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  • Unternehmertum
02.11.2026

Industrie wächst weiter, Dynamik nimmt ab

  • Der KMU PMI sinkt im Oktober, bleibt jedoch über der Wachstumsschwelle
  • Auftragsbestand und Produktion verlieren an Schwung
  • Fachkräftemangel rückt wieder stärker in den Fokus

St.Gallen, 2. November 2026. Der Raiffeisen KMU PMI ist im Oktober von 54,5 auf 52,0 Punkte gesunken. Damit signalisiert der Index weiterhin eine Expansion der Schweizer Industrie, allerdings mit deutlich geringerem Tempo als in den Vormonaten. Die Industriekonjunktur befindet sich weiterhin auf Erholungskurs, auch wenn der jüngste Rückgang zeigt, dass der Aufschwung nicht geradlinig verläuft.

 

Industrieerholung verliert an Tempo

Die Belebung der Geschäftstätigkeit bei den Schweizer Industrie-KMU setzte sich im Oktober fort, allerdings mit geringerer Dynamik. Hauptverantwortlich für den Rückgang des PMI waren die beiden am stärksten gewichteten Komponenten Auftragsbestand und Produktion. Beide Teilindizes sanken gegenüber dem Vormonat deutlich, blieben jedoch weiterhin über der Wachstumsschwelle. Der Beschäftigungsindex blieb leicht über der Wachstumsschwelle und deutet damit auf eine stabile Arbeitskräftenachfrage hin. Anzeichen der Industrieerholung zeigen sich auch bei den Schweizer Ausfuhren. Die Gesamtexporte schwankten zuletzt aufgrund der volatilen Pharmaausfuhren ungewöhnlich stark. Abseits der Pharmabranche ist seit einigen Monaten jedoch ein zunehmend breit abgestützter Aufwärtstrend erkennbar. Die Industrie expandiert damit weiter, allerdings verlangsamt sich das Tempo gegenüber dem starken Septemberwert.

 

Fachkräftemangel gewinnt an Bedeutung

Die Sonderumfrage zeigt, dass sich die Herausforderungen vieler KMU verändern. Während die Konjunkturlage insbesondere für exportorientierte Unternehmen weiterhin ein wichtiges Thema bleibt, nennen viele binnenorientierte Betriebe zunehmend den Mangel an qualifizierten Arbeitskräften als grösste Herausforderung. Die Verschiebung der Herausforderungen passt zum Bild einer Industrie, die sich allmählich aus ihrer jahrelangen Schwächephase löst.

«Die Schweizer Industrie befindet sich weiterhin auf Erholungskurs. Der PMI-Rückgang im Oktober zeigt jedoch, dass die Dynamik zuletzt nachgelassen hat. Gleichzeitig gewinnt der Fachkräftemangel für viele KMU wieder an Bedeutung», erklärt Domagoj Arapovic, Senior Economist bei Raiffeisen Schweiz.

 

Über den KMU PMI von Raiffeisen

Der Raiffeisen KMU PMI beruht auf demselben Konzept wie die bewährten Einkaufsmanagerindizes (Purchasing Manager‘s Index). Rund 200 Firmenkunden von Raiffeisen aus allen Branchen des verarbeitenden Gewerbes werden monatlich zu verschiedenen Aspekten ihrer Geschäftsaktivität befragt. Dank der grossen Firmenkundenbasis der Raiffeisen Gruppe und der lokalen Verankerung der Raiffeisenbanken ist der KMU PMI breit abgestützt und repräsentativ für die ganze KMU-Landschaft. Die befragten KMU geben eine Einschätzung zu verschiedenen Aspekten der Geschäftsaktivität ab. Die Antworten werden in mehrere, gewichtete Subkomponenten unterteilt, die zu einem Gesamtindex zusammengeführt werden. Die Subkomponenten sind: Auftragsbestand (30%), Produktion (25%), Beschäftigung (20%), Lieferfristen (15%) und Einkaufslager (10%). Indexwerte von über 50 Punkte zeigen eine Expansion gegenüber dem Vormonat an, während Werte von unter 50 auf eine rückläufige Geschäftslage schliessen lassen.

 

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