Crowdfunding in der Immobilienbranche

Wahrscheinlich trauert mancher Leser hier den guten alten Zeiten nach, als das Sparbüchlein noch eine «anständige» Rendite abwarf. Seit Einführung der Negativzinsen durch unsere Nationalbank muss man inzwischen ja schon froh sein, überhaupt noch ein bisschen was zu kriegen für sein Geld. Kommt Crowdfunding da nicht wie gerufen?

Soll man sich in die Menge werfen?

Tatsächlich ist Crowdfunding in der Immobilienbranche im Kommen. Das Wachstum hat seit 2015 förmlich abgehoben, allerdings ist das Volumen noch immer höchst bescheiden. Doch gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Plattformen, die es Privaten ermöglichen, direkt in Immobilien zu investieren. Der Vorteil liegt auf der Hand. Man kann am Immobilienboom partizipieren und zum Teil stattliche Renditen einfahren, ohne gleich ein ganzes Haus kaufen zu müssen. Bei diesem sogenannten Crowdinvesting wird man Miteigentümer einer Immobilie. Der Plattformbetreiber sucht geeignete Immobilienobjekte auf dem Markt und klärt mit einem Finanzinstitut die Hypothekarbelehnung ab. So dann schreibt er die Immobile inklusive Details wie Objekt- und Lageeigenschaften, Renditeberechnungen und Schätzungen auf seiner Webpage aus und sammelt das benötigte Kapital zum Erwerb der Liegenschaft ein. Ab 10‘000 CHF kann man mancherorts einsteigen, bei vielen Anbietern liegt die Latte aber deutlich höher. 

 

Geld für Hausanteil geben

Crowdfunding in der Immobilienbranche

Verlockend, aber nicht ganz ohne

Das klingt verlockend, aber hat natürlich auch den einen oder anderen Haken. Der Plattformbetreiber arbeitet natürlich nicht gratis und schöpft in der Regel etwa 3% Vermittlungshonorar ab. Zudem verlangt er selbstverständlich auch etwas für den Betrieb und den Unterhalt der Liegenschaft. Der einzige Aufwand für den Miteigentümer ist die Teilnahme an den meist jährlich stattfindenden Eigentümerversammlungen. Zeitlich hält sich der diesbezügliche Aufwand zwar in Grenzen, aber solche Versammlungen können manchmal ziemlich anstrengend sein. Dies auch, weil meistens Immobilienlaien am Tisch sitzen, die oft sehr kurzfristig denken und mitunter nötige Investitionen verschleppen. Das kann ziemlich anstrengend sein, dessen man sich bewusst sein sollte, wenn man sich für ein solches Investment entscheidet. Auch für Crowdinvestment gilt letztlich: kein Ertrag ohne Risiko. Und da der Markt überkauft ist, sind die Perlen rar gesät.

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Martin Neff, der Chefökonom von Raiffeisen

Martin Neff, der Chefökonom von Raiffeisen

Martin Neff gehört zu den führenden Immobilienexperten in der Schweiz. Er ist seit Anfang 2013 bei Raiffeisen Schweiz. Neff studierte Volkswirtschaft an der Universität Konstanz. Von 1988 bis 1992 arbeitete er beim Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) in Zürich, bevor er in die CS eintrat, dort das «Schweiz Research» aufbaute und seit 2008 Chefökonom war.