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17.08.2018

Türkei-Krise mit limitiertem Gefahrenpotenzial

Finanzinfo

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Die angespannte Situation rund um die Türkei lastet zurzeit auf den Finanzmärkten. Insbesondere an den Devisenmärkten machen sich damit verbundenen Unsicherheiten bemerkbar. Die von der Türkei ausgehende Gefahr für die Weltwirtschaft und die Schweiz bleibt aber äusserst überschaubar. 

 

Die türkische Lira steht massiv unter Druck und zieht auch andere Schwellenländer in Mitleidenschaft. Trotz aller Besorgnis bleiben die Auswirkungen der Türkei-Krise auf andere Schwellenländer limitiert. Denn bei deren Währungen konnten die zwischenzeitlich schmerzhaften Kursverluste zum Teil wieder deutlich verringert werden. So dürften sich die aufstrebenden Volkswirtschaften grundsätzlich viel mehr mit der Politik der grossen Zentralbanken beschäftigen als mit den Entwicklungen in der Türkei.

 

Überschaubare Folgen für das Ausland

Bei nüchterner Betrachtung der aktuellen Situation ist die von der Türkei-Krise ausgehende Gefahr auch für andere Länder limitiert. Denn einerseits ist die wirtschaftliche Bedeutung der Türkei auf globaler Ebene zu gering, um einen grösseren Flächenbrand auslösen zu können. Andererseits ist auch das Türkei-Exposure der Banken insgesamt relativ gering. In Europa haben die britischen Finanzinstitute am meisten entsprechende Forderungen. Bei den Banken aus der Eurozone und aus der Schweiz fallen diese Positionen noch überschaubarer aus. Kommt hinzu, dass die Banken der Eurozone heute selbst bei einem Ausfall der Forderungen gegenüber der Türkei über eine wesentlich robustere Eigenkapitaldecke verfügen als noch vor einigen Jahren. Auch die verbesserte Bankenaufsicht führt dazu, dass die Banken der Eurozone weniger krisenanfällig sind.

 

Geringes Türkei-Risiko für die Schweiz

Auch für die Schweiz ist das Türkei-Risiko beschränkt. Bei einem positiven Handelsbilanzsaldo ist das Exportvolumen im Vergleich zu den Gesamtausfuhren bescheiden: 2017 gingen nur 0,8 Prozent aller Schweizer Exporte (auf CHF-Basis) in die Türkei. Der grösste Teil davon entfällt dabei auf Maschinen, Uhren sowie Produkte der Chemie- und Pharmabranche. Bei diesen Produkten fällt der Türkei-Anteil im Vergleich zur gesamten Exportmenge nahezu vernachlässigbar aus.

 

Auch wenn sich die Türkei-Krise noch verschärfen sollte, halten wir die davon ausgehende Gefahr für die Weltwirtschaft, den Bankensektor und die Schweiz als äusserst limitiert