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Schweizer Wirtschaft gut in Schwung
Finanzinfo
In der kommenden Woche dürfte die SECO-Schätzung zum Q2 2018 die aktuell solide Wirtschaftslage bestätigen. Bereits im Q1 2018 ist das BIP gegenüber dem vorherigen Quartal um stolze 0,6 Prozent angestiegen und hat die Jahreswachstumsrate auf 2,2 Prozent gebracht.
Das Wachstum ist über die Wirtschaftssektoren relativ breit abgestützt. Während im Baugewerbe eine gewisse Konsolidierung festzustellen ist, kann das verarbeitende Gewerbe weiter zulegen. Sowohl der Handel als auch die Finanzdienstleister leisten einen bedeutenden Beitrag zum Wachstum.
Tiefe Arbeitslosenquote
Die erfreuliche Wirtschaftslage zeigt sich auch auf dem Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote liegt mit 2,6 Prozent so tief wie zuletzt vor der Finanzkrise von 2008. Sowohl im Industrie- als auch im Dienstleistungssektor steigt die Zahl der Beschäftigten an. Im verarbeitenden Gewerbe hat seit 2017 ein leicht positiver Trend eingesetzt. Das Gros der neuen Stellen entsteht aber nach wie vor im Dienstleistungssektor. Seit dem Vorjahresquartal ist knapp ein Drittel des Beschäftigungsanstiegs auf die Branchen Erziehung und Unterricht sowie Gesundheits- und Sozialwesen zurückzuführen. Die Befragungen der Einkaufsmanager bestätigen, dass die Beschäftigungsperspektiven auch in der Industrie gut sind. Darüber hinaus äusserten sich die befragten Einkaufsmanager positiv zur Produktion und zum Auftragsbestand.
Handelsstreitigkeiten als Hauptrisiko
Gegenwärtig liegt das Hauptrisiko für die exportorientierte Schweizer Wirtschaft bei den anhaltenden Handelsstreitigkeiten. Auch eine erneute Aufwertung des Schweizer Frankens ist vor allem in Anbetracht der Budgetdebatte in Italien nicht auszuschliessen. Eine Eskalation ist allerdings nicht zu erwarten. Folglich sollte der Euro mittelfristig zulegen, vor allem weil die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) etwas weniger expansiv werden dürfte.
Schweizer Aktienmarkt stockt weiterhin
Trotz guter Wirtschaftslage kommt der Schweizer Aktienmarkt in diesem Jahr nicht richtig auf Touren. Werden die Dividenden mit einberechnet, ist die Bilanz bisher nur leicht positiv. Die Schweizer Aktien können aufgrund globaler Risikoherde, Handelskonflikte oder auch steigender US-Zinsen kein Eigenleben entwickeln.
Die solide nationale und globale Wirtschaftsentwicklung hat positive Auswirkungen auf die Entwicklung der Unternehmensgewinne und bildet ein stabiles Fundament für die Aktienmärkte. Denn bei steigenden Unternehmensgewinnen und konsolidierenden Aktienkursen kann zumindest bewertungsseitig eine gewisse Entspannung am Aktienmarkt ausgemacht werden.