Vorbild sein: Frauen in Führungspositionen bei Raiffeisen

Bei Raiffeisen arbeiten inspirierende Führungskräfte, die mit ihrem Engagement und ihrer Expertise ihre Teams erfolgreich führen. Andrea Steinmann Mascaro und Andrea Berner geben Einblick in ihren Karriereweg und zeigen, wie sie ihre Teams inspirieren.

 

Führungskräfte im Interview

 

Wie sieht dein Karriereweg bis anhin aus?

Andrea Steinmann Mascaro: Nach einer Handelsmittelschule habe ich in verschiedenen KMU-Betrieben im Vertrieb und in der Buchhaltung gearbeitet. Das hat mir eine gute Basis für meinen weiteren beruflichen Weg gegeben. Von Haus aus komme ich aus einer Unternehmerfamilie. Wir hatten ein Baugeschäft, was meine Affinität sowohl fürs Firmenkundengeschäft als auch zu Immobilien erklärt. Durch meine Weiterbildung an der HFW erhielt ich die Möglichkeit, in der damaligen Schweizerischen Kreditanstalt ins Bankwesen einzusteigen und war zunächst Assistentin im Firmenkundenbereich bevor ich dann ein Jahr später  mein eigenes Portfolio an Firmenkunden betreuen durfte.

Bei der Raiffeisenbank Zürich habe ich zuerst das Firmenkunden-Team geleitet, nach zwei Jahren den gesamten Kreditbereich übernommen und kurz darauf bin ich in die Bankleitung gewählt worden. Spannend war in diesen letzten 23 Jahren, dass wir eine neue Bank von Null auf zu einer der heute grössten Raiffeisenbanken in der Schweiz aufbauen konnten.

Andrea Berner: Ursprünglich habe ich ein Jura-Studium begonnen. Ich habe dieses aber abgebrochen und vor mehr als 20 Jahren per Quereinstieg als Software-Entwicklerin in der IT-Branche Fuss gefasst. Seither hat es mich in der IT gehalten, wobei ich stets auch Themen rund um Handel und Plattformen in meinem Verantwortungsbereich hatte. Über on-the-job Ausbildungen und akademische Weiterbildungen habe ich mein Fachwissen stetig erweitert und schliesslich bei Raiffeisen Schweiz meine erste Führungsposition übernommen. Seither habe ich verschiedene Gruppen und Abteilungen geleitet. Seit 2021 leite ich nun den Bereich Basissysteme.

Andrea Berner
«Ich hatte bei Raiffeisen immer Vorgesetzte, die mich unterstützt, herausgefordert, mir Feedback gegeben und vor allem die Chancen zur Weiterentwicklung gegeben haben.»

Andrea Berner

Bereichsleiterin Basissysteme, Raiffeisen Schweiz

Wie hat Raiffeisen als Arbeitgeberin deine berufliche Entwicklung unterstützt? 

A. S. M: Ich wurde von Anfang an von Raiffeisen gefördert. Ich hatte die Möglichkeit am Kaderentwicklungsprogramm sowie am Bankleitercollege teilzunehmen und später habe ich den Master in Bank Management absolviert. Raiffeisen hat mich bei jeder Weiterbildung unterstützt. Zwischendurch habe ich Einzelcoachings in Spezialthemen erhalten und auch mein Mentoring-Jahr hat mir viel gebracht und meine Entwicklung gefördert.

A. B.: Raiffeisen hat mich stets in meiner Entwicklung begleitet und mir die Möglichkeit gegeben, mich auch inhaltlich zu verändern. Obwohl ich noch keine Erfahrung in der Führung hatte, habe ich die Chance erhalten, ein Team zu führen. Ich habe den Kaderentwicklungsprozess durchlaufen, verschiedene externe sowie interne Mentoring-Programme besucht und einen Master in Leadership und Management absolviert. Der wichtigste Punkt war aber: Ich hatte bei Raiffeisen immer Vorgesetzte, die mich unterstützt, herausgefordert, mir Feedback und vor allem die Chancen zur Weiterentwicklung gegeben haben.

 

Was war die grösste Herausforderung auf deinem bisherigen Karriereweg?

A. S. M.: Die grösste Herausforderung auf meinem bisherigen Karriereweg war der Übergang von der Rolle der Teamleiterin zur Abteilungsleiterin. Diese Veränderung brachte viele neue Verantwortungen und Erwartungen mit sich. Glücklicherweise konnte ich auf die Unterstützung meines Vorgesetzten zählen, und ein Teambildungs-Workshop half uns, die Zusammenarbeit im Team schnell zu verbessern und zu stärken.

