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04.05.2018

Stabiles Zins- und Inflationsumfeld für Gold

 

Der Goldpreis musste im April spürbare Verluste hinnehmen. Damit vermochte der Preis für das Edelmetall ein weiteres Mal nicht aus dem seit Mitte Januar leicht abwärts gerichteten Handelskanal auszubrechen.

Dennoch erwarten wir, dass der Goldpreis nach unten relativ gut abgesichert sein dürfte und in eine tendenzielle Seitwärtsbewegung übergehen sollte. Denn vor allem das Zins- und Inflationsumfeld erscheint uns insofern stabil, als dass keine zusätzliche Belastung für Gold entstehen sollte. So dürfte die Zinssituation für Gold trotz langsam einsetzender geldpolitischer Normalisierung global gesehen relativ entspannt bleiben.

Gold einzig in den USA ungünstig

Auch wenn steigende Zinsen für das gelbe Metall grundsätzlich eine Belastung darstellen, greift die isolierte Betrachtung des allgemeinen Zinsniveaus zu kurz. Viel entscheidender für den Goldpreis sind nämlich die Realzinsen, also die Differenz zwischen dem Zins- und dem Inflationsniveau. Und hinsichtlich dieser Realzinsen ist gegenwärtig einzig in den USA das Umfeld für Gold etwas ungünstig. So liegen bereits die Renditen zweijähriger US-Anleihen schon leicht über dem amerikanischen Inflationsniveau. Zehnjährige US-Papiere notieren bereits mehr als 30 Basispunkte über der Inflationsrate, was sie im Vergleich zu einer Goldanlage entsprechend attraktiv erscheinen lässt.

Kein nennenswerter Anstieg bei den Realzinsen in Europa

Von einer solchen Situation ist man in Europa noch weit entfernt. Insbesondere in den Kernländern der Eurozone ist es nach wie vor kaum möglich, mit den Realzinsen einen positiven Ertrag zu generieren. Bei den deutschen Staatsanleihen etwa liegen selbst Papiere mit 30 jähriger Laufzeit noch rund 20 Basispunkte unter der Teuerungsrate. An diesem Gold nicht belastenden Zins- und Inflationsumfeld in Europa dürfte sich vorerst nichts ändern. So gehen wir bis auf weiteres von keinem nennenswerten Anstieg bei den Realzinsen aus. Gleichzeitig dürfte sich in den USA die Situation für Gold insofern nicht verschärfen, als dass sich die Differenz zwischen den Renditen auf zehnjährige Treasuries und der Teuerung nicht weiter ausweiten sollte.

Wir erachten vor diesem Hintergrund die zins- und inflationsseitigen Einflussfaktoren als relativ beständig und erwarten daher keinen zusätzlichen Abwertungsdruck für den Goldpreis. Entsprechend sehen wir uns in der Empfehlung einer neutralen Goldquote bestätigt.