Devisenstrategien

Devisenmanagement: In drei Schritten zum Erfolg

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Das Absichern von Wechselkursen wird zum unternehmerischen Thema, sobald sich in der Wertschöpfungskette des Unternehmens Fremdwährungspositionen befinden. Deshalb lohnt es sich für Unternehmerinnen und Unternehmer Devisen bewusst zu managen. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, welche drei Schritte erfolgreiches Devisenmanagement beinhaltet.
 

Fremdwährungs-Exposure darf nicht unterschätzt werden

Löhne, die in ausländischer Währung bezahlt, Bauteile, die im Ausland eingekauft, Maschinen, die importiert werden: Oft sind Unternehmer überrascht vom effektiven Fremdwährungsrisiko – das sogenannte «Fremdwährungs-Exposure» – in ihrer Bilanz. Die vorgängige Definition einer Devisenstrategie sorgt in solchen Situationen für Planungssicherheit und hilft, Risiken abzufedern.

 

Devisenmanagement in drei Schritten

Bevor eine Devisenstrategie ermitteln werden kann, müssen mit dem richtigen Devisenmanagement das Währungs-Exposure erfasst und Risiken sowie deren Ausmass erkannt werden. Erfolgreiches Devisenmanagement beinhaltet die nachfolgenden drei zentralen Schritte:
 

1. Währungs-Exposure erfassen

Den Ausgangspunkt bildet für jede relevante Fremdwährung die Erfassung aller Zahlungsströme, die Wechselkursrisiken ausgesetzt sind. Dies sowohl auf der Export- wie auch auf der Importseite. So erhält ein Unternehmen einen Überblick, welcher Anteil der Umsätze bzw. Kosten in welchen Währungen anfällt. Oft sind Unternehmer überrascht, wenn sie ihr tatsächliches Währungs-Exposure erkennen.
 

2. Risiken erkennen und quantifizieren

Ausgehend vom Währungs-Exposure lässt sich erkennen, welche Risiken für das zugrunde liegende Kerngeschäft durch Veränderungen der Wechselkurse entstehen und wie gross sie sind.

Ein Unternehmen, das mit einem Jahresumsatz von zwei Millionen Euro rechnet, verliert bei einer Aufwertung des Schweizer Frankens um 10 Prozent über 200'000 Franken an Einnahmen. Daraus lassen sich dann wiederum die Folgen für die Gesamtprofitabilität bzw. die Margen der betroffenen Produktekategorien ableiten – und der Unternehmer kann entscheiden, ob sie für ihn tragbar sind oder nicht.
 

3. Massgeschneiderte Devisenstrategie definieren

Sind das Exposure und seine Risiken bekannt, werden in einer Devisenstrategie die entsprechenden Massnahmen zur Minimierung bzw. Reduktion der Risiken definiert. Die Strategie ist dabei immer unternehmensspezifisch. Massgebende Faktoren sind:

  • Branche, in der das Unternehmen tätig ist
  • Zugrundeliegendes Geschäftsmodell
  • Risikofähigkeit des Unternehmens
  • Risikobereitschaft des Unternehmers

Mit Deviseninstrumenten kostengünstig absichern

Ist erst mal eine Strategie definiert, lassen sich Währungsrisiken mit einfachen Instrumenten kostengünstig absichern. Indem Sie Ihrem Raiffeisen Kundenberater mitteilen, welche Währung Sie zu welchem Zeitpunkt kaufen oder verkaufen möchten, kann der Wechselkurs für den Zeitpunkt bereits im Vorfeld bestimmt und abgesichert werden.

Ist die Laufzeit eher kurzfristig ausgerichtet (ein bis zwei Tage), kommt das Devisenkassageschäft zur Anwendung. Geht es um einen längeren Zeitraum, sind das Devisentermingeschäft oder der Devisen-Swap die richtigen Instrumente.