Farben im Mittelpunkt

Kurz vor dem kahlen Winter zeigt sich der Herbst noch einmal von seiner schönsten Seite. Die warmen, satten Farbtöne widerspiegeln sich auch in den Wohnaccessoires, die Zuhause für Wärme und Gemütlichkeit sorgen. Erfahren Sie mehr dazu, welche Farben für den Herbst stehen und lassen Sie sich inspirieren.

Bunter Herbst

«Diese Wohnaccessoires bringen leuchtende Herbstfarben, erdige Akzente und eine grosszügige Prise Gemütlichkeit in die eigenen vier Wände.»

 

Die Abende werden dunkler, die Nächte kühler. Auf meiner morgendlichen Velofahrt ins Büro muss ich bereits wieder das Licht einschalten, denn oft schleicht sich ein Nebel durch die Strassen und über die Felder, wo Krähen die letzten Körnchen aus den abgemähten Felder picken. Doch bevor uns die Eintönigkeit des Winters endgültig einhüllt, flammt die Natur noch einmal in einem letzten Farbenspektakel auf. Satte, warme Rot-, Orange- und Gelbtöne, erdige Grün- und Brauntöne erwärmen uns in dieser Zeit das Herz und sorgen für wunderschöne Waldspaziergänge in der klaren Herbstsonne. Und genau diese Farbtöne, gemeinsam mit natürlichen Materialien, sorgen auch Zuhause für Wärme und Gemütlichkeit.

 

Text: Alina Walser, Redaktorin metermagazin 

 

vorheriges
  • Für die Lampe «Balad H25» von Fermob war die französische Künstlerin Leona Rose von einem Herbstwald in der Dämmerung inspiriert. Das traumhafte Universum mit Pilzen, Blattwerk und bunten Wasservögeln wartet nur darauf, dass die Sonne untergeht. Denn sobald die Lampe eingeschaltet wird, nimmt der mythische Fluss durch das Lichtspektrum Gestalt zwischen den beiden Ufern an. Bild: Fermob
  • Was gibt es Schöneres, als durch den dichten, raschelnden Laubteppich zu spazieren? Genau davon waren auch Romani Saccani Architects bei der Gestaltung ihrer Kollektion «Foliage» für Carpet Edition inspiriert. Jeder Teppich ist von der Form eines bestimmten Blattes und den wechselnden Farben der vier Jahreszeiten inspiriert. Bild: Carpet Edition
  • Wie zwischen Bäumen zu wohnen – das ermöglicht der Vorhang «Benu Cocoon FR» von Christian Fischbacher. Durch die Melange farblich unterschiedlicher Garne entsteht nämlich eine Oberfläche, die einer Baumrinde verblüffend ähnlich sieht. Das flammhemmende Material wird zudem komplett aus recyklierten PET Flaschen gewonnen. Sieht nicht nur aus wie Natur, sondern ist auch gut für sie! Bild: Christian Fischbacher
  • Gold strahlen die Bäume in der Herbstsonne vor einem klaren, blauen Himmel… und Gold strahlen auch unsere Teller und Tassen mit dem Geschirr «Omnia Ritual» von der Porzellanmanufaktur Fürstenberg. Die 24-karätige Goldauflage auf der Innenfläche des anthrazitfarbenen Geschirrsets wird von Hand aufgetragen und feinpoliert. Bild: Fürstenberg
  • Zudem bringt das Set – bestehend aus nur vier Elementen, einem Speiseteller, einem Frühstücks- oder Beilagenteller, einer Schale und einem Becher – mit seinen Oberflächen inspiriert von Naturphänomen wie Lavaströmen, Gletschern oder Gesteinsschichtungen eine erdende Ruhe und Einfachheit in den Alltag. Bild: Fürstenberg
  • Der Name des Teppichs «Copper Moon» von Massimo Copenhagen erinnert an verwunschene Novembernächte. Zu 100% aus nachhaltigen Bambusfasern hergestellt, bringen seine warmen Braun- und Kupfertöne eine Prise Behaglichkeit ins Wohnzimmer. Bild: Massimo Copenhagen
  • Für einen leuchtenden, herbstlichen Farbtupfer im Wohnzimmer sorgt der Hocker «Fay» von Micasa. Ideal zur Ergänzung einer bereits bestehenden Einrichtung. Bild: Micasa
  • In Japan sagt man, «Handwerker beseelen das Objekt». Genau diese Beseeltheit verkörpern die «TREE-plates» von Miki Martinek, die komplett von Hand gedrechselt sind. Sie können als Teller, Brett, Deckel, Untersatz oder Schale dienen – im Herbst zum Beispiel für das Aufbewahren von Nüssen, Pilzen, Kastanien oder anderen Naturschätzen. Bild: Miki Martinek
  • Die Herbst/Winter Kollektion von Marc O’Polo Home bringt wärmende Farben im skandinavisch reduzierten Look ins Schlafzimmer. Bild: Marc O'Polo Home
  • Tiefe Aubergine-Töne und wärmende Gelb-Nuancen sorgen in der passend benannten Kollektion «Aubergine Sun» für strahlenden Optimismus und wohligen Komfort. Bild: Marc O’Polo Home
  • Auch das Verwesen gehört zum Herbst. Unheimlich schöne Oberflächen konnte die Keramik-Künstlerin Fréderique Vanvlasselaer dem Verwesungsprozess abgewinnen. Ihre «Cocooning»-Windlichter, die sie für die belgische Marke Serax gestaltete, sind von abblätternden Farbschichten, Risse in einer Wand oder einem verrottenden Holzstück inspiriert. Bild: Serax
  • Frische Blumen sind schön anzusehen, duften zart und bringen im Herbst ein Stück Sommer zurück ins Haus. Allzu üppig braucht ein Herbststrauss gar nicht zu sein, jetzt sind einzelne Blüten und Zweige an der Reihe. Vasen in warmen, erdigen Farben unterstreichen den dezenten Herbstlook, zum Beispiel die Vase «Manufacture Collier» von Villeroy & Boch. Bild: Villeroy & Boch
nächstes

