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28.08.2026

Anlageguide September 2026: Zinsen – die Taktgeber der Finanzmärkte

  • Kapital hat wieder seinen Preis: Die Zeit der Tiefzinsen scheint vorerst vorbei
  • Die Kapitalmarktzinsen liegen weltweit auf Mehrjahreshöchstständen und dürften länger erhöht bleiben
  • Höhere Zinsen belasten Aktien und Immobilien, während Obligationen an Attraktivität gewinnen
  • Raiffeisen bleibt angesichts geopolitischer Unsicherheiten und steigender Zinsen leicht defensiv positioniert

St.Gallen, 28. August 2026. Jahrelang profitierten Anlegerinnen und Anleger von tiefen Zinsen und reichlich verfügbarer Liquidität. Dieses Umfeld verändert sich zunehmend. Die Kapitalmarktzinsen sind weltweit deutlich gestiegen und notieren in vielen Ländern auf Mehrjahreshöchstständen. Aus Sicht der Anlageexperten von Raiffeisen spricht vieles dafür, dass es sich dabei nicht um eine vorübergehende Entwicklung handelt. Die Ära des billigen Geldes scheint vorerst vorbei.

 

Höhere Zinsen dürften bleiben

Mehrere Entwicklungen sprechen für ein dauerhaft höheres Zinsniveau. Dazu zählen die weltweit steigende Staatsverschuldung, der enorme Kapitalbedarf für den Ausbau von KI-Infrastruktur sowie ein anhaltender Inflationsdruck. Zusätzlichen Zinsauftrieb erzeugen die geopolitischen Spannungen und die geldpolitische Wende in Japan. Höhere Zinsen verteuern die Finanzierung von Unternehmen und Staaten und verändern die Attraktivität der verschiedenen Anlageklassen. «Die Finanzmärkte müssen sich auf eine neue Realität einstellen. Nach Jahren sehr tiefer Zinsen spricht vieles dafür, dass Kapital künftig wieder einen höheren Preis haben wird», sagt Matthias Geissbühler, Chief Investment Officer bei Raiffeisen Schweiz. «Ein höheres Zinsniveau setzt die Bewertung von Aktien und Immobilien unter Druck, während Obligationen tendenziell wieder an Attraktivität gewinnen.»

 

Die Schweiz bleibt nicht immun

Im internationalen Vergleich nimmt die Schweiz derzeit eine Sonderrolle ein. Die Franken-Zinsen konnten sich dem globalen Aufwärtstrend bislang weitgehend entziehen, weshalb Schweizer Obligationen aus Renditesicht weiterhin weniger attraktiv erschienen als vergleichbare ausländische Anleihen. Dennoch sind Schweizer Anlegerinnen und Anleger von den internationalen Entwicklungen betroffen. Die globalen Kapitalmärkte sind eng miteinander verflochten und beeinflussen auch die Bewertung von Schweizer Aktien und Immobilien.

 

Raiffeisen bleibt leicht defensiv positioniert

Die geopolitischen Unsicherheiten, die hartnäckige Inflation, das höhere Zinsniveau sowie saisonale Faktoren sprechen derzeit für eine leicht defensive Anlagetaktik. Raiffeisen bevorzugt qualitativ hochwertige und dividendenstarke Schweizer Aktien, Schweizer Immobilienfonds sowie Gold. Demgegenüber bleiben Hochzinsanleihen sowie die zyklischeren Aktienmärkte Europas und der Schwellenländer untergewichtet.

 

Über den Raiffeisen Anlageguide

Im monatlichen Anlageguide beleuchtet Matthias Geissbühler, Chief Investment Officer bei Raiffeisen Schweiz, zusammen mit seinem Team die aktuelle Lage an den Finanzmärkten und die Implikationen auf die verschiedenen Märkte und Anlageklassen. Zudem widmet sich der Anlageguide im Fokusteil jeden Monat einem aktuellen Thema, das die Finanzmärkte beschäftigt, und liefert spannende Hintergrundinformationen dazu. Mehr zum Anlageguide sowie weitere Markteinschätzungen finden Sie unter raiffeisen.ch/anlageguide.