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Schweiz und EU: eine Hassliebe?

29.08.2019

Dieser Frage ging SRF-Korrespondent Sebastian Ramspeck am Finanz-Apéro unserer Raiffeisenbank nach. Nicolas Samyn, Leiter Investment Advisory bei Raiffeisen Schweiz, erläuterte für rund 300 Gäste im Lorzensaal in Cham die aktuelle Marktsituation.

SRF-EU Korrespondent Sebastian Ramspeck referierte über das Verhältnis zwischen der Schweiz und der EU, über Missverständnisse und Misstrauen. Was überwiegt?

 
Sebastian Ramspeck, SRF-Korrespondent
Sebastian Ramspeck, SRF-Korrespondent

Ramspeck begeistert das Publikum und gewährt Einblicke in seinen Alltag. Dabei erwähnt er auch Highlights zwischen den Bundesräten und dem EU-Kommissionspräsidenten, wie beispielsweise der berühmte Kuss zwischen Simonetta Sommaruga und Jean-Claude Juncker. Dass die Beziehung zwischen der Schweiz und EU aber nicht wirklich einer Liebesbeziehung gleichkommt, zeigte Ramspeck mit einem Filmausschnitt einer Pressekonferenz, in der er Jean-Claude Juncker fragt, wieso die EU in Bezug auf die Börsenäquivalenz mit der Schweiz so schroff umgehe? 

Die Brüsseler Mauern

Dem SRF-Korrespondent gelang es, hinter die Kulissen der Brüsseler Mauern zu blicken. Sein Fazit war bereits nach einer Viertelstunde klar und somit auch die eingangs gestellte Frage beantwortet: Für die EU existiert die Schweiz nicht. „Seit ich aus Brüssel berichte, war die Schweiz an sämtlichen Pressekonferenzen und an rund 30 EU-Gipfeln nie ein Thema.“ Die 1‘000 Journalisten, die in Brüssel arbeiten, interessieren sich nicht für das Verhältnis zwischen der Schweiz und der EU.

Auch der Rahmenvertrag und der Brexit kamen bei Ramspecks Referat nicht zu kurz. Er geht nicht davon aus, dass der Vertrag bis am 31. Oktober, also bis Grossbritannien aus der EU aussteigt, unterzeichnet werde.

 

 

 

Aktienmarkt Schweiz als Überflieger? 

 
Nicolas Samyn, Leiter Investment Advisory bei Raiffeisen Schweiz
Nicolas Samyn, Leiter Investment Advisory bei Raiffeisen Schweiz

Nicolas Samyn, Leiter Investment Advisory bei Raiffeisen Schweiz sprach unter anderem über den Schweizer Aktienmarkt. In einem Rückblick verwies er über den stattlichen Anstieg des Marktes seit der Finanzkrise (2007) um 47 %. Die Treiber waren insbesondere Nestlé, Lonza und Swiss Life Aktien. Auch im vergangenen Monat, erreichte der SMI Rekordwerte, und dies trotz anhaltender Skepsis der Anleger. Brexit, der Iran und der Handelskonflikt zwischen der USA und China sorgen aber immer noch für Herausforderungen. 

 

Samyn erwartet ein weiterhin volatiles Marktumfeld und empfiehlt, das Kapital möglichst diversifiziert anzulegen. Als Beimischung werden nach wie vor Immobilienanlagen empfohlen, da die Ausschüttungsrenditen im Vergleich zu den Obligationenzinsen höher liegen. Der starke Franken – Fluch oder Segen? Die Antwort von Samyn kommt postwendend: Die heimische Währung bleibt stark, eine Parität zum Euro sollte aber nicht erreicht weden, dafür wird die Währung von der SNB zu stark gestützt. Das Fazit von Samyn: Langfristiges Investieren zahlt sich immer aus, auch wenn es zwischenzeitlich an den Märkten etwas rumpelt. 

 
Expertentalk

Im anschliessenden Expertengespräch mit den beiden Referenten, konnten auch die Gäste Fragen an die Profis stellen. Das Publikum war am Ende des Abends begeistert und bedankte sich mit grossem Applaus.