    Den Senf dazu

    «Gelb setzt fröhliche Akzente. Sowohl in der Einrichtung als auch bei Modeaccessoires.»

     

    Gelb ist die Farbe der Sonne. Sie strahlt Wärme und Geborgenheit aus. Gelb ist aber auch die Farbe der guten Laune, des Lachens, der Heiterkeit, der Fröhlichkeit und allen Glücks auf der Welt. So steht es jedenfalls im Französischbuch meines Sohns, der grad in seinem Lieblingsfach die Bedeutung der Farben des Regenbogens durchnimmt.

    Das mit der Fröhlichkeit kann ich jedoch aus eigener Erfahrung bestätigen. Als diplomierte ETH-Architektin wäre für mich ­eigentlich betreffend Kleidung schwarz angesagt. In dem Buch «Why Do Architects Wear Black?» hat Cordula Rau, selbst Architektin und Journalistin, diese Frage bekannten Architekt*innen auf der ganzen Welt gestellt. Zu der Schwarz-Frage äusserten sich unter anderem die Gestalter Peter Eisenman, Jacques Herzog und Rem Koolhaas, Meinhard von Gerkan oder Matteo Thun. Ihre Antworten sind sachlich, lustig, tiefschürfend, kryptisch oder ganz einfach pragmatisch. Warum Architekten so gerne Schwarz tragen? «Aus Angst, sonst etwas falsch zu machen», «Schwarz macht dünn», «Weil das Leben so traurig ist» oder ganz einfach «Weil es so ist».

    Und jetzt stellen Sie sich vor, dass in diesem schwarzen Meer auf einmal eine gelbe Bluse aufblitzt? Das macht doch grad gute Laune und hat Signalwirkung. Dabei muss es ja nicht Zitronengelb sein. Ein sanfteres Senfgelb macht es allemal. Auch bei der Einrichtung würde ich ein kräftiges Gelb nicht flächendeckend einsetzen. Ein oder zwei Eyecatcher reichen durchaus. Oder wäre so ein sonnendurchtränkter Raum an Regen­tagen nicht doch etwas Schönes?

