Wohnsituation im Alter frühzeitig planen

Peter Pauritsch, Privatkundenberater bei der Raiffeisenbank an der Limmat in Dietikon, berät Kunden, die eine Veränderung ihrer Eigenheimsituation anstreben und finanziellen Rat benötigen. Um sich einen Überblick zu verschaffen, hat er für uns die wichtigsten Fragen zum Thema beantwortet.

Interview mit Peter Pauritsch

Interview: Jeannette Wild Lenz

Es ist wichtig, das Thema Wohnen im Alter rechtzeitig und aktiv zu gestalten. Was sind Ihre Erfahrungen als Kundenberater in der Realität?

Wir sprechen unsere Kunden aktiv auf dieses Thema an. Die Reaktionen dabei fallen unterschiedlich aus: Die einen sind interessiert und froh, dass wir das Thema überhaupt ansprechen. Andere reagieren sehr erstaunt, da es für sie noch weit weg scheint. Wir haben aber auch Kunden – wie gerade letzthin eine langjährige Hypothekarkundin –, die sich selber melden.

Wo drückt der Schuh bei Ihren älteren Kunden am meisten?

Sie machen sich Gedanken darüber, was sie mit dem für sie inzwischen (zu) grossen Haus machen sollen, haben jedoch verständlicherweise Angst vor Veränderungen.

Zudem ist vielen bewusst, dass sie nach der Pensionierung über weniger Einkommen verfügen. Die Berichte in den Medien darüber, dass Banken den älteren Kunden die Hypothek aufgrund der Tragbarkeit künden, verunsichert sie.

Wir schauen mit jedem Kunden seine Situation individuell an und finden wo notwendig gemeinsam eine Lösung.

Im Eigenheim lässt sich aufgrund der tiefen Hypozinsen mit einer tiefen monatlichen Belastung leben. Für eine Wohnung ist meist ein Vielfaches zu zahlen. Welche Lösung bieten Sie Ihren Kunden dabei an?

Das schauen wir stets individuell mit dem Kunden an.

Ich kann aber gerne zwei Beispiele von möglichen Lösungen aufzeigen: Einer unserer Kunden hat sein 7-Zimmer-Haus verkauft und mit dem Erlös eine Eigentumswohnung gekauft. Ein anderes Beispiel: Eine Kundin ist aus ihrem Haus in eine kleinere Wohnung umgezogen und vermietet das Haus nun.

Manchmal ist der Weg zur Lösung aufwändig, er braucht Mut und man verlässt gewohntes Terrain. Doch es lohnt sich.
 

Wie und wo können Sie weiter unterstützen?

Wir als Bank haben verschiedene Dienstleistungen, die wir anbieten: Wir erstellen beispielsweise auf Wunsch ein Budget. Wir beraten bei der Anlagestrategie und dabei, wie man die Geldanlage optimal staffeln kann, damit die Auszahlungen zu verschiedenen Zeitpunkten und damit steuertechnisch optimal erfolgen. Zudem weisen wir je nachdem auf die Möglichkeit eines Vermögensverzehrs hin.

Die Kunden können wir ausserdem mit unserer neuen Dienstleistung «RaiffeisenCasa» bei Ihrem Immobilienverkauf unterstützen.
 

Welche Tipps möchten Sie den Lesern mitgeben?

Für jeden Menschen sieht die ideale Wohnform anders aus. Es gibt neben dem Altersheim so viele Alternativen wie beispielsweise Alterswohnungen, betreutes Wohnen oder Wohngemeinschaften. Wichtig ist, sich darüber früh genug Gedanken zu machen, welche Form am besten zu einem passt. In die Überlegungen sollten möglichst auch die Nachkommen miteinbezogen werden. Sie können mitdenken, mithelfen und sind ja betroffen, wenn es um den Verkauf des Eigenheims geht.

Zudem empfehle ich, sich auch frühzeitig mit dem Docupass von Pro Senectute zu befassen. Dieser umfasst Patientenverfügung, Vorsorgeauftrag und Testament.

Und als Gedankenanstoss: Die Hypothekarzinsen sind sehr tief. Warum also nicht monatlich etwas zur Seite legen für anstehende Sanierungen oder für den Zinsanstieg, der irgendwann kommen wird?
 

Machen auch Sie sich schon Gedanken, wie Sie im Alter wohnen möchten? Und haben Sie schon entsprechende Vorkehrungen getroffen?

Wir haben ein Haus, das recht schmal gebaut wurde. Vor allem meine Frau macht sich Überlegungen, wie wir es aufs Alter vorbereiten können mit beispielsweise einem Einbau eines Treppenlifts, dem Umbau der Toilette im Erdgeschoss oder nur schon wie wir die Stufen vor dem Haus umgehen könnten.

Zur Person

Peter Pauritsch

Peter Pauritsch, Privatkundenberater bei der Raiffeisenbank an der Limmat in Dietikon.