisten zu können, arbeiten neben den 25 Angestellten auch rund 100 Freiwillige für das Hospiz und leisten so einen unersetzlichen Beitrag.
Sterbebegleitung durch EXIT Deutsche Schweiz
EXIT ist mehr als nur Freitodbegleitung - das Angebot des Vereins ist vielfältig. Die Organisation fördert mit ihrer Stiftung „Palliacura" die Palliativ Care allgemein und gibt auch Beratungen in der Suizidprävention und im Thema Patientenverfügung. Anhand von unterschiedlichen Praxis-Fällen zeigte Paul-David Borter diese Tätigkeitsfelder auf und gab so einen tieferen Einblick in den Verein. „Grundsätzlich sind wir eine Solidaritätsgemeinschaft, die für das Recht auf Selbstbestimmung, auch am Lebensende, einsteht", führte Borter aus. Die Absicherung, die Wahl zu haben mit EXIT aus dem Leben zu gehen, ist für viele der 120‘000 Mitglieder zentral. Paul-David Borter betonte: „Die Wenigsten wählen diesen Weg. Aber sie haben für sich Klarheit geschaffen, dass sie sich das selbstbestimmte Sterben als Option offen lassen möchten."
Zwei mögliche Wege
Nach den spannenden Ausführungen der beiden Referenten ist klar, dass die Angebote keine Gegensätze sind, sondern als zwei mögliche Wege auch komplementär wirken können. So geht es beiden Organisationen um die würdevolle und menschliche Begleitung am Lebensende, die sowohl für Patient, aber auch für die Angehörigen, stimmt.
Nächster Anlass im Dezember
Das nächste Referat des Club der alten Hasen findet am 11. Dezember 2018 in der Geschäftsstelle Gränichen der Raiffeisenbank Aarau-Lenzburg statt. Dann geht es um den Verein „Carton du Coeur", welcher Menschen in Not unterstützt. Jedermann ist ohne Voranmeldung an den kostenlosen Anlässen herzlich willkommen.
Die beiden Referenten, Dieter Hermann (links) und Paul-David Borter, beantworten zusammen Fragen am Club der alten Hasen.