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Anlageausblick 2026: Ein Jahr der Bewährung
- Verstärkte Deglobalisierung dämpft globales Wachstum und wirkt inflationär
- Expansive Fiskalpolitik stützt Konjunktur, Leitzinssenkungszyklen sind weitgehend abgeschlossen
- Negative Realzinsen sprechen für Anlagen in Sachwerten
- Raiffeisen-Anlageexperten empfehlen dividendenstarke Schweizer Aktien, Immobilienfonds und Gold
St.Gallen, 8. Januar 2026. Ein Blick zurück zeigt, dass 2025 ein weiteres sehr gutes Börsenjahr war. Die meisten Anlageklassen konnten zulegen und kletterten teils auf Allzeithöchststände. 2026 wird ein Jahr der Bewährung. Die Bewertungen sind hoch und nehmen ein deutliches Gewinnwachstum der Unternehmen vorweg. Gleichzeitig sind die konjunkturellen Aussichten durchzogen und die (geo-)politische Gemengelage bleibt angespannt.
Nachlassende Konjunkturdynamik
Die USA setzen den Freihandel mit ihrer protektionistischen Zoll- und Handelspolitik unter Druck. Die Folgen sind weltweit ein schwächeres Wirtschaftswachstum und steigende Preise. Dem steht eine expansive Fiskalpolitik gegenüber, die konjunkturstützend wirken sollte. Rund um den Globus werden die Rüstungsausgaben erhöht. Deutschland hat die Schuldenbremse gelockert und investiert in den kommenden Jahren Milliarden in die Infrastruktur. In den USA stellt der Präsident die Verteilung von Checks an die Bevölkerung in Aussicht, um zu verhindern, dass die Republikaner wegen der schwächelnden Wirtschaft bei den Zwischenwahlen im November 2026 die Mehrheit im Repräsentantenhaus verlieren. «Die Herausforderung besteht darin, dass viele dieser fiskalpolitischen Massnahmen Zeit benötigen, bis sie sich auf die Konjunktur auswirken. Gemäss unseren Prognosen wird die globale Wirtschaft in diesem Jahr erneut unter Potenzial wachsen. Insbesondere die Dynamik in der Industrie bleibt schwach», erklärt Matthias Geissbühler, Chief Investment Officer (CIO) von Raiffeisen Schweiz.
Negative Realzinsen
Die Leitzinssenkungszyklen der Nationalbanken sind weitgehend abgeschlossen. Insbesondere in den USA ist der Handlungsspielraum der Federal Reserve aufgrund der hohen Inflation limitiert. In der Schweiz ist das Nullzinsumfeld zementiert und dürfte 2026 anhalten. Die Renditen von Schweizer Staatsanleihen mit kürzeren Laufzeiten liegen bereits seit dem Sommer im negativen Bereich. Raiffeisen bleibt daher bei Schweizer-Franken-Obligationen untergewichtet. «Unter Berücksichtigung der Inflation resultiert für Sparerinnen und Sparer ein negativer Realzins. Wer langfristig sein Vermögen steigern will, muss sein Geld weiterhin an den Finanzmärkten investieren», empfiehlt Matthias Geissbühler.
Aktien, Gold und Immobilien im Fokus
Das anhaltende Tiefzinsumfeld spricht grundsätzlich für Sachwerte wie Aktien, Gold und Immobilien. Die Aktienmärkte sind in den vergangenen drei Jahren allerdings deutlich stärker gestiegen als die entsprechenden Unternehmensgewinne. Als Folge davon sind die Bewertungen, gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis, deutlich angestiegen und befinden sich in vielen Regionen über den langfristigen Durchschnittswerten. Deshalb gewinnt die Titelselektion im Rahmen der Depotgestaltung an Bedeutung. Enttäuschungspotenzial sehen die Anlageexperten von Raiffeisen Schweiz im Technologiesektor, insbesondere bei stark auf Künstliche Intelligenz (KI) ausgerichteten Unternehmen. Gemäss den Anlageexperten von Raiffeisen ist aufgrund hoher Investitionen in Rechenzentren, zirkulären Beteiligungen der KI-Unternehmen untereinander und hoher Bewertungen Vorsicht geboten. «2026 wird sich zeigen, ob sich diese Investitionen in profitables Geschäft ummünzen lassen. Auf der Aktienseite liegt unser Fokus auf soliden und dividendenstarken Werten. Vor diesem Hintergrund bleibt der Schweizer Aktienmarkt attraktiv. Die durchschnittliche Dividendenrendite im Swiss Performance Index (SPI) liegt bei drei Prozent, wobei wir für 2026 mit einer Rekordausschüttung rechnen», sagt Matthias Geissbühler. Aussichtsreich ist insbesondere der Gesundheitssektor. Pharma- und Medizinaltechnikunternehmen profitieren von den demographischen Entwicklungen und sind vergleichsweise günstig bewertet. Für Anlagen in Schweizer Franken sprechen auch die Währungsprognosen, denn der Franken dürfte weiterhin zur Stärke neigen. Der Immobilienmarkt profitiert derweil vom Tiefzinsumfeld. Die angespannte Nachfrage-Angebot-Situation spricht weiterhin für moderat steigende Angebotsmieten und Immobilienpreise. Bei Schweizer Immobilienfonds kommt eine Ausschüttungsrendite von rund zwei Prozent hinzu. Auch Gold sollte – trotz fulminanter Performance im vergangenen Jahr – weiterhin Teil eines Portfolios bleiben. «Rasant steigende Schuldenberge, ein schwacher US-Dollar, geopolitische Unsicherheiten sowie eine hohe Nachfrage sprechen für weiter steigende Goldpreise», sagt Matthias Geissbühler. Raiffeisen empfiehlt in einem breit diversifizierten Portfolio eine Immobilien- und Goldquote von 6,5 beziehungsweise 7 Prozent.
Realistische Erwartungen
An den Börsen konnte man in den vergangenen drei Jahren viel Geld verdienen. Der Weltaktienindex (MSCI World Index) stieg seit Anfang 2023 in Schweizer Franken gerechnet um 53 Prozent, was einer annualisierten Rendite von gut 15 Prozent entspricht. Anlegerinnen und Anleger laufen dabei Gefahr, dem «Recency Bias» zu verfallen. Dabei werden die jüngsten Entwicklungen überbewertet und in die Zukunft extrapoliert. «15 Prozent Rendite pro Jahr sind keine realistische Annahme für die Zukunft. Seit der Jahrtausendwende brachten Aktien eine annualisierte Rendite von rund fünf Prozent. Eine solche Grössenordnung scheint für 2026 realistisch. Wichtig bleibt eine breite Diversifikation der Anlagen», erläutert Matthias Geissbühler.