Gelebte Nachhaltigkeit in Schweizer KMU

Energie nicht aus dem Ausland, sondern aus der eigenen Werkstatt

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Das Ziel: die Abhängigkeit von importierten Energieträgern reduzieren und die Nachhaltigkeit des eigenen Unternehmens erhöhen. Die Lösung: eine Holzschnitzelheizung, die mit den Abfallprodukten aus der eigenen Schreinerei betrieben wird. Die Bantli AG aus Eschenz beheizt aber nicht nur ihre Werkstatt, sondern mittlerweile in einem Wärmeverbund 16 weitere Häuser – und das auch finanziell erfolgreich.
 

«Gas aus Russland, Öl aus dem Nahen Osten – das ist doch Unsinn», sagt Oliver Bantli. Der Inhaber des Schreinerei- und Holzbauunternehmens Bantli AG will seine Abhängigkeit von importierten Energieträgern reduzieren und findet: «Energie sollte man dort nutzen, wo sie anfällt.» Für Bantli und sein Familienunternehmen, das im vergangenen Jahr Finalist des Raiffeisen Unternehmerpreis Ostschweiz war, heisst die Lösung darum: Aus Holzabfall wird Wärme.

2012 stellte der Betrieb von einer konventionellen auf eine Holzschnitzelheizung um und verfeuert darin seither Späne, Sägemehl und geschredderte Holzreste – alles also, was tagtäglich im Betrieb anfällt. Damit beheizt die Bantli AG nicht nur die eigene Werkstatt, sondern in einem Wärmeverbund weitere 16 Liegenschaften in der Nachbarschaft.

 

Menschen für eine gute Sache begeistern

«Die Idee dazu hatte bereits mein Vater», erzählt Oliver Bantli. «Aber vor 30 Jahren war die Zeit wohl noch nicht reif dafür.» Als sich dann vor rund 10 Jahren ein Ersatz der bestehenden Heizung abzeichnete, wagte Oliver Bantli einen neuen Versuch. Mit viel Leidenschaft gelang es dem Firmeninhaber, seine Nachbarinnen und Nachbarn vom Projekt zu überzeugen. «Das ist der Unternehmer in mir: Es macht mir Freude, Menschen für eine gute Sache zu begeistern», sagt Bantli.

 

Die Rechnung geht auf

Insgesamt gut 400'000 Franken hat Oliver Bantli in den Wärmeverbund investiert. Hat sich das gelohnt? «Ja. Wir machen zwar kein Vermögen mit der Anlage. Aber berechnet man mit ein, dass wir die Holzabfälle, die bei uns anfallen, sonst anderweitig entsorgen müssten, geht die Rechnung auch kommerziell auf.» Für Unternehmer und Familienvater Bantli mindestens genauso wichtig: Die Lösung ist ökologisch nachhaltig. «Mir ist es wichtig, dies meinen Kindern vorleben zu können», so Bantli.

Raiffeisen-Kundenberater Thomas Graf unterstützte den Unternehmer bei seinem Vorhaben. «Oliver Bantli hat das Projekt Wärmeverbund aus eigenem Antrieb realisiert und aus eigener Kraft finanziert. Wir haben ihn aber im Rahmen der langfristigen Finanzplanung beraten und uns hinsichtlich Strategie regelmässig ausgetauscht.» Das Unternehmen bezeichnet Graf als Leuchtturm der Region. «An die grosse Glocke hängt Oliver Bantli seine Nachhaltigkeitsbestrebungen aber nicht. Für ihn ist das eine Selbstverständlichkeit.»

 

Weitere Nachhaltigkeitsinitiativen der Bantli AG

Die Bantli AG wirtschaftet nicht nur ökologisch nachhaltig, sondern agiert auch sozial und ökonomisch nachhaltig:
 

Bantli AG
Bantli AG

Die Bantli AG ist ein Schreinerei- und Holzbauunternehmen mit Sitz in Eschenz (TG). Zum Angebot der Firma gehören Möbel, Innenausbau, Bodenbeläge und Zimmereiarbeiten. Der Familienbetrieb wird in zweiter Generation von Oliver und Petra Bantli geführt. Die Bantli AG hat rund 40 Mitarbeitende, darunter acht Lernende.