A. B.: Was die grosse Herausforderung ist, sind Entscheidungen, die Mitarbeitende betreffen. Da stecken persönliche Schicksale dahinter, es gibt schwierige Situationen und Entscheidungen, die von einer Führungskraft getroffen werden müssen und Konsequenzen mit sich tragen. In diesen Herausforderungen ist es mir wichtig, dass ich jederzeit menschlich bin. In solchen Situationen tausche ich mich vor allem mit meiner Stellvertretung oder meinen Kolleginnen und Kollegen aus. In besonders schwierigen Situationen suche ich zudem externe Unterstützung im Rahmen eines Coachings.

Andrea Steinmann Mascaro
«Als Vorgesetzte beziehe ich die Ansichten meiner Mitarbeitenden bei meinen Entscheidungen mit ein und fördere die Eigeninitiative.»

Andrea Steinmann Mascaro

Leiterin Firmen- und Immobilienkunden und Stv. Vorsitzende der Bankleitung, Raiffeisenbank Zürich

Wie würdest du deinen Führungsstil beschreiben?

A. B.: Ich lebe einen transformationalen Führungsstil. Dabei geht es um werte- und zielorientierte Führung. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir nur gemeinsam Ziele erreichen können. Dafür ist es zentral, dass meine Mitarbeitenden die Vision und Ziele verstehen und für sich adaptieren können. Meine Aufgabe ist es, die dazu notwendigen Rahmenbedingungen vorzugeben und meine Mitarbeitenden hinsichtlich ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen zu befähigen. Dabei ist eine Vorbild-Funktion wichtig. Ich verhalte mich so, wie ich es mir von meiner eigenen Führung wünsche. Zudem habe ich eine klare Kommunikation, bin klar in den Erwartungen und den Rahmenbedingungen und gebe direkte und konstruktive Kritik. Und schliesslich zähle ich zu meinen Stärken, aktiv zuzuhören und meine Mitarbeitenden wirklich ernst zu nehmen.

A. S. M.: Ich pflege einen kooperativen Führungsstil. Dieser basiert für mich auf einem offenen Betriebsklima, in dem sich die Mitarbeitenden mit Fragen, Ideen, Kritik und Lösungsmöglichkeiten einbringen können. Als Vorgesetzte beziehe ich die Meinungen von meinen Mitarbeitenden bei meinen Entscheidungen mit ein und fördere ihre Eigeninitiative. Damit – so bin ich überzeugt – steigt das Verantwortungsbewusstsein, und das Team sowie das ganze Unternehmen profitiert von motivierten Mitarbeitenden und innovativen Ideen.

 

Was macht dir besonders Spass in deiner Rolle als Führungskraft?

A. B.: Gemeinsam mit Menschen Ziele zu erreichen. Was mich mit Stolz erfüllt ist, Menschen in ihrer Entwicklung und im Wachsen zu erleben. Wenn ich Mitarbeitende in ihrer Entwicklung unterstützt habe und ich sehe, wie sie an ihren Aufgaben wachsen und Freude daran haben - das ist das Tollste überhaupt.

A. S. M.: Mir macht das gemeinsame Erreichen von Zielen, das «Miteinander auf der gleichen Seite des Strickes ziehen», grossen Spass und motiviert mich sehr. Für mich haben auch die vier Werte von Raiffeisen (Unternehmertum, Nachhaltigkeit, Glaubwürdigkeit und Nähe) einen sehr hohen Stellenwert, denn genau diese leiten und begleiten meine Arbeit in allen Facetten.

 

Welchen Tipp gibst du Personen, die eine Führungsposition anstreben?

A. S. M.: Eine positive Grundhaltung ist für mich das Fundament einer erfolgreichen Führung – man muss Menschen mögen (Mitarbeitende, Kundinnen und Kunden, Netzwerkpartnerinnen und -partner), und ein feines Gespür für seine Mitmenschen haben. Wichtig ist auch ein gesundes Selbstmanagement, das die Reflexion des eigenen Handelns und das Lernen von Vorbildern umfasst.

A. B.: Die Person muss klar formulieren, was sie anstrebt. Sie sollte sich aber auch bewusst sein, dass sie in einer Führungsfunktion für Menschen und deren Zielerreichung verantwortlich ist. Die Verantwortung verschiebt sich vom Fachthema hin zum Menschen. Und das führt oft zu einem höheren Druck und zeitlichem Engagement. Es ist also wichtig, sich im Vorfeld zu überlegen, ob man wirklich eine Führungskarriere anstrebt. Wenn die «innerliche Buchhaltung» stimmt, dann sind meine Tipps:

  1. Immer sich selbst bleiben. 
  2. Gesunder Menschenverstand hilft. Also sich überlegen, wie man selbst geführt werden möchten und das auf die eigene Führung adaptieren.