     

    Text: Anita Simeon Lutz, Chefredaktorin Das Ideale Heim 

     

    vorheriges
    • Der Nomad-Showroom in Hamburg zeigt nicht nur die tollen Teppiche der Marke, sondern auch Möbel wie den Sessel «Togo» von Ligne Roset. Bild Robert Rieger
    • Das kecke Sideboard «Mi» von Poltrona Frau gibt es auch auf Rädern. Bild: Poltrona Frau
    • «Heron» von Sahco ist ein legerer, semi-transparenter Stoff aus 100 % Leinen mit weichem Griff. Gibt es auch in warmem Curry. Bild: Sahco
    • Hochwertig bedruckte Stoffe in satten Gelb- und eleganten Goldtönen von Rubelli schaffen eine gemütliche Ecke, die zum Verweilen einlädt. Bild: Rubelli
    • Der Sessel «Round D.154.5» wurde von Gio Ponti 1954 entwickelt. Nun legt Molteni den Sessel in einer Überarbeitung wieder auf. Bild: Molteni
    • Die Wandschränke der Linie «Simetria» des Designstudios Besau-Marguerre für Schönbuch sind wahre Einrichtungs-Bijous. Bild: Schönbuch
    • Fragil, irisierend und zeitlos schweben die Leuchtobjekte von Eloa im Raum. Bild: Martin Müller
    nächstes

      Naturgleich

      «Ein erdiges Grün, das die Sinne öffnet und einen Moment des Innehaltens, des Ankommens, des Seins zelebriert – beruhigend und stimulierend zugleich.»

       

      Wie ein nie enden wollender Spaziergang durch einen dichten Tannenwald. Der Boden noch taubesetzt und ein schleierhafter Nebel hängt in den Ästen. Während eine mystische Stille den Ort umschmeichelt, mischt sich der Geruch von Holz und Laub in die frische Morgenbrise und das Moos ebnet weich den Weg durch das Grün. Und blickt man zu den Baumgipfeln empor, kann man die ersten Sonnenstrahlen des Frühlings auf der Haut förmlich fühlen.

      Ein Moment des Innenhaltens, ein Moment des Ankommens, ein Moment des Seins. So fühlt sich diese Farbe für mich an. «Shinrin Yoku» ist japanisch und bedeutet so viel wie «ein Bad in der Atmosphäre des Waldes nehmen» – heute auch als Waldbaden bekannt. Studien haben belegt, dass Waldbaden den Blutdruck senkt und Stresshormone reduziert. Nebst der Luftfeuchtigkeit, dem Sauerstoff und den ätherischen Ölen, die Bäume produzieren, wirkt das Grün des Waldes beruhigend auf die Nerven und soll das Immunsystem stimulieren. Kein Wunder hat sich gerade dieses matte Waldgrün zur aktuellen Trendfarbe gemausert. Denn so wie beim Waldbaden haben die erdigen Grüntöne auch in der Wohnung eine angenehme und beruhigende Wirkung. Je mehr man sich mit dieser Farbe umgibt, desto einfacher lassen sich die Sinne öffnen. Und auf einmal sitzt man nicht mehr in den eigenen vier Wänden, sondern befindet sich mitten in der Natur – was könnte einem in diesen Tagen Besseres passieren?

       

      Text: Carina Iten, Chefredaktorin metermagazin

       

      vorheriges
      • Modulares Wandregal in der Farbe Fennel. Bild: montana
      • «PC Portable» in Olive. Bild: Hay
      • «Around Coffee Table» in Dusty Green. Bild: muuto
      • «Connect Modular Sofa». Bild: muuto
      • Duvetbezug aus Flachs in Salbeigrün und Thymian. Bild: The linen Company
      • Alpakadecke «Asare» in Salbeigrün. Bild: Urbanara
      • «Harbour Side Chair». Bild: Menu Space
      • «Supernova IV» Vase. Bild: Eloa
      nächstes

        Ein Beitrag von metermagazin.com für RaiffeisenCasa