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09.11.2018

US-Sanktionen treffen auch Schweizer Unternehmen

Finanzinformation

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Am5. November hat die USA die zweite Welle der Sanktionen gegen den Iranaktiviert. Die damit verbundenen negativen Wirtschaftsaussichten bewegen ausländischeUnternehmen verstärkt zum Rückzug aus dem islamischen Land. Auch SchweizerUnternehmen sind betroffen.

 

Sanktionen der USA gegen denIran haben eine lange Geschichte und gehen bis in das Jahr 1979 zurück. Damalswar es US-Präsident Jimmy Carter, der iranisches Vermögen einfror. Um dieJahrtauendwende stieg der Sanktionsdruck unter den Regierungen Clinton und Bushweiter an. Unter Barack Obama gewannen die Sanktionen ab 2010 schliesslich eineglobale Reichweite. Dadurch wurde nun auch das Geschäft vonnicht-amerikanischen Unternehmen anvisiert. Im Iran führte dies zu massiven Einschränkungenim Rohölhandel sowie bei Finanztransaktionen. Tatsächlich gelang es damit, dieiranische Führung an den Verhandlungstisch zu holen. Nach fast zwei Jahrenharter Diskussionen stand im Sommer 2015 dann letztlich der «Atom-Deal», dender heutige US-Präsident Donald Trump als den schlechtesten Deal aller Zeitenbezeichnet.

 

SchweizerUnternehmen expandierten in den Iran

Der iranische PräsidentRouhani konnte seinem Volk als Gegenleistung für die strikte Überwachung desNuklearprogramms verbesserte wirtschaftliche Perspektiven in Aussicht stellen.Denn der Iran stellt mit seinen 81 Millionen Einwohnern durchaus eineninteressanten Markt für ausländische Unternehmen dar. Entsprechend herrschte imHandel zwischen der westlichen Welt und dem islamischen Land Anfang 2016Aufbruchsstimmung. Auch Schweizer Unternehmen wie Straumann oder Autoneum sahenim Iran Wachstumspotential und expandierten in Richtung Mittlerer Osten. Schonim ersten Halbjahr 2017 stiegen die Schweizer Exporte in den Iran um mehr als20% an.

 

Sanktionender USA wirken sich auf Drittstaaten aus

Im Grunde genommen stand der«Atom-Deal» jedoch schon von Beginn an unter Druck, insbesondere in den USA.Deren Ausstieg aus dem Abkommen konnte daher kaum überraschen. Am 5. Novemberwurde nun die zweite Welle der US-Sanktionen aktiviert, welche primär auf denHandel mit iranischem Öl und die internationale Tätigkeit der iranischenZentralbank abzielt. Rund 40% des Staatshaushalts Teherans hängen vom Öl- undGasexport ab. Entsprechend schwarz sieht die Weltbank denn auch dieWachstumsaussichten für 2018 und 2019 (-1.5% bzw. -3.6%). Erneut treffen die US-Sanktionendamit auch Unternehmen aus Drittstaaten. Formell versucht die EU denIran-Handel zwar weiter zu stützen, faktisch stimmen die Unternehmen aber mitden Füssen ab und ziehen sich zurück. Auch die Schweizer Industrie hält sich aufgrunddrohender Bussen der USA zurück. Autoneum hat seine Expansion in den Iraninzwischen gar komplett rückgängig gemacht. Ausnahmen bestätigen jedoch dieRegel: Nestlé unterhält seit Jahren Produktionsstätten im Iran und plant andiesen festzuhalten.